{"id":6464,"date":"2003-06-18T12:28:40","date_gmt":"2003-06-18T10:28:40","guid":{"rendered":"https:\/\/paulinenaue.info\/?page_id=6464"},"modified":"2026-02-13T00:40:08","modified_gmt":"2026-02-12T23:40:08","slug":"paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/","title":{"rendered":"Paulinenaue: Eine Ortschronik aus dem Havelland"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start\" style=\"max-width:1248px;margin-left: calc(-4% \/ 2 );margin-right: calc(-4% \/ 2 );\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\"><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><h2>Paulinenaue: Eine Ortschronik aus dem Havelland<\/h2>\n<h5>von G\u00fcnther Wacker (1984)<\/h5>\n<\/p>\n<div id=\"attachment_6467\" style=\"width: 224px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gu\u0308nther-Wacker.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6467\" data-attachment-id=\"6467\" data-permalink=\"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/gu%cc%88nther-wacker\/\" data-orig-file=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gu\u0308nther-Wacker.jpg\" data-orig-size=\"572,803\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Gu\u0308nther Wacker\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gu\u0308nther-Wacker.jpg\" class=\"lazyload wp-image-6467 size-medium\" src=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gu\u0308nther-Wacker-214x300.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gu\u0308nther-Wacker-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27214%27%20height%3D%27300%27%20viewBox%3D%270%200%20214%20300%27%3E%3Crect%20width%3D%27214%27%20height%3D%27300%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gu\u0308nther-Wacker-200x281.jpg 200w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gu\u0308nther-Wacker-214x300.jpg 214w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gu\u0308nther-Wacker-400x562.jpg 400w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Gu\u0308nther-Wacker.jpg 572w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6467\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. G\u00fcnther Wacker (1929\u20131993)<\/p><\/div>\n<h3>Inhalt<\/h3>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><a href=\"#toc41730837\">Vorwort<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730838\">Die Namensgebung \u201ePaulinenaue\u201c<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730839\">Urbarmachung und Besiedlung des Havell\u00e4ndischen Luchs <\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730840\">Der Eisenbahnbau<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730841\">Die zweite Luchmelioration<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730842\">Ab 1924 selbst\u00e4ndige Gemeinde<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730843\">Das Gut Paulinenaue bis 1945<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730844\">Die zu Paulinenaue geh\u00f6renden Ortsteile und Luchsiedlungen Owinaue, Eichberge, B\u00e4rhorst und der Lindenhof<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730845\">Die Brandenburger Allee und Bahnhofstra\u00dfe in den 20er und 30er Jahren<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730846\">Die Ruppiner Stra\u00dfe<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730847\">Professor Goldschmidt forschte in Paulinenaue<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730848\">Die K\u00e4mpfe um Paulinenaue Ende April 1945<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730849\">Die Gemeinde in den ersten Nachkriegsjahren und die Durchf\u00fchrung der Bodenreform<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730850\">Wie Professor Mitscherlich nach Paulinenaue kam und das Forschungsinstitut gegr\u00fcndet wurde<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730851\">Das Institut unter Leitung von Professor Mitscherlich<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730852\">Das Institut unter Leitung von Professor Petersen<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730853\">Die Entwicklung zum Institut f\u00fcr Futterproduktion<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730854\">Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730855\">Die G\u00e4rtnerische Produktionsgenossenschaft<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730856\">Die Kleing\u00e4rtner, Kleintierz\u00fcchter und andere Interessengemeinschaften<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730857\">Vom Paulinenauer Turn- und Sportverein bis zur BSG Wissenschaft<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730858\">Vom Lehr- und Versuchsgut des Institutes zu spezialisierten VEG der Pflanzen- und Tierproduktion<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730859\">Die 2000er Milchviehanlage<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730860\">Die Entwicklung der Gemeinde in der Wahlperiode 1974-79 mit der Dorfversch\u00f6nerung in Vorbereitung des Weltgraslandkongresses<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730861\">Die Entwicklung des Schulwesens und der Kindertagesst\u00e4tten<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730862\">Das Landambulatorium<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730863\">Das Mehrzweckgeb\u00e4ude mit Ledigenwohnheim<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730864\">Unter den Eichen und der Eigenheimbau<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730865\">Die Entwicklung der Gemeinde in der Wahlperiode 1979-84<\/a><br \/>\n<a href=\"#toc41730866\">Jahreszahlen zur Entwicklung der Gemeinde<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3><a id=\"toc41730837\"><\/a>Vorwort<\/h3>\n<p>Eine Chronik \u00fcber Paulinenaue zu schreiben, ist eine dankbare und lohnende Aufgabe. Zum einen ist der Ort relativ jung, er besteht als selbst\u00e4ndige Gemeinde erst seit 1924. Zum anderen hat Paulinenaue in der kurzen Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung genommen, insbesondere nach 1945 durch das Forschungsinstitut, wodurch der Ort weithin bekannt geworden ist. Aber auch aus der Vorgeschichte gibt es viel Interessantes zu berichten, was bisher wenig bekannt war und verdient, festgehalten zu werden.<\/p>\n<p>Veranlassung zum Schreiben der Chronik gab das Jubil\u00e4umsjahr 1984. In diesem Jahr bestand Paulinenaue als selbst\u00e4ndige Gemeinde 60 Jahre, das Akademieinstitut 35 Jahre, und den Ortsnamen gab es 150 Jahre. Die vorliegende Fassung endet folglich mit dem Jahr 1984. Sie soll keine Datensammlung sein, sondern in 28 Artikeln die wichtigsten Entwicklungsetappen aufzeigen und die Pers\u00f6nlichkeiten w\u00fcrdigen, die diese Entwicklung entscheidend mitgepr\u00e4gt haben. Im Mittelpunkt steht dabei die geschichtliche Darstellung der landwirtschaftlichen Produktion, von der Luchmelioration bis zu den neuen modernen landwirtschaftlichen Gro\u00dfbetrieben, der Forschungsarbeiten im Paulinenauer Arbeits- und Lebensbedingungen in der Gemeinde.<\/p>\n<p>Vieles von dem, was die Chronik enth\u00e4lt, war bereits erarbeitet und schriftlich niedergelegt worden. Dazu geh\u00f6rt die erste Ortschronik von Ernst Jakob. Er wurde 1890 in Paulinenaue geboren, und sein Gro\u00dfvater kam bereits 1844 durch den Eisenbahnbau hierher. Seinen Aufzeichnungen verdanken wir viele Daten und Begebenheiten zur Geschichte Paulinenaues vor 1945. Es w\u00e4ren mehr gewesen, wenn seine Chronik nicht zu den Gemeindeakten geh\u00f6rt h\u00e4tten, die 1945 vernichtet wurden. So fehlen auch alle Aktenst\u00fccke aus der Gemeindeverwaltung von vor 1945. Dankenswerter Weise hat Ernst Jakob danach wieder einzelne Fakten rekonstruiert und aufgeschrieben, die ihm in Erinnerung geblieben waren.<\/p>\n<p>Wertvolle Beitr\u00e4ge zur Geschichte von Paulinenaue enth\u00e4lt auch die \u201eInstitutspost\u201c insbesondere die Artikel von Georg Drasch\u00e9 zur Melioration und Besiedlung des Havell\u00e4ndischen Luchs. Aber auch andere Mitarbeiter des Institutes haben wichtige Fakten zur Entwicklung der Betriebe sowie der gesellschaftlichen Einrichtungen und Organisationen in der Institutszeitung mitgeteilt. Sie sind in der vorliegenden Chronik mit verwertet worden.<\/p>\n<p>Die meisten Begebenheiten, die in der Chronik dargestellt sind, entstammen jedoch Befragungen von Paulinenauer B\u00fcrgern, vor allem von denen, die l\u00e4nger als 60 Jahre in Paulinenaue ans\u00e4ssig sind. Bei ihnen bedanke ich mich f\u00fcr die Bereitschaft und das Verst\u00e4ndnis, ihre Ortskenntnisse und Erlebnisse zu \u00fcberliefern.<\/p>\n<p>Die vorliegende erste Ausgabe soll Anregungen geben, weitere Ereignisse aus der Geschichte der Gemeinde zu sammeln und mitzuteilen. Von besonderem Wert sind dabei auch Bilddokumente, Urkunden oder alte Aktenst\u00fccke. Gegebenenfalls sind auch Berichtigungen anzubringen.<\/p>\n<p>Besonderer Dank gilt den Mitgestaltern dieser Chronik, wie vor allem Georg Drasch\u00e9 und Helga M\u00fcller f\u00fcr die Bildaufbereitung, Irene Wildner f\u00fcr das Schreiben und Carola Schulz f\u00fcr den Druck der Chronik. Wertvolle Unterst\u00fctzung gab au\u00dferdem der B\u00fcrgermeister Gerhard Hellmuth.<\/p>\n<p>M\u00f6ge diese Chronik viele Interessenten finden und dazu beitragen, das Wissen und die<br \/>\nWertsch\u00e4tzung \u00fcber das in unserem Heimatort Geschaffene zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Paulinenaue, Dezember 1984<\/p>\n<p>G\u00fcnther Wacker<\/p>\n<h3><a id=\"toc41730838\"><\/a>Die Namensgebung \u201ePaulinenaue\u201c<\/h3>\n<p>Der Ort Paulinenaue liegt im nordwestlichen Teil des Kreises Nauen auf einem Sandplateau im Havell\u00e4ndischen Luch, einem gr\u00f6\u00dferen Niedermoorgebiet im Bezirk Potsdam.<\/p>\n<p>Die \u00e4lteste Erw\u00e4hnung findet die Gemarkung in einer Verkaufsurkunde vom 13. Februar 1390, die in Friesack aufgesetzt wurde. Darin verkauft ein Hasso von Bredow die \u201eHeideberge\u201c, Land zwischen dem Lindholz und der Lutsche (beide sind Holzungen nord\u00f6stlich bzw. s\u00fcdwestlich von Paulinenaue), an das Domkapitel zu Brandenburg. Die Urkunde ist abgedruckt im Buch von Adolf Friedrich Riedel \u201eCodex Diplomaticus Brandenburgensis\u201c, Band 7. Berlin 1847, Seite 135.