50. Todestag von Professor Asmus Petersen 2012

Joachim Scholz

04.01.2011. Der für Paulinenaue vielleicht wichtigste Erinnerungstag dieses neuen Jahres liegt bereits wieder in der Vergangenheit. Am 4. Januar vor 50 Jahren verstarb im Alter von 61 Jahren Professor Asmus Petersen, Paulinenaues zweiter Institutsdirektor (von 1957 bis 1962). Kaum weniger bekannt als sein Vorgänger Eilhard Alfred Mitscherlich, ist Petersen als charismatische Persönlichkeit im Gedächtnis selbst derjenigen geblieben, die ihn nicht mehr kennen gelernt haben. In den Berichten und in den Anekdoten seiner zahlreichen Schüler jedoch drückt sich fast einstimmig Hochachtung und Bewunderung aus.

Exkursion Knauer
Asmus Petersen mit Studenten der Humboldt-Universität auf einer Exkursion zum Knauerhof bei Paulinenaue im Frühjahr 1960. Foto: Manfred Hänsch, Potsdam.

„Petersen war ein begnadeter Hochschullehrer. Wie kaum ein anderer hatte er die Fähigkeit, seine Hörer in den Bann zu ziehen. Jede Vorlesung war ein Erlebnis. Wenn jemand einen vollen Hörsaal hatte, dann war das Asmus Petersen“, hat Professor Thöns die Atmosphäre an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Rostock beschrieben, wie man sie in den 1950er Jahren vorfinden konnte, als Petersen dort wirkte. Neben der Lehre konzentrierte sich seine wissenschaftliche Arbeit auf die Landwirtschaftliche Betriebslehre, die Bodenwertbestimmung (Taxation), Gräser-, Klee- und Grünlandkunde, die Unkrautforschung und nicht zuletzt auf die Geschichte der deutschen Agrarwissenschaft. Er betrieb intensive Klassikerstudien, war ein exzellenter Kenner des Landwirtschafts- und Sozialreformers Johann Heinrich von Thünen (1783-1850) und Direktor des Thünen-Archivs. An dieser Stelle wird in der Literatur einmal mehr auf die Qualität seiner Vorlesungen verwiesen und es ist bedauerlich, dass von den vorgetragenen Arbeiten zur Geschichte der Deutschen Landwirtschaft und ihrer Klassiker nur ein kleiner Teil veröffentlicht wurde. Petersens hohe Allgemeinbildung wird oft hervorgehoben, auch sein ungewöhnlicher Hang zu Lyrik und Schöngeistigem. Er besang die Gräser in Gedichten, interessierte sich für heimatkundliche und mundsprachliche Literatur und näherte sich den Gegenständen sowohl in spezieller wie in ganzheitlicher Betrachtung. Den Wurzeln der Pflanzen stärkere Beachtung zu schenken und nicht bloß den sichtbaren Teilen, das Wasser in allen Vorkommensqualitäten zu betrachten: als Niederschlag, als Grundwasser, fließend oder stehend – mit schlüssigen einleuchtend klaren Maximen und Methoden und seinem souveränen Vorgehen hat Petersen nicht nur Studierende begeistert, sondern auch einen guten Anschluss an die Praxis gewinnen können. Die Verbindung von Wissenschaft und Praxis hatte für ihn als Landwirt Priorität und sie ließ sich kaum irgendwo besser realisieren als auf einem Versuchsgut, wie es ihm dann zuletzt in Paulinenaue zur Verfügung stand. Daher werden die wenigen Paulinenauer Jahre als Höhepunkt seines Schaffens gesehen: „Was einst Thaer in Mögelin, Thünen in Tellow, Wulfen in Pietzpuhl und Schultz in Lupitz schufen, hat er in Paulinenaue geschaffen: … den Richtbetrieb der angewandten Betriebslehre, der ihm immer vorgeschwebt hatte“ (Wojahn, 2001, S. 9).

Der Paulinenauer Arbeitskreis Grünland und Futterwirtschaft wird in seiner Mitgliederversammlung am 28. Februar 2012 Petersen würdigen. Mit einigen Zitaten und Bildern wollen auch wir an dieser Stelle an einen der bedeutendsten Paulinenauer Köpfe erinnern.

Petersen am Kanal
Petersen mit Exkursionsteilnehmern des Paulinenauer Forschungsinstitutes am Kanal. Foto: Georg Drasché.

Petersen Havelquelle
1959 suchte und fand Petersen mit Hilfe Ortskundiger die Havelquelle bei Ankershagen. Foto: Martin Wetzel, 2011 rekonstruiert im Digitalisierungsprojekt des Paulinenauer Kulturvereins e.V.

Petersen 1961 im Rhinluch
Petersen 1961 während des FDJ-Projektes „Milchader Berlins“ im Rhinluch. Foto: Anton Scholz.

Grab Petersen
Das Grab von Prof. Petersen auf dem Paulinenauer Friedhof 1962. Foto: Anton Scholz.

Petersen Dat Maerken
Titelblatt von Petersens plattdeutscher Nacherzählung von Oscar Wildes „The devoted friend“, das 1963 von seiner Frau Waltraud Petersen herausgebracht wurde.

 

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