<\/p>\n<p>Um das Lindholz herum entstanden im 15. und 16. Jahrhundert mehrere Vorwerke, darunter der 1571 in einem Landbuch genannte \u201eLindhof\u201c derer von Bardeleben zu Selbelang, auch als \u201eBardelebensche Meierei\u201c bezeichnet. Diese Meierei am Lindholz ging 1833 in den Besitz der von Knoblauch zu Pessin \u00fcber und erhielt am 30.04. des gleichen Jahres den Namen \u201ePaulinenaue\u201c (Amtsblatt der Regierung zu Potsdam, St\u00fcck 19 vom 10. Mai 1833, S. 122). Eine Pauline von Bardeleben heiratete damals den Pessiner Gutsbesitzer von Knoblauch, und ihr zu Ehren erfolgte die neue Namensgebung.<\/p>\n<p>Zum Vorwerk Paulinenaue geh\u00f6rten damals ein einst\u00f6ckiges Gutshaus, ein Meier- und Sch\u00e4ferhaus sowie zwei Tagel\u00f6hnerh\u00e4user am sogenannten \u201eKr\u00e4henwinkel\u201c. Milchwirtschaft und Schafhaltung wurden also vorrangig betrieben.<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfe von Berge \u00fcber Bienenfarm nach Br\u00e4dikow verlief damals \u00fcber die Grundst\u00fccke Brandenburger Allee 1 (Haus Hammler), Waldstra\u00dfe 1 (Haus Kube), am \u201eKr\u00e4henwinkel\u201c vorbei durch die Lutscher Heide und eine Furt (Durchfahrt) durch den Havell\u00e4ndischen Hauptkanal.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730839\"><\/a>Urbarmachung und Besiedlung des Havell\u00e4ndischen Luchs<\/h3>\n<p>Das im Havelbogen n\u00f6rdlich Potsdams gelegene Havell\u00e4ndische Luch umfa\u00dft eine Fl\u00e4che von etwa 55 000 ha und ber\u00fchrt die Kreise Nauen, Neuruppin und Rathenow. Die Urbarmachung dieses Teils des Havellandes begann 1718 mit dem Bau des Havell\u00e4ndischen Hauptkanals, damals Gro\u00dfer Graben genannt.<\/p>\n<p>Friedrich Wilhelm I., von 1713-1740 K\u00f6nig von Preu\u00dfen, beauftragte den Oberj\u00e4germeister von Hertefeld \u201e&#8230; das sogenannte Freye, Havell\u00e4ndische-, Nauensche-, Gliener- und Bredauer Bruch in Augenschein zu nehmen, zu verbessern und wie die Gr\u00e4ben zu der Ableitung des Wassers am besten gef\u00fchret werden k\u00f6nnten, genau zu untersuchen &#8230;\u201c. Er soll diesen Auftrag recht unkompliziert, aber sehr wirkungsvoll und in kurzer Zeit durchgef\u00fchrt haben. Nach der Eis- und Schneeschmelze, so wird berichtet, streute er Papierschnitzel auf dem abziehenden Wasser aus. Dort, wo die Papierschnitzel am schnellsten abfl\u00f6ssen, mu\u00dfte das gr\u00f6\u00dfte Gef\u00e4lle sein, und er markierte diese Strecke als g\u00fcnstigsten Verlauf f\u00fcr einen Entw\u00e4sserungskanal. Noch im Sommer des Jahres 1718 begannen die Arbeiten am Kanal, vom sogenannten M\u00fchlwasser auf dem Brieselang, n\u00f6rdlich an Paulinenaue vorbei und dann einen Knick nach S\u00fcden machend bis zum Hohennauener See. Theodor Fontane berichtet in seinen \u201eWanderungen durch die Mark Brandenburg\u201c \u00fcber den Kanalbau.<\/p>\n<p>Im Mai 1719 waren schon \u00fcber tausend Arbeiter besch\u00e4ftigt, und der K\u00f6nig betrieb die Kanalisierung des Luchs mit solchem Eifer, da\u00df ihm selbst seine vielgeliebten Soldaten nicht zu gut d\u00fcnkten, um mit Hand anzulegen. Zweihundert Grenadiere, unter Leitung von zwanzig Unteroffizieren, waren hier in der gl\u00fccklichen Lage, ihren Sold durch Tagelohn erh\u00f6hen zu k\u00f6nnen. Im Jahre 1720 war die Hauptarbeit bereits getan, aber noch f\u00fcnf Jahre lang wurde an der v\u00f6lligen Trockenlegung des Luchs gearbeitet. Nebengr\u00e4ben wurden gezogen, Br\u00fccken und Stauschleusen angelegt, D\u00e4mme gebaut und an allen trockengelegten Stellen das Holz- und Strauchwerk ausgerodet. Die Arbeiten waren zum gro\u00dfen Teil unter Anleitung holl\u00e4ndischer Werkf\u00fchrer und nach holl\u00e4ndischen Pl\u00e4nen vor sich gegangen. Dies mochte den Wunsch in dem K\u00f6nig anregen, mit Hilfe der einmal vorhandenen Arbeitskr\u00e4fte, aus dem ehemaligen Sumpf- und Seelande \u00fcberhaupt eine reiche, fruchtbare Kolonie zu machen.<\/p>\n<p>Der Plan wurde ausgef\u00fchrt, und es entstand am Nordrand des Havell\u00e4ndischen Luchs das \u201eAmt K\u00f6nigshorst\u201c, das heutige Friedenshorst, als Musterwirtschaft mit einem \u201eLehrinstitut zum Unterricht der m\u00e4rkischen Landsleute in der Milchwirtschaft\u201c. Die Absicht bestand darin, eine Milchwirtschaft holl\u00e4ndischer Art einzurichten. Dazu wurden aus Ostfriesland und Holland K\u00fche aufgekauft und der holl\u00e4ndische \u201e&#8230; in der Kunst der Butter- und K\u00e4sezubereitung vorz\u00fcglich ge\u00fcbte Meier Heinrich Br\u00f6ne aus Zevenaar mit seiner Familie und allen in Holland zur Milchbehandlung gew\u00f6hnlichen Gef\u00e4\u00dfen und Ger\u00e4then &#8230; zu guten Bedingungen angeworben\u201c. Die von ihnen aus s\u00fc\u00dfer Sahne hergestellte Butter fand gro\u00dfen Anklang, und in Berlin galt die K\u00f6nigshorster Butter (Horstbutter) als die beste. In einer \u201eAllerh\u00f6chsten Kabinets-Ordre\u201c vom 7. August 1737 wies daraufhin der K\u00f6nig alle kurm\u00e4rkischen \u00c4mter an, eine Anzahl von Bauernt\u00f6chtern als M\u00e4gde in die Lehranstalt zu schicken. Nach zweij\u00e4hrigem Dienst mu\u00dften sich die M\u00e4gde einer Pr\u00fcfung im Buttermachen unterziehen. Fiel die Pr\u00fcfung erfolgreich aus, erhielten sie vom K\u00f6nig einen Brautschatz von 100 Thalern. Die besten M\u00e4gde sollten auf neu auszubauende Vorwerke gehen, und es \u201e&#8230; sollen Kerls von guten Leuten ausgesucht werden, welche die M\u00e4gde heyrathen &#8230; folglich es mit der Zeit dahin kommen mu\u00df, da\u00df in dem ganzen Lande \u00fcberall gute Butter gemacht werden wird.\u201c<\/p>\n<p>Theodor Fontane schreibt \u00fcber die Lehranstalt in K\u00f6nigshorst: \u201eDiese Einrichtung hat bis zum Tode des K\u00f6nigs bestanden und zu ihrer Zeit reiche Fr\u00fcchte getragen, die noch heutzutage nachwirkend sind. Auch Friedrich II. widmete dem Amte K\u00f6nigshorst eine besondere pers\u00f6nliche Aufmerksamkeit. Anf\u00e4nglich lie\u00df er den gr\u00f6\u00dften Teil der dortigen L\u00e4ndereien zu Fettweiden benutzen, um die Einfuhr von ausl\u00e4ndischem Schlachtvieh f\u00fcr den Berliner Markt entbehrlich zu machen; in sp\u00e4teren Regierungsjahren aber kehrte er ganz zu dem Benutzungsplan des Gr\u00fcnders von K\u00f6nigshorst zur\u00fcck und stellte das von seinem Vater begr\u00fcndete Lehrinstitut als eine wie der K\u00f6nig in einem Erla\u00df vom 13. Mai 1780 sich ausdr\u00fcckte ,ordentliche Akademie des Buttermachens wieder her\u201c. An der Spitze dieser \u201eButterakademie\u201c stand der Ostfriese Thomas Harms Grabenstein aus Leer mit seinen drei T\u00f6chtern als Lehrmeisterinnen. Neue Familien, vornehmlich aus Holland und den Rheinland, wurden angesiedelt. Zu ihrer ersten Unterst\u00fctzung erhielten die Kolonistenfamilien 400 Thaler, 4 Zugochsen, 7 K\u00fche und 90 Morgen Land. Die Wohnh\u00e4user, St\u00e4lle und Scheunen wurden auf Staatskosten errichtet. Nach zwei Freijahren mu\u00dften sie j\u00e4hrlich 18 Thaler Erbzins f\u00fcr ihre Bauernstellen entrichten und waren f\u00fcr zwei Tage in der Woche mit ihren Gespannen zum Hofdienst verpflichtet. Nach B\u00fcsching soll das Amt K\u00f6nigshorst um 1778 folgende Bewohnerzahlen gehabt haben:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>K\u00f6nigshorst<\/td>\n<td>261 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Lobeofsund<\/td>\n<td>64 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nordhof<\/td>\n<td>76 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kuhhorst<\/td>\n<td>12 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kienberg<\/td>\n<td>68 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Deutschhof<\/td>\n<td>81 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mangelshorst<\/td>\n<td>88 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Hertefeld<\/td>\n<td>62 Personen<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Paulinenaue geh\u00f6rte nicht zum Amt K\u00f6nigshorst, aber es ist doch beachtenswert, da\u00df bereits vor nunmehr zweieinhalb Jahrhunderten nur wenige Kilometer n\u00f6rdlich eine Institution bestand, die, \u00e4hnlich wie das heutige Paulinenauer Akademieinstitut, die Steigerung und F\u00f6rderung der Futter- und Tierproduktion zur Aufgabe hatte.<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude der ehemaligen Butterei steht noch heute in Nordhof, einem Ortsteil von Friedenshorst im Krs. Neuruppin.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730840\"><\/a>Der Eisenbahnbau<\/h3>\n<p>Eine Weiterentwicklung des Ortes wurde mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Berlin-Hamburg um die Mitte des 19. Jahrhunderts eingeleitet. Am 05.10.1846 wurde die Strecke in Betrieb genommen, zun\u00e4chst ein-, dann zweigleisig. Das erste Bahnhofsgeb\u00e4ude fand 1859 urkundliche Erw\u00e4hnung. An jeder Seite des Bahnsteiges stand eine flache W\u00e4rterbude, besetzt mit einem Weichenw\u00e4rter. Der zunehmende Verkehr zwang 1902 und sp\u00e4ter nochmals 1934\/36 zu einem gr\u00f6\u00dferen Umbau. Das Bahnhofsgeb\u00e4ude wurde aufgestockt, und es wurden neue hohe Stellwerke errichtet, von wo aus man den Verkehr besser \u00fcbersehen konnte.<\/p>\n<p>Mit der Bahn sind es nach Berlin nur knapp 50 km. Die nahe Bahnverbindung in die aufbl\u00fchende Hauptstadt wurde f\u00fcr die Entwicklung von Paulinenaue in vielerlei Hinsicht von besonderer Bedeutung. Nach der Er\u00f6ffnung des Bahnhofs entstanden um 1850 auch die ersten H\u00e4user au\u00dferhalb des Landwirtschaftsbetriebes, zun\u00e4chst in der Bahnhofstra\u00dfe und dann in der Ruppiner Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>1859 z\u00e4hlte Paulinenaue 118 Einwohner.<\/p>\n<p>Am 12.09.1880 wurde eine Nebenstrecke von Paulinenaue nach Neuruppin, n\u00f6rdlich durchs Luch \u00fcber Lobeofsund, Karwesee und Fehrbellin, er\u00f6ffnet. Von Nauen aus konnte man mit der \u201ePauline\u201c direkt bis Neuruppin fahren. Der Zug f\u00fchrte nur zwei Personenwagen. Wenn er allerdings noch viele G\u00fcterwaggons hintergeh\u00e4ngt hatte, konnte die Fahrt ab Paulinenaue recht lange dauern. Die Strecke besteht heute noch, allerdings nur bis Fehrbellin und nicht mehr f\u00fcr den Personen-, sondern nur noch f\u00fcr den G\u00fcterverkehr. Die durchgehende Bahnlinie bis Neuruppin wurde um 1970 leider durch den Autobahnbau Berlin-Rostock unterbrochen.<\/p>\n<p>Von Paulinenaue aus gab es au\u00dferdem eine Kleinbahn \u00fcber Br\u00e4dikow, Wagenitz, Senzke und Kriele nach Rathenow. Sie wurde als Zubringer zwischen den Staatsbahnstrecken Berlin-Hamburg und Berlin-Hannover gebaut. Am 02.04.1900 wurde die den Kreis Westhavelland in einer L\u00e4nge von 31 km durchziehende Strecke er\u00f6ffnet. Diese Kleinbahn begann an einer Drehscheibe gegen\u00fcber dem heutigen Landwarenhaus, verlief auf der zweiten Stra\u00dfenfahrbahn und \u00fcberquerte kurz vor dem Haus Gnewikow den Br\u00e4dikower Weg. Dort war n\u00e4mlich die G\u00fcterabfertigung und Umladestation f\u00fcr die Haupt- und Nebenstrecken. Die Kleinbahn verlief dann neben der Berlin-Hamburger und zweigte etwa 1,5 km hinter Paulinenaue nach S\u00fcden ab, \u00fcberquerte etwas weiter s\u00fcdlich der Stra\u00dfenbr\u00fccke den Havell\u00e4ndischen Hauptkanal nach Br\u00e4dikow und ging weiter \u00fcber Senzke und Ferchesar nach Rathenow. Die Streckenf\u00fchrung weckt Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Spitznamen \u201eKrumme Pauline\u201c. Um die Zuckerfabrik in Nauen ebenfalls an die Kleinbahn anzuschlie\u00dfen, wurde am 01.10.1901 eine Zweigstrecke von Senzke aus in Betrieb genommen.<\/p>\n<p>Mit Wirkung vom 01.04.1924 wurde auf Beschlu\u00df des Kreistages der Personenverkehr zwischen Paulinenaue und Senzke eingestellt. Das Streckengleis Paulinenaue-Br\u00e4dikow ist damals abgebaut und als Reserve eingelagert worden. Zwischen Br\u00e4dikow und Senzke wurden weiterhin bis 1943 bedarfsweise G\u00fcter bef\u00f6rdert und R\u00fcbenz\u00fcge eingesetzt. Die Kleinbahn von Nauen \u00fcber Selbelang, Pessin und Senzke nach Rathenow fuhr noch bis Anfang 1961.<\/p>\n<p>Durch die beiden Nebenstrecken wurde Paulinenaue Umsteigebahnhof. Auf dem Bannhofsvorplatz, \u00fcber den man zum Umsteigen in die Kleinbahn mu\u00dfte, standen noch bis 1946 gro\u00dfe Lindenb\u00e4ume.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730841\"><\/a>Die zweite Luchmelioration<\/h3>\n<p>Eine st\u00e4rkere Besiedlung setzte in Paulinenaue erst zu Beginn unseres Jahrhunderts ein. Sie ging einher mit der weiteren Trockenlegung und Urbarmachung des Luches, das wiederholt von \u00dcberschwemmungen heimgesucht wurde. Die zweite Luchmelioration sah eine Neugestaltung der gesamten Meliorationsanlagen vor, unter anderem die Verbreiterung und Vertiefung des Gro\u00dfen und Kleinen Hauptkanals in ihrem ganzen Verlauf sowie die Anlage eines neuen Netzes von Binnengr\u00e4ben mit Sch\u00f6pfwerken. Der vom Meliorationsinspektor Ippach erarbeitete Plan wurde 1907 von der neu gegr\u00fcndeten \u201eHavell\u00e4ndischen Luchmeliorations-Genossenschaft\u201c in Angriff genommen. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges drohte den Fortgang der Arbeiten zu gef\u00e4hrden, doch dann wurde in Bergerdamm ein gro\u00dfes Kriegsgefangenenlager eingerichtet. Ab M\u00e4rz 1915 wurden an die 5000 russische Kriegsgefangene, die unter sehr unw\u00fcrdigen Verh\u00e4ltnissen leben mu\u00dften, bei den schweren Kultivierungsarbeiten im Luch eingesetzt. Im Herbst 1924 ist der gesamte Ausbau des Hauptgrabensystems fertiggestellt worden. Die Luchb\u00f6den bei Paulinenaue n\u00f6rdlich des Hauptkanals wurden erst nach 1920 im eigentlichen Sinne landwirtschaftlich nutzbar. Vor der Urbarmachung gab es im Luch viele Erlen- und Weidenb\u00fcsche, aber auch viel Wild. Eine wesentliche Verbesserung f\u00fcr die Ent- und Bew\u00e4sserung brachten die Sch\u00f6pfwerke und Stauwehre. In den 30er Jahren wurde die Luchmelioration durch den Reichsarbeitsdienst weitergef\u00fchrt. In den Jahnbergen, heute ein Naturschutzgebiet im Luch, hatte er ein gro\u00dfes Barackenlager.<\/p>\n<p>Auf die Besiedlung der Luchgebiete nahm die am 25. Mai 1914 in Nauen konstituierte Siedlungsgesellschaft \u201eLandgesellschaft Havelland-Ruppin G.m.b.H.\u201c wesentlichen Einflu\u00df. In \u00a7 2 der Satzung waren als Aufgaben formuliert: \u201e&#8230; die in gemeinn\u00fctziger Weise durchzuf\u00fchrende Urbarmachung, kulturelle Erschlie\u00dfung und Besiedlung der gro\u00dfen, in den drei Landkreisen gelegenen Moor- und Luchgebiete, verbunden mit der Vermehrung der Bauernstellen und der Se\u00dfhaftmachung von Arbeitern in den angrenzenden Gemeinden.\u201c Sie arbeitete dazu eng mit der Luchmeliorations-Genossenschaft zusammen. Die Siedlungsgesellschaft begann 1914 sowohl bereits kultiviertes als auch unkultiviertes Land aufzukaufen und erwarb auch die L\u00e4ndereien in und um Paulinenaue.<\/p>\n<p>Mit Beginn des 1. Weltkrieges setzte eine wilde Bodenspekulation ein. Finanzkr\u00e4ftige Unternehmer versuchten ihr Geld so schnell wie m\u00f6glich anzulegen. Bezahlte man vor dem Kriege f\u00fcr einen Hektar Luchboden 250-300 Mark, so stiegen die Preise bis zum Ende des Krieges auf das 10fache. Auch in der Gemarkung Paulinenaue wurden zahlreiche gr\u00f6\u00dfere, mittlere und kleinere Landk\u00e4ufe get\u00e4tigt, und es entstanden neben dem eigentlichen Gutsbetrieb neue landwirtschaftliche Siedlerstellen, die z.T. bis weit ins Luch hineinreichten.<\/p>\n<p>Die Luchfl\u00e4chen um Paulinenaue wurden aber auch von weiter entfernt liegenden Orten ausgenutzt. So besa\u00dfen bzw. erwarben entlang des Havell\u00e4ndischen Hauptkanals die Pessiner, Retzower, aber auch Bauern von Gro\u00df- und Klein-Behnitz Wiesen. Die M\u00e4her und M\u00e4gde kamen fr\u00fcher oft f\u00fcr eine ganze Woche zum Heumachen ins Luch. Morgens und abends wurde gem\u00e4ht, w\u00e4hrend des Tages geheut, und nachts schliefen sie in den Heuschobern. Noch heute fahren die Retzower und Pessiner ins Luch hinter Paulinenaue zum Melken oder Heumachen. Nur Heuschober findet man nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730842\"><\/a>Ab 1924 selbst\u00e4ndige Gemeinde<\/h3>\n<p>1912 ging der Name des Vorwerkes Paulinenaue auf den gesamten Nordteil (Anteile IV., V. und VI) des Gutsbezirkes Pessin \u00fcber. Durch Erla\u00df des Preu\u00dfischen Staatsministeriums vom 8. Dezember 1924 (Amtsblatt der Regierung Potsdam 1925, S. l) wurden diese Anteile in zwei selbst\u00e4ndige Landgemeinden umgewandelt; westlich des Mangelshorster Dammes Paulinenaue und \u00f6stlich Bergerdamm. Paulinenaue wurde dem Kreis Westhavelland (Rathenow) zugeordnet. Erst seit der Verwaltungsreform von 1952 geh\u00f6rt die Gemeinde zum Kreis Nauen.<\/p>\n<p>Der erste Amtsvorsteher war Friedrich Grundmann (geb. 23.07.1872, gest. 28.04.1957). Er wohnte in der Waldstra\u00dfe, f\u00fchrte zugleich die Buchhaltung auf dem Schurig\u2019schen Gut und richtete damals in seinem Haus auch die erste Sparkasse des Ortes ein. Ab 1930 \u00fcbernahm der ehemalige Wiesenbaumeister der Luchmeliorations-Genossenschaft Mahrenbach bis 1945 dieses Amt. Er verkaufte sein Grundst\u00fcck im Luch und zog in die Brandenburger Allee 1 (Haus Hammler). Das kleine Nebengeb\u00e4ude auf dem Hof war das Gemeindeamt.<\/p>\n<p>Die Gemarkung von Paulinenaue umfa\u00dft 1382 ha.<\/p>\n<p>Bereits vor, w\u00e4hrend und kurz nach dem 1. Weltkrieg war eine zunehmende Ansiedlung zu verzeichnen. Jedoch erst mit der Bildung der selbst\u00e4ndigen Gemeinde setzte die eigentliche Entwicklung des Ortes ein. Die Einwohnerzahl stieg von 214 im Jahre 1895 auf 516 im Jahre 1931 und 717 bei Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939.<\/p>\n<p>Mittelpunkt der Gemeinde war und blieb der Gutsbetrieb. Neue Siedlerstellen kamen hinzu, vor allem im Luch. Die Landwirtschaft stellte den Haupterwerbszweig. Daneben entwickelte sich der Obst- und Gem\u00fcsebau, wesentlich gef\u00f6rdert durch die N\u00e4he Berlins. Es entstanden mehrere Gartenbaubetriebe, und in den 20er und 30er Jahren fa\u00dften auch Handel, Handwerk und Gewerbe Fu\u00df. Mit der 1922 gebauten neuen Schule entwickelte sich das Schulwesen weiter. Am 11. April 1929 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegr\u00fcndet [Die Feuerwehr wurde am 04.03.1929 gegr\u00fcndet, JS.]. Kurzum, es entstand und entwickelte sich all das, was zu einer Landgemeinde geh\u00f6rt. Und das war, gemessen an der Einwohnerzahl, nicht wenig. Immerhin gab es damals, nur wenige Jahre nach der Gemeindegr\u00fcndung, 3 Lebensmittelgesch\u00e4fte, teilweise mit Industriewaren, 7 Handwerksbetriebe einschlie\u00dflich B\u00e4ckerei und Schlachterei, 2 Gastwirtschaften, eine Zahnarztpraxis, die Post und eine Sparkasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730843\"><\/a>Das Gut Paulinenaue bis 1945<\/h3>\n<p>Das seit 1833 zum Gutsbezirk Pessin geh\u00f6rende Vorwerk Paulinenaue wurde 1914 von dem in Geldschwierigkeiten geratenen Pessiner Gutsbesitzer von Knoblauch an den Grundst\u00fccksmakler Staro\u00dfte verkauft. Dieser lie\u00df das Gutshaus aufstocken, St\u00e4lle und Scheunen erneuern und am sogenannten \u201eNeubau\u201c, eine linke Nebenstra\u00dfe der Ruppiner Stra\u00dfe, 5 Gutsarbeiterh\u00e4user bauen. Damals gab es dort bereits die Schnitterkaserne und einen Torfschuppen, den sp\u00e4teren D\u00fcngerschuppen. Die Neubauten, durchweg Zweifamilienh\u00e4user, brachten eine wesentliche Verbesserung der Wohnverh\u00e4ltnisse. Primitive Bedingungen hatten die Landarbeiter am \u201eKr\u00e4henwinkel\u201c und vor allem in der Schnitterkaserne. Die Schnitterfamilien mu\u00dften teils zu dritt in einem Strohsackbett schlafen, und das Ein- und Ausschalten des Lichtes besorgte der Vorschnitter. In einem kleinen Nebengeb\u00e4ude war die K\u00fcche. Die Landarbeiterfrauen bereiteten das Mittagessen f\u00fcr ihre Familie vor, gaben es morgens vor Arbeitsbeginn im Topf in die K\u00fcche und konnten es zur Mittageszeit, von einer K\u00f6chin inzwischen auf einem Grudeherd abgekocht, wieder abholen. Der Arbeitstag, ausgef\u00fcllt mit schwerer Handarbeit, dauerte oft 12 Stunden und l\u00e4nger.<\/p>\n<\/p>\n<div id=\"attachment_6514\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6514\" data-attachment-id=\"6514\" data-permalink=\"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/1984-ca-paulinenaue-gutshaus-01\/\" data-orig-file=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01.jpg\" data-orig-size=\"1000,697\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"1984 (ca), Paulinenaue Gutshaus, 01\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01.jpg\" class=\"lazyload wp-image-6514 size-fusion-600\" src=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-600x418.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-600x418.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"418\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27600%27%20height%3D%27418%27%20viewBox%3D%270%200%20600%20418%27%3E%3Crect%20width%3D%27600%27%20height%3D%27418%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-200x139.jpg 200w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-300x209.jpg 300w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-400x279.jpg 400w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-600x418.jpg 600w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-768x535.jpg 768w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-800x558.jpg 800w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01.jpg 1000w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6514\" class=\"wp-caption-text\">Das Gutshaus (ca. 1984)<\/p><\/div>\n<p>Im Jahre 1917 verkaufte Staro\u00dfte das Gut an die zur Havell\u00e4ndischen Siedlungsgesellschaft geh\u00f6rende Ritterschaftsbank. Die Bewirtschaftung erfolgte bis 1924 durch verschiedene Verwalter (Grenzer, v. Moltke, Wallmann). Eine Betriebs- und Flurkarte vom 31.01.1922, ausgestellt vom Wiesenbaumeister Theodor Wirth aus Bergerdamm, weist f\u00fcr diese Zeit folgende Bodennutzung des Gutes aus:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ackerland<\/td>\n<td>490,74 ha<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wiesen<\/td>\n<td>159,35 ha<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Weiden<\/td>\n<td>86,95 ha<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Hofraum<br \/>\nund Garten<\/td>\n<td valign=\"bottom\">37,44 ha<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Holzung<\/td>\n<td>33,81 ha<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Torfung<\/td>\n<td>42,00 ha<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><strong>Gesamt<\/strong><\/td>\n<td><strong>850,29 ha<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die reine landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che (LN) betrug demnach rd. 737 ha. Das Paulinenauer Gut hatte durchweg geringwertige B\u00f6den. S\u00fcdlich der Eisenbahnlinie bis an den Wald sind Sandb\u00f6den, n\u00f6rdlich der Bahn geht das Land zun\u00e4chst in Anmoor und hinter dem Kanal dann in Niedermoor \u00fcber. Die Paulinenauer Moorb\u00f6den sind flachgr\u00fcndige Niedermoortorfe mit 70-80 % organischer Substanz auf Talsand. Im Luch sind zumeist Wiesen und Weiden, aber damals wurde auch viel Hanf f\u00fcr die nahe gelegene Hanffabrik angebaut, die 1915\/16 in Bergerdamm errichtet wurde. Um 1965 wurde der Anbau und die Verarbeitung von Hanf im Havell\u00e4ndischen Luch eingestellt. Ins Luch hinein verlief eine Feldbahn, in der Ruppiner Stra\u00dfe beginnend, \u00fcber die Kanalbr\u00fccke bis nach Eichberge, dann rechts abbiegend nach B\u00e4rhorst, Bergerdamm-Lager, Ebereschenhof bis nach Kienberg. Die Feldbahn diente in erster Linie f\u00fcr den Transport des im Luch abgebauten Torfes, aber auch f\u00fcr den Hanftransport.<\/p>\n<p>Im Jahre 1924 kaufte Dr. Werner Schurig, ein Bruder des in Zeestow bei Nauen ans\u00e4ssigen Gutsbesitzers Schurig, das Gut. Praktisch war es mit rd. 500 ha LN nur noch ein Restgut, denn die Siedlungsgesellschaft hatte inzwischen begonnen, Gutsl\u00e4ndereien f\u00fcr kleinere und gr\u00f6\u00dfere Siedlerstellen in Paulinenaue sowie in den Ortsteilen Eichberge und B\u00e4rhorst zu vergeben. Unter Werner Schurig wurde das Gut intensiv bewirtschaftet. Hervorzuheben sind vor allem die Einf\u00fchrung der Beregnung auf den besseren Sandschl\u00e4gen s\u00fcdlich des Hofes, die Erweiterung und Intensivierung des Gem\u00fcseanbaus mit Hilfe der G\u00e4rtnerei, die Mechanisierung der Feldarbeiten nach den damals vorhandenen M\u00f6glichkeiten, der Aufbau einer Rinder- und Schweinezucht und die intensive Gefl\u00fcgelhaltung. 1925 wurde der Speicher gebaut, und gute Nebeneinnahmen brachte die Brennerei, deren Einrichtungen 1931 aus Marquardt, einem Gut des Berliner Hoteliers Kempinski, aufgekauft wurden. Trotz der geringwertigen B\u00f6den entstand ein wirtschaftsstarker Betrieb, der guten Gewinn einbrachte.<\/p>\n<p>Als Ende April 1945 Einheiten der Roten Armee das Gut besetzten, war Schurig mit seiner Familie auf seinem Zweitgut in Schlagenthin bei Genthin. Der Paulinenauer Betrieb wurde der Sowjetischen Milit\u00e4radministration (SMA) des Landes Brandenburg unterstellt und diente bis Mai 1949 als Versorgungsgut der Roten Armee. Die Verwaltung \u00fcbernahmen sowjetische Wirtschaftsoffiziere, die mit ihren St\u00e4ben in das Gutshaus zogen. Neuer Wirtschaftsleiter wurde Fritz Haarstrich, der als Umsiedler nach Paulinenaue kam. Das Gut erlitt bei Kriegsende kaum Schaden, und die Wirtschaft konnte weitgehend st\u00f6rungsfrei weitergef\u00fchrt werden. Durch die Abgabe von Bodenreformland an die Paulinenauer Neubauern verminderte sich allerdings die LN erneut auf etwa 340 Hektar.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730844\"><\/a>Die zu Paulinenaue geh\u00f6renden Ortsteile und Luchsiedlungen Owinaue, Eichberge, B\u00e4rhorst und der Lindenhof<\/h3>\n<p>Der Ortsteil <strong>Owinaue<\/strong> liegt noch innerhalb des Ortes, im Waldst\u00fcck hinter der Bahnlinie nach Fehrbellin. Die Gemarkung mit einer LN von damals 54 ha war begrenzt im S\u00fcden durch die Bahnlinie Berlin-Hamburg, nach Norden \u00fcber den Kanal hinweg bis an den Weg zur heutigen M\u00fclldeponie und nach Osten durch die Bahnlinie nach Neuruppin. Die Feldmark wurde unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg von Waldemar Becker aufgekauft und als Siedlung aufgebaut.<\/p>\n<p>Waldemar Becker geh\u00f6rte als Major der Schutztruppe in der damaligen deutschen Kolonie S\u00fcdwestafrika (dem heutigen Namibia) an. Er gab der Siedlung den Namen, der soviel wie \u201eO wie sch\u00f6n\u201c bedeutet. \u00dcberhaupt kamen nach Paulinenaue damals mehrere, insgesamt sieben aus dem Dienst entlassene Offiziere, die in Paulinenaue siedelten, wie die Majore a.d. Becker und Baumbach, oder nur einen Wohnsitz erwarben. Zu den aus Afrika zur\u00fcckgekehrten Offizieren geh\u00f6rte auch Hans v. Natzmann, der Wirtschafter bei Waldemar Becker war und in der \u201eGrauen Laus\u201c (Mitte der 70er Jahre abgerissenes Haus an der heutigen M\u00fclldeponie) wohnte.<br \/>\nDer Wirtschaftshof war auf dem Gel\u00e4nde, wo in den 60er Jahren der LPG-St\u00fctzpunkt war. Dort stand auch der Kuhstall. Um schneller zu seiner Arbeitsstelle zu kommen, hatte sich Natzmann einen Kahn zum \u00dcbersetzen \u00fcber den Kanal zugelegt. Obgleich er dadurch die Bahnlinie umging, soll er trotzdem von der \u201ePauline\u201c \u00fcberfahren worden sein.<\/p>\n<p>Die Gemarkung von Owinaue besteht zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Wiesen, wo damals Heu f\u00fcr Milit\u00e4rpferde gewonnen wurde. Das war ein gutes Gesch\u00e4ft, ansonsten aber waren die beiden ehemaligen Offiziere keine Landwirte, und der Besitzer kam immer wieder in Geldsorgen. Seine Frau Emmi Becker, geb. Wahl, war aber sehr reich, und sie konnte immer wieder f\u00fcr Nachschub sorgen. Ihre Eltern waren Industrielle, die u.a. auch ein Stahlwerk in England hatten, so da\u00df ihnen auch die Inflation in Deutschland nichts anhaben konnte. Als Waldemar Becker 1939 starb, f\u00fchrte seine Frau die Wirtschaft bis zum Kriegsende weiter. 1945\/46 wurde der Landwirtschaftsbetrieb von der Roten Armee verwaltet und dann f\u00fcr die Bodenreform zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Mitten in den Luchwiesen, westlich der Gemarkung von Owinaue, lag das Grundst\u00fcck des Wiesenbaumeisters Mahrenbach, der 1930 in\u2019s Dorf zog und das Amt des B\u00fcrgermeisters \u00fcbernahm. Er verkaufte das Geh\u00f6ft an den Berliner Spediteur Fischer, der dort seinen Bedarf an Pferdeheu warb und seine pflasterlahmen Pferde zur Erholung hatte. Das Geh\u00f6ft wurde von [Erich] Wascher\u00f6l verwaltet und ging nach 1945 in seinen Besitz \u00fcber. Heute besteht das Geh\u00f6ft nicht mehr.<\/p>\n<p>Etwa 2 km n\u00f6rdlich von Paulinenaue, \u00fcber die Kanalbr\u00fccke hinweg ins Luch, liegt <strong>Eichberge. <\/strong>Den Namen gab es schon im vorigen Jahrhundert als Bezeichnung einer Wiese. 1924\/25 siedelten dort 3 Bauern ([Wilhelm] Seehawer, Waldemar und Leo Mielke) sowie der Major a.d. [Martin] Baumbach auf dem \u201eMoorhof\u201c. Die auf einem Sandhorst gelegenen Siedlerstellen waren etwa 35 ha gro\u00dfe Betriebe mit ausschlie\u00dflich Moor- und Anmoorb\u00f6den. Vorher geh\u00f6rten die L\u00e4ndereien zum Paulinenauer Gut, und nach 1945 wurden im Zuge der Bodenreform weitere kleinere Neubauernstellen geschaffen. Der Ortsteil Eichberge war die erste Haltestelle der Eisenbahn von Paulinenaue nach Neuruppin. Auch die Feldbahn von Paulinenaue nach Kienberg passierte die Haltestelle. Somit war Eichberge auch zugleich Verladeplatz f\u00fcr den Transport von Torf und landwirtschaftlichen G\u00fctern.<\/p>\n<p>Von Eichberge rechts abbiegend kam man nach <strong>B\u00e4rhorst<\/strong>. Dieser Ortsteil entstand \u00e4hnlich wie Eichberge durch Abtrennung von den Paulinenauer Gutsl\u00e4ndereien im Jahre 1924. Den Namen erhielt er von seinem Besitzer Fieguth. Die knapp 90 ha waren ebenfalls Luchb\u00f6den. Auf einem Sandhorst stand ein Wohn- und Wirtschaftsgeb\u00e4ude und eine riesige Feldscheune, von wo aus die L\u00e4ndereien bewirtschaftet wurden. Unmittelbar hinter B\u00e4rhorst wurde auf einer Gesamtfl\u00e4che von etwa 40 ha Torf gestochen. Die Feldbahn hatte einen Abzweig direkt in den Ortsteil. 1945 wurde auch B\u00e4rhorst durch die Bodenreform aufgesiedelt.<\/p>\n<p>Im n\u00f6rdlichen Teil der Gemarkung zwischen Eichberge und B\u00e4rhorst liegt der <strong>Sonnenhof<\/strong>, direkt an der Grenze zum Kreis Neuruppin. Frau Raschke unterhielt dort mit ihrer Tochter einen Weidebetrieb. Die L\u00e4ndereien werden heute noch als Jungrinderweide genutzt.<\/p>\n<p>Von B\u00e4rhorst s\u00fcdlich f\u00fchrte eine Stra\u00dfe zum <strong>Lindenhof.<\/strong> Er h\u00e4tte auch Fliederhof hei\u00dfen k\u00f6nnen, aber der Name ist sicherlich an das nahe gelegene Lindholz angelehnt. Der Hof wurde im Jahre 1917 von den Gebr\u00fcdern Carl und Arthur Knauer gegr\u00fcndet. Auf ihrem Grundst\u00fcck richteten sie ein Trabergest\u00fct ein, und sie erreichten beachtliche Zucht- und Rennerfolge. W\u00e4hrend der Saison waren die zu Rennen oder zum Training eingesetzten Traber auf der Rennbahnanlage in Berlin-Mariendorf. Nur zur Erholung und zur Zucht waren die wertvollen Traberpferde auf dem Lindenhof bei Paulinenaue. Es ist schon beachtlich, da\u00df auf den Moorkoppeln so robuste und leistungsstarke Rennpferde heranwuchsen.<\/p>\n<p>Carl und Arthur Knauer blieben Junggesellen. Sie lebten nur f\u00fcr den Trabersport. Zum Wochenende brachte sie ihr Stallmeister Herter mit dem Kutschwagen zum Paulinenauer Bahnhof, und sie kehrten von der Rennbahn in Westberlin meist mit Siegerschleifen und Pokalen zur\u00fcck. Die Glasvitrinen in den gro\u00dfen Wohnr\u00e4umen waren voller wertvoller Pokale. Zu jedem Pokal wu\u00dften die Knauers den Stammaufbau des Siegerpferdes und den spannenden Rennverlauf noch Jahre danach interessant zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Oft kamen auch G\u00e4ste aus Berlin auf den Lindenhof. So u.a. der in den 30er Jahren sehr bekannte Profiboxer Max Schmeling. Auf dem \u201eFuchsberg\u201c (heute Weidezentrale eines modernen Milchviehweidekombinates des VEG Tierzucht Paulinenaue) veranstalteten die Knauers mit Schmeling Tontaubenschie\u00dfen.<\/p>\n<p>Carl Knauer starb 1957, und sein Bruder Arthur am 03.01.1964, kurz nach Silvester. Beide sind zusammen mit ihrer Wirtschafterin Charlotte Quaa\u00df, der \u201eTante Lotte\u201c, auf dem Paulinenauer Friedhof beigesetzt. Ganz im Sinne des ber\u00fchmten Traberz\u00fcchters gestaltete sich die Beerdigung von Arthur Knauer. Eine w\u00fcrdige Umrahmung gaben die Gest\u00fctsw\u00e4rter des Hengstdepots Neustadt\/Dosse mit ihren wertvollen Pferden. Andererseits hatte er sich kategorisch verbeten, da\u00df zu seiner Beisetzung der Pastor den Friedhof betritt. Knauer hatte zwar seine Geldspende zum Paulinenauer Kirchenbau 1932 gegeben, aber es wurmte ihn doch sehr, da\u00df ihm danach der Pastor noch eine Nachberechnung der Kirchensteuer wegen angeblich hoher Renngewinne stellte.<\/p>\n<p>Der Lindenhof besteht heute nicht mehr. Es gab keine Erben. Noch heute finden j\u00e4hrlich auf der Westberliner Trabrennbahn Mariendorf Knauer-Ged\u00e4chtnisrennen statt. Arthur Knauer war Ehrenmitglied der Mariendorfer Rennbahn. Mit seinem Namen werden weiter Gesch\u00e4fte gemacht, aber sein Grab ist vergessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730845\"><\/a>Die Brandenburger Allee und Bahnhofstra\u00dfe in den 20er und 30er Jahren<\/h3>\n<p>Paulinenaue als Landgemeinde weicht in der Eigenart vom \u00fcblichen Charakter eines Bauerndorfes ab. Ma\u00dfgebend wird das Ortsbild durch kleine Siedlerstellen in aufgelockerter Form bestimmt, dazwischen G\u00e4rten, Obst- und Gem\u00fcseplantagen. So ist es heute noch. Die gro\u00dfen Wohnblocks und auch die meisten neuen Einfamilienh\u00e4user, die den Gro\u00dfteil der sp\u00e4ter zugezogenen Einwohner aufgenommen haben, liegen zumeist konzentriert im Ortszentrum. Die Brandenburger Allee und die Bahnhofstra\u00dfe bilden die Hauptstra\u00dfe des Ortes in einer L\u00e4nge von etwa 2 km. Vergegenw\u00e4rtigen wir uns einmal, von der F 5 kommend, die relativ junge geschichtliche Entwicklung und Besiedlung in den 20er und 30er Jahren an markanten Objekten dieser Ortsdurchfahrt.<\/p>\n<\/p>\n<div id=\"attachment_6520\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-Ortslage-Paulinenaue-01.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6520\" data-attachment-id=\"6520\" data-permalink=\"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/1984-ortslage-paulinenaue-01\/\" data-orig-file=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-Ortslage-Paulinenaue-01.jpg\" data-orig-size=\"700,958\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"1984, Ortslage Paulinenaue, 01\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Abb. aus der Chronik von G\u00fcnther Wacker (1984)&lt;\/p&gt;\n\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Ortslage Paulinenaue&lt;\/p&gt;\n\" data-large-file=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-Ortslage-Paulinenaue-01.jpg\" class=\"lazyload size-fusion-600 wp-image-6520\" src=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-Ortslage-Paulinenaue-01-600x821.jpg\" data-orig-src=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-Ortslage-Paulinenaue-01-600x821.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"821\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27600%27%20height%3D%27821%27%20viewBox%3D%270%200%20600%20821%27%3E%3Crect%20width%3D%27600%27%20height%3D%27821%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-Ortslage-Paulinenaue-01-200x274.jpg 200w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-Ortslage-Paulinenaue-01-219x300.jpg 219w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-Ortslage-Paulinenaue-01-400x547.jpg 400w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-Ortslage-Paulinenaue-01-600x821.jpg 600w, https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-Ortslage-Paulinenaue-01.jpg 700w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6520\" class=\"wp-caption-text\">Ortslage Paulinenaue<\/p><\/div>\n<p>Wenn man am Ortseingangsschild ist, hat man schon einen Teil des Ortes passiert. Die heutige Paulinenauer Gemarkung beginnt bereits vor dem Wald. Hinter dem Schinkel&#8217;schen Grundst\u00fcck, rechts im Birkenw\u00e4ldchen, folgt der \u201eRote Husar\u201c. Das im Wald gelegene gr\u00f6\u00dfere Geh\u00f6ft ist von der Chaussee aus nicht zu sehen. Es war fr\u00fcher die zu Pessin geh\u00f6rende Bredow&#8217;sche Sch\u00e4ferei. In Pessin gab es zwei Gutsbesitzer, im Schlo\u00df den v. Knoblauch und im Gutshaus des heutigen VEG Tierzucht wohnend den v. Bredow. Das Land zwischen der Sch\u00e4ferei und dem Bienfarmer Weg war eine gro\u00dfe Wiese und diente dem Sch\u00e4fer Zepernick als Schafhutung. Der Name \u201eRoter Husar\u201c stammt ab von den roten Husaren, die in der damaligen Kreisstadt Rathenow ihre Garnison hatten und mit Vorliebe die im Wald versteckte Sch\u00e4ferei als Man\u00f6verquartier nutzten.<\/p>\n<p>Nach dem Verkauf der Sch\u00e4ferei \u00fcbernahm Schurig das Land f\u00fcr seinen Paulinenauer Gutsbetrieb, und das Waldgrundst\u00fcck erwarben ab 1930 nacheinander zwei Berliner Familien als ihren Landsitz. Zun\u00e4chst wohnte dort eine Familie W\u00f6lke. Er f\u00fchrte ein Gesch\u00e4ft f\u00fcr medizinische Bedarfsartikel am Kurf\u00fcrstendamm in Berlin, lie\u00df sich morgens mit der Kutsche zum Bahnhof bringen und abends wieder abholen. Die Bahnverbindung nach Berlin mu\u00df damals also sehr g\u00fcnstig gewesen sein.<\/p>\n<p>1938 verkaufte W\u00f6lke das Grundst\u00fcck an Professor Dr. Dr. h.c. Carl Ramsauer. Ramsauer war Physiker und lehrte damals, nach Heidelberg und Danzig, an der Technischen Hochschule Berlin. Auf seinem Fachgebiet wurde er international bekannt durch seine Arbeiten \u00fcber die Absorption von Elektronen in Gasen sowie zum Verhalten schnell bewegter K\u00f6rper im Wasser und beim Aufprall auf die Wasseroberfl\u00e4che. Carl Ramsauer starb am 24.12.1955 und ist, wie auch seine Frau, in Paulinenaue beerdigt.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem \u201eRoten Husar\u201c, auf der anderen Stra\u00dfenseite, ist der Paulinenauer Bauernwald, der heute von der F\u00f6rsterei Ribbeck aus verwaltet wird. Der Wald ist Teil der sogenannten \u201ePessiner Heide\u201c und wurde nach 1945 bei der Bodenreform an die Paulinenauer Bauern vergeben. Das von Pessin aus links vor dem Wald liegende Grundst\u00fcck Arndt wurde erst 1983 der Gemeinde Paulinenaue zugeordnet. Insofern hatte das Ortseingangsschild schon seinen richtigen Standort, denn als 1924 Paulinenaue selbst\u00e4ndige Gemeinde wurde, begann der Ort tats\u00e4chlich erst mit dem Geh\u00f6ft von Paul Krys.<\/p>\n<p>Nach dem 1. Weltkrieg errichtete die Siedlungsgesellschaft Havelland-Ruppin an der Brandenburger Allee, wie auch an der parallel dazu verlaufenden Waldstra\u00dfe, mehrere kleine Siedlerstellen mit nur wenigen Morgen Land. Man erkennt noch heute den weitgehend einheitlichen Baustil der damaligen Siedlungsh\u00e4user. Als Nebenerwerb betrieben die Siedler einen intensiven Gartenbau mit vorwiegend Apfel-, Erdbeer- und Spargelplantagen. Ansonsten waren sie in verschiedenen Berufen und Arbeitsstellen t\u00e4tig, wie z.B. Fritz Boddin, 1984 mit 94 Jahren \u00e4ltester in Paulinenaue ans\u00e4ssiger B\u00fcrger, der bei der Post arbeitete und von 1935 bis 1945 ein Taxi f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Um 1930 siedelten sich in der Brandenburger Allee auch die ersten selbst\u00e4ndigen Handwerker und Gesch\u00e4ftsleute an. Am 01.04.1929 gr\u00fcndete Johannes Schr\u00f6der sein Malergesch\u00e4ft und am 01.06.1931 Gotthold N\u00fcse ein Brunnenbaugesch\u00e4ft sowie eine Reparaturwerkstatt. Schr\u00e4g gegen\u00fcber der heutigen B\u00fcrgermeisterei er\u00f6ffnete 1932 Max Daenicke ein Lebensmittelgesch\u00e4ft, in dem man auch verschiedene Industriewaren kaufen konnte. Das Grundst\u00fcck des heutigen Gemeindeamtes war bis 1945 die Viehhandlung Goy. Auf dem Wirtschaftshof befindet sich heute die Annahmestelle f\u00fcr das reichlich in Paulinenaue anfallende Obst und Gem\u00fcse.<\/p>\n<p>An der Abzweigung nach Bienenfarm endet die Brandenburger Allee und nach der Linkskurve beginnt die Bahnhofstra\u00dfe. Das erste Geh\u00f6ft rechts geh\u00f6rte Wilhelm Buchta, der dort 1933 eine Kohlenhandlung er\u00f6ffnete. Das Grundst\u00fcck der heutigen G\u00e4rtnerischen Produktionsgenossenschaft baute Wilhelm Schumacher auf, der 1907 mit seiner Familie nach Paulinenaue kam. Er errichtete eine G\u00e4rtnerei und gilt als der Wegbereiter des Gem\u00fcseanbaus im Ort. Nach 1945 f\u00fchrte sein Schwiegersohn Willi Sch\u00e4plitz die G\u00e4rtnerei weiter, der auch 1960 die Initiative zur Bildung der GPG ergriff.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber der G\u00e4rtnerei wurde 1931\/32 die Kirche gebaut. In einem Zeitungsartikel anl\u00e4\u00dflich der Grundsteinlegung hei\u00dft es dazu:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eNoch als Paulinenaue ein Teil der Kirchengemeinde Selbelang war, plante man einen Kirchenbau. Doch recht in Flu\u00df kam die Sache erst, als die selbst\u00e4ndige Kirchengemeinde Paulinenaue am 1. April 1929 gegr\u00fcndet und mit dem Pfarramt Pessin verbunden wurde. Im Jahre 1929 wie im Jahre 1930 wurde dann je ein Baubeschlu\u00df gefa\u00dft; beide aber wegen Mangel an Mitteln nicht genehmigt. Dem nunmehr genehmigten Baubeschlu\u00df liegen Pl\u00e4ne des Architekten Dipl.-Ing. E. Rettich aus Berlin-Kladow zu Grunde. Die Bausumme betr\u00e4gt 14 000 RM, wovon 10 000 RM das Konsistorium der Mark Brandenburg als Beihilfe gibt.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Als erstes Ehepaar wurden Else und Oskar Huth Ende 1932 in der damals noch nicht ganz fertiggestellten Kirche getraut. Das Standesamt f\u00fchrte Lehrer Ernst Richter in der damaligen Schule. So hatte man standesamtliche und kirchliche Trauung unmittelbar nebeneinander.<\/p>\n<p>Zwischen Kirche und Schule, die heute Kinderkrippe ist, beginnt die Waldstra\u00dfe, an der \u00e4hnlich wie an der Brandenburger Allee Siedlerstellen entstanden. Am 01.05.1933 er\u00f6ffnete Georg Wolf die noch heute bestehende Tischlerei, bei Friedrich Grundmann war die erste Sparkasse, und das Geb\u00e4ude der heutigen Waldstra\u00dfe 5 war ein Heim f\u00fcr uneheliche Kinder reichbemittelter Leute, die nicht genannt sein wollten. Das Kinderheim leiteten Margarete von Jagow und Meta Knechtel. In den letzten 15 Jahren wurden in der Waldstra\u00dfe mehrere neue Eigenheime gebaut und die meisten \u00e4lteren Siedlerh\u00e4user durch Um- und Ausbau modernisiert.<\/p>\n<p>Verfolgen wir die Bahnhofstra\u00dfe weiter, dann folgt nach der heutigen Kinderkrippe das wohl \u00e4lteste Handwerksgesch\u00e4ft Paulinenaues, die 1920 er\u00f6ffnete Schuhmacherwerkstatt Geue. Sie wird noch heute von der Tochter Frau Hartung weitergef\u00fchrt. Der Schuhmachermeister Bernhard Geue f\u00fchrte nicht nur Reparaturen durch, sondern man konnte in seiner Wohnung auch neue Schuhe und Stiefel kaufen.<\/p>\n<p>Die Schulen in der Bahnhofstra\u00dfe sollen in einem gesonderten Abschnitt zur Entwicklung des Schulwesens behandelt werden.<\/p>\n<p>In der heutigen Sparkasse hinter der neuen zehnklassigen Oberschule war die von B\u00e4ckermeister Bernhard Lungfiel im Jahre 1927 eingerichtete B\u00e4ckerei. Sie wurde noch bis Anfang der 70er Jahre, zuletzt von Bruno Czerniak, betrieben.<\/p>\n<p>Die heutige Konsumgastst\u00e4tte ist schon vor der Jahrhundertwende (1886) als Gasthaus \u201eZu den drei Landkreisen\u201c gebaut worden. Mit den drei Landkreisen waren Westhavelland, Osthavelland und der Ruppiner Kreis gemeint. Tats\u00e4chlich ber\u00fchrten die Grenzen dieser drei Kreise die Gemarkung von Paulinenaue. In einen Anbau der Gastst\u00e4tte betrieb der Besitzer Wilhelm Grabau auch noch einen \u201eKaufmannsladen\u201c, den ersten im Ort, und von 1920-46 war davor eine \u00f6ffentliche Tankstelle. Der Saal wurde an die Gastwirtschaft erst 1933 angebaut. Eine zweite Gastwirtschaft war im Bahnhofsgeb\u00e4ude, die in den 20er und 30er Jahren Theodor Bremer betrieb. Die Bahnhofsgastst\u00e4tte bestand bis 1960 und hatte ebenfalls regen Zuspruch.<\/p>\n<p>Im Jahre 1894 lie\u00df Wilhelm Grabau auch das Postgeb\u00e4ude bauen. In der Post waren 6 Angestellte besch\u00e4ftigt. Durch die beiden Nebenstrecken der Eisenbahn hatten sie auch die Post in die Orte an den Bahnlinien nach Neuruppin und Rathenow zu sortieren und weiterzuleiten. Ein Postauto, wie heute aus Nauen, fuhr erst ab 1952.<\/p>\n<p>Von der Konsumgastst\u00e4tte aus verl\u00e4uft die Bahnhofstra\u00dfe in zwei Fahrbahnen. Die linke Fahrbahn wurde erst 1923 nach dem Abri\u00df der Kleinbahnstrecke nach Rathenow frei. Am neuen Feuerwehrdepot endet die Bahnhofstra\u00dfe. Dort ist auch die Haltestelle der seit 1965 bestehenden Busverbindung nach Nauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730846\"><\/a>Die Ruppiner Stra\u00dfe<\/h3>\n<p>\u00dcber den beschrankten Bahn\u00fcbergang f\u00fchrt die Ruppiner Stra\u00dfe nach Norden geradewegs in Richtung Kanalbr\u00fccke und Luch. Sie geh\u00f6rt mit zu den \u00e4ltesten Stra\u00dfen von Paulinenaue. Bereits Ende des vorigen Jahrhunderts wurden das Eisenbahnerhaus links vor den Bahnschranken und die folgenden drei H\u00e4user hinter der Bahn gebaut. Alt ist auch der heutige D\u00fcngerschuppen, der fr\u00fcher Torfschuppen war. Im Luch, bei der heutigen M\u00fclldeponie und vor allem hinter B\u00e4rhorst, ist bereits vor dem 1. Weltkrieg viel Torf gestochen worden. Der Transport wurde mit der Feldbahn bew\u00e4ltigt. Die R\u00e4ume im Mittelteil des Torfschuppens waren Essen- und Aufenthaltsr\u00e4ume f\u00fcr die Torfarbeiter, die sogenannte \u201eTorfkantine\u201c.<\/p>\n<p>Interessant ist die Geschichte des nachfolgenden langgestreckten Geb\u00e4udes Ruppiner Stra\u00dfe 9. 1919 richtete dort Professor Goldschmidt eine Schwei\u00dferei ein, in der das noch heute angewandte Verfahren des Thermitverbundschwei\u00dfens entwickelt wurde. Nach dem Tode von Goldschmidt 1923 und der Einstellung seiner Versuchsarbeiten, \u00fcbernahm Ewald Werner das Geb\u00e4ude, zun\u00e4chst als Obstmosterei. Die Werner&#8217;s kamen 1901 aus Werder und hatten anfangs eine Plantage als Pachtland vom Gut in der heutigen Philipp-M\u00fcllerstra\u00dfe rechts hinter der Bahn. Inmitten dieser Anlage wohnten sie in einem kleinen Gartenhaus unter einem gro\u00dfen Walnu\u00dfbaum, sp\u00e4ter in einer eigenen Plantage am Weg nach Owinaue, wo ebenfalls Goldschmidt eine G\u00e4rtnerei hatte. Die \u201eDicke Werner&#8217;n\u201c, wie die Paulinenauer sie nannten, knauserte beim Obst- und Gem\u00fcseverkauf mit jedem Gramm und Pfennig. Aber wie das so ist, sie wurde damit reich. Ihr Sohn Ewald war dazu ein cleverer Gesch\u00e4ftsmann. Als die Mosterei nicht mehr genug einbrachte, gr\u00fcndete er ein Transportunternehmen, kaufte abends bei seiner Rundfahrt durchs Dorf Obst und Frischgem\u00fcse auf und schaffte es nachts mit seinen LKW nach Berlin in die Markthallen. Ein sehr gutes Gesch\u00e4ft brachten vor allem die Erdbeeren, die von den Siedlern reichlich angebaut und zum Verkauf angeboten wurden.<\/p>\n<p>Aus der ehemaligen Mosterei wurden somit Garagen und Lagerr\u00e4ume f\u00fcr Obst und Gem\u00fcse. Nach dem Kriege wurde das Grundst\u00fcck verschiedenartig genutzt. Es war dort die Aufkaufstelle der VEAB f\u00fcr Obst und Gem\u00fcse, eine LKW-Garage war zwischenzeitlich Feuerwehrdepot und ein Gro\u00dfteil des ehemaligen Werkstattgeb\u00e4udes wurde zu Wohnungen ausgebaut. Heute geh\u00f6rt das Grundst\u00fcck zur G\u00e4rtnerischen Produktionsgenossenschaft. Auf der rechten Stra\u00dfenseite ist die Schlachterei Schr\u00f6der. Sie wurde 1931 er\u00f6ffnet. Vorher gab es in Paulinenaue nur eine kleine \u201eWurstbude\u201c gegen\u00fcber dem Bahnhof. Dort konnte man zweimal w\u00f6chentlich Fleisch und Wurst von einem Schlachter aus Fehrbellin kaufen. Fr\u00fcher war es \u00fcblich, da\u00df der Fleischer den Viehaufkauf und die Schlachtung selbst durchf\u00fchrte. Dazu baute Walter Schr\u00f6der ein gesondertes Schlachthaus, als Anbau hinter der Goldschmidt&#8217;schen Werkstatt gelegen. Dort wurden auch die Hausschlachtungen durchgef\u00fchrt, und es war noch bis Anfang der 50er Jahre in Betrieb. Die Schlachterei wird heute vom Sohn Herbert Schr\u00f6der privat weitergef\u00fchrt. Sie ist von ihm weiter ausgebaut und modernisiert worden.<\/p>\n<p>Im Haus vor Schlachter Schr\u00f6der, Ruppiner Stra\u00dfe 1, war ein Lebensmittelgesch\u00e4ft. Es wurde 1920 er\u00f6ffnet und in den ersten Jahren von den Geschwistern Bethke betrieben, bis es 1932 Paul Manthei kaufte. Frau Krutz, verwitwete Manthei, f\u00fchrte das Gesch\u00e4ft bis 1958 und \u00fcbergab es dann der Konsumgenossenschaft. Mit der Errichtung eines zentralen Landwarenhauses im Dorfzentrum wurden 1976 die beiden kleineren Lebensmittelgesch\u00e4fte Ruppiner Stra\u00dfe und Brandenburger Allee sowie der Industriewarenladen an der Konsumgastst\u00e4tte aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Im Geb\u00e4ude des heutigen Landambulatoriums wohnte in den 20er Jahren ein Oberst a.d. Freiherr v. Diringshofen. \u00c4hnlich wie der ehemalige Major Prentzel, der seinen Wohnsitz in der Bahnhofstra\u00dfe im heutigen Schulhaus Kirfel hatte, f\u00fchrten die Familien der aus dem Dienst entlassenen Offiziere mit ihrer hohen Pension einen recht wohlhabenden Haushalt.<\/p>\n<p>Hinter der Poliklinik, an der heutigen Jahnstra\u00dfe, standen w\u00e4hrend der Nazizeit Baracken der Organisation Todt, die heute zu Wohnungen ausgebaut sind. Am Ende dieser Stra\u00dfe war in den 20er Jahren die Gefl\u00fcgelfarm Schulz [Schultze]. Er hatte sich 1924 das zur Goldschmidt&#8217;schen Schwei\u00dferei geh\u00f6rende Wohnhaus gekauft und dort eine Br\u00fcterei eingerichtet. Mit seiner Gefl\u00fcgelfarm und Br\u00fcterei ging er jedoch 1931 Pleite. Bei der Versteigerung erwarb [Otto] Borchmann das Wohngrundst\u00fcck am \u201eNeubau\u201c und das Gel\u00e4nde der Gefl\u00fcgelfarm f\u00fcr die Anlage einer Obstplantage. Am Ende der Ruppiner Stra\u00dfe f\u00fchrt rechts ein Feldweg zum Friedhof und zum Sportplatz am Lindholz.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730847\"><\/a>Professor Goldschmidt forschte in Paulinenaue<\/h3>\n<p>Der Chemiker Johannes Goldschmidt ist der Erfinder der Aluminothermie. Durch eine chemische Reaktion zwischen Aluminiumpulver und Metalloxyden entsteht unter sehr hohen Temperaturen ein Schmelzvorgang. Dieses 1894 erfundene Verfahren eignet sich auch zum Schwei\u00dfen von Metallen. Die Technologie f\u00fcr das Thermitschwei\u00dfen wurde in Paulinenaue erarbeitet.<\/p>\n<p>Von Berlin aus richtete Professor Goldschmidt 1918\/19 in der Ruppiner Stra\u00dfe eine Werkstatt f\u00fcr die Weiterentwicklung von Schwei\u00dfverfahren ein. Die Versuchswerkstatt war in dem Flachbau Ruppiner Stra\u00dfe 9 gegen\u00fcber der Schlachterei Schr\u00f6der. Die Werkstatt bestand aus einer Schwei\u00dferei und Tischlerei. Dort waren 12-15 Mann besch\u00e4ftigt, durchweg Berliner. Sie wohnten in dem angrenzenden, ebenfalls zur Werkstatt geh\u00f6renden Wohnhaus am \u201eNeubau\u201c, dem heutigen Haus Borchmann. Einige Familien hatten auch Wohnungen im Geb\u00e4ude des heutigen Landambulatoriums. Das wichtigste Ergebnis in der kurzen Zeit ihres Wirkens in Paulinenaue war die Entwicklung einer neuen Technologie des Thermitverbundschwei\u00dfens, wonach noch heute Bahnschienen zusammengeschwei\u00dft werden. Goldschmidt forschte auch in einer G\u00e4rtnerei in Paulinenaue. Sie befand sich gegen\u00fcber dem heutigen Landambulatorium, auf dem Gel\u00e4nde einer Plantage, die sich fr\u00fcher links der Ruppiner Stra\u00dfe bis zum Kanal hinzog. Einige Paulinenauer, wie Willi Ulrich und Martin Kr\u00fcger, haben dort zeitweilig gearbeitet. Im heutigen Haus Marquardt wohnte der G\u00e4rtnermeister Kubiella, der im Auftrag von Goldschmidt in einem gr\u00f6\u00dferen Gew\u00e4chshaus Pflanzenversuche durchf\u00fchrte. Untersucht wurde die Wirkung der Begasung auf das Pflanzenwachstum im Gew\u00e4chshaus. Dazu wurden verschiedene chemische Substanzen verbrannt und die Abgase durch ein Rohrsystem in das Gew\u00e4chshaus geleitet. \u00dcber die Versuchsergebnisse ist nichts bekannt.<\/p>\n<p>Goldschmidt selbst kam nur gelegentlich nach Paulinenaue. Er leitete seine Versuchsarbeiten zumeist von Berlin aus. Im Alter von 63 Jahren ist er am 21.05.1923 verstorben und auf dem Paulinenauer Friedhof beerdigt worden. Sp\u00e4ter wurde er jedoch umgebettet. Sein Besitz in Paulinenaue wurde nach und nach aufgel\u00f6st und verkauft.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730848\"><\/a>Die K\u00e4mpfe um Paulinenaue Ende April 1945<\/h3>\n<p>Am 27. April 1945 nachmittags gegen 16.00 Uhr besetzte eine polnische Kavallerieabteilung Paulinenaue und brachte nach f\u00fcnfeinhalb Jahren Krieg auch f\u00fcr diese Gemeinde den ersehnten Frieden.<\/p>\n<p>Der Weg jener polnischen Truppenteile, die 1945 an der Seite der Sowjetarmee im Berliner Raum k\u00e4mpften, wird in dem polnischen Buch \u201eZwyciestwo\u201c (Der Sieg) von Jan Gerhard beschrieben. Die 1. polnische Armee bildete den rechten Fl\u00fcgel der 1. Belorussischen Front, die bei der am 16. April 1945 begonnenen \u201eBerliner Operation\u201c die Hauptstadt von Norden zu umklammern hatte. Nach der \u00dcberwindung des Ruppiner Kanals bei Kremmen r\u00fcckten die polnischen Streitkr\u00e4fte in s\u00fcdwestlicher Richtung vor, wobei es harte K\u00e4mpfe um die D\u00f6rfer Linum und Dechtow gab. Der polnische Autor schreibt:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eDie Deutschen lie\u00dfen die Vortrupps der angreifenden polnischen Soldaten bis auf kurze Entfernungen herankommen und er\u00f6ffneten dann ein st\u00fcrmisches Feuer. Angriffe und Gegenangriffe wiederholten sich unaufh\u00f6rlich. Erst als Linum und Dechtow fast eingekreist waren, konnten sie im Sturmangriff erobert werden. Danach ergaben sich die Ortschaften Tarmow und Fehrbellin. Die Verfolgung wurde in Richtung Lentzke fortgesetzt. In denselben Abendstunden r\u00fcckten die Soldaten der 3. Division des Oberst Zajkowski in Betzin ein\u201c.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Paulinenaue wird in dem Buch von Jan Gerhard nicht gesondert erw\u00e4hnt, aber es ist anzunehmen, da\u00df diese polnische Einheit von Norden durchs Luch kommend am besagten 27. April in Paulinenaue einr\u00fcckte. Widerstand wurde kaum geleistet, und es gab beim Einmarsch auch keine Verluste unter der Zivilbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Jan Gerhard berichtet jedoch \u00fcber die weiteren K\u00e4mpfe um die Ortschaften Br\u00e4dikow, Warsow, Vietznitz und Friesack. Starke deutsche Verb\u00e4nde hatten sich mit ihren Panzern und Sturmgesch\u00fctzen hinter dem Kanal nach Br\u00e4dikow und auf dem H\u00f6henzug von Br\u00e4dikow bis nach Friesack verschanzt. Die Kanalbr\u00fccken hatten sie gesprengt. Unterst\u00fctzt von sowjetischen Einheiten mu\u00dften tagelang erbitterte K\u00e4mpfe von Paulinenaue und von der Bahnlinie nach Friesack aus gegen die sich besonders bei Br\u00e4dikow und Warsow hartn\u00e4ckig wehrenden deutschen Besatzungen gef\u00fchrt werden. Die damals im letzten Eisenbahnerhaus an der Stra\u00dfe nach Br\u00e4dikow wohnende Wanda Kunkel half mit, den von der Kampflinie zur\u00fcckkommenden Verwundeten die ersten Notverb\u00e4nde anzulegen. \u201eEs war furchtbar\u201c, sagt sie und erinnert sich an Schwerverwundete, die ins Dorf zur\u00fcckgebracht wurden, wo im heutigen Haus Wienbrack ein sowjetisches Lazarett eingerichtet war.<\/p>\n<p>Erst nach massivem Gescho\u00dfwerfereinsatz konnte der Widerstand gebrochen werden. Die Besatzungen von Vietznitz und Friesack ergaben sich nahezu kampflos, und die sowjetischen und polnischen Truppen kamen relativ schnell bis zur Havel voran. Weiter \u00f6stlich bei Ketzin hatte sich bereits am 25. April der Einkreisungsring um Berlin geschlossen, und am gleichen Tag trafen bei Torgau an der Elbe sowjetische und amerikanische Einheiten zusammen. In den Nachtstunden zum 1. Mai hi\u00dften Michail Jegorow und Meliton Kantarija das Siegesbanner auf der Kuppel des Reichstages in Berlin.<\/p>\n<p>Von Paulinenaue und Br\u00e4dikow aus ging man in den ersten Maitagen daran, die Gefallenen zu sammeln, zu identifizieren und zu begraben. Nur wenige Tage vor dem Frieden wurden sie noch Opfer des Hitlerfaschismus. Wie gerne h\u00e4tten auch sie ihre Angeh\u00f6rigen wiedergesehen und am Neubeginn teilgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730849\"><\/a>Die Gemeinde in den ersten Nachkriegsjahren und die Durchf\u00fchrung der Bodenreform<\/h3>\n<p>Kurz vor dem Einmarsch polnischer und sowjetischer Milit\u00e4reinheiten am 27. April 1945 waren etliche Familien in weiter westw\u00e4rts liegende Orte gezogen, um die Kampfhandlungen zu meiden. Sie kamen nach und nach zur\u00fcck oder auch nicht. Viele Familien kamen neu aus den Ostgebieten hinzu, die dort durch den Krieg ihre alte Heimat verloren hatten. Die Umsiedlung und Neueinb\u00fcrgerung dauerte bis 1947 an. Die Wohnverh\u00e4ltnisse wurden immer beengter. Ganze Familien bewohnten nur ein Zimmer oder hatten sich in Stallungen und Scheunen vor\u00fcbergehend eine Notunterkunft eingerichtet.<\/p>\n<p>Eine erste Entlastung brachte die im September 1945 verk\u00fcndete Bodenreform und die bis in das Jahr 1949 sich erstreckende Realisierung des Neubauprogramms. Der Befehl 209 der Sowjetischen Milit\u00e4radministration (SMA) vom 09.09.1947 ordnete den Bau neuer H\u00e4user und die Verteilung von Vieh f\u00fcr die Neubauern an. In Paulinenaue wurden als Bodenreformland etwa 150 ha LN vom Gutsbetrieb, darunter das bessere Ackerland an der Brandenburger Allee, mehrere verlassene bzw. enteignete Privatgrundst\u00fccke im Ort, Geh\u00f6fte in Eichberge und der gesamte Ortsteil B\u00e4rhorst vergeben. Es entstanden 32 Neubauernstellen mit Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfen von 8-12 ha, je nach Bodenqualit\u00e4t, davon 24 durch Neubauten und die anderen durch Um- und Ausbau vorhandener Geh\u00f6fte. Au\u00dferdem konnten Kleinbauern, Kleing\u00e4rtner, Landarbeiter oder Eisenbahner ihren Besitz durch Bodenreformland aufbessern. Das ging soweit, da\u00df z.T. nur Kleinstfl\u00e4chen von l Morgen Acker oder 1 Morgen Wiese vergeben wurden. Leiter der Bodenreformkommission war Herrmann Marquardt aus der Waldstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Im Ort Paulinenaue selbst entstanden Neubauernsiedlungen am Roten Husar, am Kameruner, Bienfarmer und Br\u00e4dikower Weg sowie in Owinaue. Aus den 4 Geh\u00f6ften in Eichberge wurden 10 Alt- und Neubauernstellen, und in B\u00e4rhorst siedelten 8 Neubauern. Der Anfang dort war besonders schwierig. Mehrere Umsiedlerfamilien wohnten zun\u00e4chst unter primitiven Bedingungen in der gro\u00dfen Holzscheune, bis sie ihr Neubauernhaus beziehen konnten. Aus bescheidenen Anf\u00e4ngen heraus, mit wenig Saatgut und oft nur einer Kuh oder F\u00e4rse als Anfangskapital mu\u00dfte der Acker bestellt und ein gr\u00f6\u00dferer Viehbestand aufgebaut werden. Nach M\u00f6glichkeit half der von der Sowjetischen Milit\u00e4radministration verwaltete Gutsbetrieb. Von Mai 1945 bis M\u00e4rz 1946 wurde auch der Owinauer Landwirtschaftsbetrieb von der Roten Armee verwaltet. Viele Neusiedler haben von diesen beiden Betrieben ihr erstes Vieh und Hilfe bei der Landbestellung bekommen. Die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) half ebenfalls \u00fcber erste Schwierigkeiten hinweg. Mit Beginn der Fr\u00fchjahrsbestellung 1949 konnten Maschinen \u00fcber die Maschinenausleihstation Friesack in Anspruch genommen werden. Einen St\u00fctzpunkt hatte die MAS in Br\u00e4dikow.<\/p>\n<p>Die Neubauernstellen in B\u00e4rhorst und Eichberge haben sich nur 10 bis 20 Jahre gehalten. In den ersten Nachkriegsjahren gaben sie den Umsiedlern eine neue Existenz in der Landwirtschaft, und die Bewirtschaftung des Bodens war gew\u00e4hrleistet. Mit der Zeit erwiesen sich jedoch die Arbeits- und Lebensbedingungen, einsam und weit drau\u00dfen im Luch, als sehr nachteilig. Hinzu kam, da\u00df die 1960 beginnende mechanisierte Gro\u00dfraumwirtschaft eine effektivere landwirtschaftliche Produktion mit zunehmend h\u00f6herer Arbeitsproduktivit\u00e4t erm\u00f6glichte. Die Siedler sind nach und nach wieder weggezogen, zumeist in die Zentralgemeinde Paulinenaue. Mitte der 50er Jahre hatte Eichberge 47 Einwohner, heute wohnen dort nur noch 2 Familien mit 7 Personen auf dem Geh\u00f6ft Seehawer. B\u00e4rhorst hatte 43 Einwohner, heute wohnt dort keiner mehr, und die 8 Neubauernh\u00e4user sind wieder abgerissen worden. Eine schwierige Aufgabe hatten die B\u00fcrgermeister in den Nachkriegsjahren zu erf\u00fcllen. Abgesehen von der Einb\u00fcrgerung der st\u00e4ndig neu zukommenden Umsiedler und der Durchf\u00fchrung der Bodenreform gab es die gr\u00f6\u00dften Probleme bei der Organisierung eines h\u00f6heren Aufkommens landwirtschaftlicher und g\u00e4rtnerischer Produkte zu l\u00f6sen. Die vielen Einzelbauern und G\u00e4rtner waren einigerma\u00dfen gerecht mit Anbauplan, Viehhalteplan und Ablieferungssoll zu beauflagen, und \u00fcber eine nicht termingerechte Planerf\u00fcllung ist so mancher gestrauchelt. Die sowjetischen Kommandanturen waren in dieser Frage unnachgiebig, denn die Sicherung der Ern\u00e4hrung stand obenan beim Aufbau der neuen antifaschistisch-demokratischen Gesellschaftsordnung. Von Mai 1945 bis Dezember 1946 gab es 6 verschiedene B\u00fcrgermeister in Paulinenaue. Erst durch die Wahl von Gerhard Giese am 20.12.1946 trat f\u00fcr eine l\u00e4ngere Zeit von 8 Jahren in der Gemeindeverwaltung eine gewisse Stabilit\u00e4t ein. Er wurde 1954 als B\u00fcrgermeister nach Friesack abberufen. Ihm folgten Heinz Haedicke, Zuckert und Gerhard Buchholz bis 1958. Vom 01.10.1958 bis 03.02.1965 war Heinz Oetjen und nach ihm bis 30.04.1975 Karl Kr\u00fcger B\u00fcrgermeister in Paulinenaue. Die Gemeindeverwaltung ist seit Ende 1946 in der heutigen B\u00fcrgermeisterei.<\/p>\n<p>Bis 1965 stieg die Einwohnerzahl in Paulinenaue auf \u00fcber l000 an. Die f\u00fcr die Entwicklung der Gemeinde entscheidenden Ereignisse nach der Bodenreform waren in dieser Zeit<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1949<\/td>\n<td>Die R\u00fcckgabe des SMA-Gutes an die Deutsche Verwaltung und die Gr\u00fcndung des Institutes zur Steigerung der Pflanzenertr\u00e4ge durch die Akademie der Wissenschaften.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1957<\/td>\n<td>Die \u00dcbergabe des Institutes an die Akademie der Landwirtschaftswissenschaften als Institut f\u00fcr Gr\u00fcnland- und Moorforschung.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1960<\/td>\n<td>Die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft mit der Bildung der LPG und GPG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730850\"><\/a>Wie Professor Mitscherlich nach Paulinenaue kam und das Forschungsinstitut gegr\u00fcndet wurde<\/h3>\n<p>Winter 1944\/45. Der Krieg, der 1939 von Deutschland ausging, war nach gro\u00dfen Opfern und Zerst\u00f6rungen auf deutschen Boden zur\u00fcckgekehrt. Die Rote Armee durchstie\u00df schneller als erwartet die \u00f6stlichen Gebiete Pommerns und der Mark Brandenburg in Richtung Oder und Berlin.<\/p>\n<p>In Kutschlau, einer Gemeinde im damaligen Kreis Z\u00fcllichau-Schwiebus, r\u00fcstete man in den letzten Januartagen 1945 zum Aufbruch, um der Front zu entgehen. Dort hatte Professor Dr. Eilhard Alfred Mitscherlich 1941 nach seiner Emeritierung als Professor f\u00fcr Pflanzenbau an der Universit\u00e4t K\u00f6nigsberg\/Ostpr. (dem heutigen Kaliningrad) von seiner Tante das Wirtschaftsrecht \u00fcber einen 750 ha gro\u00dfen landwirtschaftlichen Gutsbetrieb erhalten.<\/p>\n<p>Mitscherlichs wissenschaftliche Arbeiten zur Bodenkunde und Pflanzenern\u00e4hrung waren damals bereits international anerkannt und gesch\u00e4tzt, vor allem die mathematische Formulierung des Wirkungsgesetzes der Wachstumsfaktoren. Engen Kontakt pflegte er mit sowjetischen Agrarwissenschaftlern, vornehmlich mit der Universit\u00e4t Leningrad. Ein Beweis f\u00fcr sein hohes Ansehen in der Sowjetunion war die russische Ausgabe der 3. und 7. Auflage seines Buches \u201eBodenkunde f\u00fcr die Landwirte, Forstwirte und G\u00e4rtner\u201c. In \u00fcber 100 Stationen wurde in der Sowjetunion Mitscherlichs Gef\u00e4\u00dfmethode zur Bestimmung des D\u00fcngerbedarfs eingef\u00fchrt, und 1931 \u00fcbernahm er an der Universit\u00e4t K\u00f6nigsberg ein Seminar f\u00fcr sowjetische Studenten.<\/p>\n<p>Mitscherlich war 1945 bereits 70 Jahre alt (geb. am 29.08.1874 in Berlin). Am sp\u00e4ten Nachmittag des 29. Januar 1945 verlie\u00df er Kutschlau mit zwei Pferdegespannen. Seine Begleiter waren seine Frau und die heute noch im Paulinenauer Institut t\u00e4tigen Paul Exner mit seinen Eltern, K\u00e4the Vierjahn mit ihrer Mutter sowie Frieda Drescher mit ihren Eltern und den beiden Jungens. Zwei Tage sp\u00e4ter \u00fcberquerten sie die Oder bei F\u00fcrstenberg, gerade noch rechtzeitig, denn wenig sp\u00e4ter wurde die Br\u00fccke gesprengt. \u00dcber Babelsberg, an Berlin vorbei, ging die ungewisse Fahrt bis ins Havelland nach Sieversdorf bei Neustadt\/Dosse. Dort bezogen sie beim Bauern August Pein Quartier und warteten den Einmarsch der Roten Armee und die Kapitulation Hitlerdeutschlands am 8. Mai 1945 ab.<\/p>\n<p>Bereits unmittelbar nach Kriegsschlu\u00df nahm Mitscherlich Verbindung zu den sowjetischen Dienststellen auf. Er wollte zun\u00e4chst nach Kutschlau zur\u00fcck und erhielt dazu vom sowjetischen Kommandanten ein \u201eDokument\u201c, auf dem ihm und seiner Begleitung freies Geleit und Hilfeleistung bescheinigt war. Bereits Mitte Mai fuhren sie \u00fcber Friesack gen Osten zur\u00fcck. Ab Briesen, an der Abzweigung der Stra\u00dfe nach Rathenow von der F 5, war jedoch auf der Hauptstra\u00dfe kein Weiterkommen. Durch die einsetzende R\u00fcckf\u00fchrung der sowjetischen Milit\u00e4reinheiten und der nach Deutschland verschleppten Zwangsarbeiter waren die Stra\u00dfen \u00fcberf\u00fcllt. Sie versuchten deshalb auf Nebenstra\u00dfen zu fahren und kamen dabei am 20. Mai nach Vietznitz im Krs. Nauen. Als sich Mitscherlich am Gutshof nach dem weiteren g\u00fcnstigsten Weg erkundigte, las der Gutsverwalter das Namensschild am Gummiwagen. Er fragte, ob er der Bodenkundler Mitscherlich sei und schlug ihm vor, vorerst in Vietznitz zu bleiben und das Freiwerden der Stra\u00dfen abzuwarten. Mitscherlich ging darauf ein, und sie bezogen Quartier in einer Gutsscheune.<\/p>\n<p>Das Gutshaus diente als Lazarett, und eines Sonntags fand darin eine Offizierstagung statt. In einer Pause sprach ein sowjetischer Offizier in einem sehr guten Deutsch Mitscherlich an, der auf dem Hof auf einer Bank sa\u00df. \u201eAber Herr Professor, wie kommen denn Sie hierher?\u201c, und als er die russische Ausgabe des Bodenkundebuches sah, die Mitscherlich in diesen Tagen zusammen mit seinem \u201eDokument\u201c stets bei sich f\u00fchrte, war er sich sicher, nach 14 Jahren seinen ehemaligen Hochschullehrer aus K\u00f6nigsberg wiedergetroffen zu haben. Der Offizier war Teilnehmer des 1931 stattgefundenen Seminars mit sowjetischen Studenten gewesen.<\/p>\n<p>Von nun an hatte Mitscherlich auch im Friesacker Raum vertrauensvolle Freunde unter den sowjetischen Offizieren, und er besuchte w\u00f6chentlich den Stadtkommandanten in Friesack. Der war sich bewu\u00dft, in dem international gesch\u00e4tzten deutschen Agrarwissenschaftler einen wichtigen Mitgestalter f\u00fcr ein in Freundschaft mit der Sowjetunion verbundenes besseres Deutschland bei sich zu haben. Damals erschien der Aufruf der KPD vom 11. Juni 1945 zur Frage, wie es weitergehen soll. Da als eine erste dringende Aufgabe die Sicherung der Ern\u00e4hrung zu l\u00f6sen war, bat er Mitscherlich zu bleiben und mitzuhelfen, schnell wieder an die Friedensertr\u00e4ge heranzukommen. Ein von der Sowjetischen Milit\u00e4radministration (SMA) verwaltetes Gut sollte die neue Wirkungsst\u00e4tte sein. Dazu bot sich das etwa 10 km von Friesack entfernt liegende Gut in Paulinenaue an, das damals als Versorgungsgut der Roten Armee diente.<\/p>\n<p>Am 27. Juli 1945, wenige Tage vor der Unterzeichnung des Potsdamer Abkommens, zog Mitscherlich mit seinem kleinen Treck nach Paulinenaue. Der Gutsverwalter im Range eines sowjetischen Leutnants vermittelte die Unterkunft f\u00fcr Mitscherlich im Haus des G\u00e4rtners Werner (gegen\u00fcber der heutigen Konsumgastst\u00e4tte) und f\u00fcr die ihn begleitenden Familien in Wohnhaus auf dem Gutshof (Haus Golczyk). Sie nahmen unmittelbar nach ihrer Ankunft in den verschiedensten Arbeitsbereichen des Gutsbetriebes ihre T\u00e4tigkeit auf. Aus Kutschlau kamen sp\u00e4ter noch die Familie Fritsch sowie die Heinzes. Otto Fritsch hatte in Kutschlau die Schmiede.<\/p>\n<p>Mitscherlich \u00fcbte eine Beratert\u00e4tigkeit bei den sowjetischen Genossen in der Gutsverwaltung aus und interessierte sich besonders f\u00fcr die Arbeiten in der G\u00e4rtnerei. Bald wurde man in h\u00f6heren Dienststellen auf ihn aufmerksam, und man holte Mitscherlich bereits Ende August 1945 nach Berlin. Seine ersten Aktivit\u00e4ten waren Landfunksendungen zu aktuellen Fragen der Steigerung der Pflanzenertr\u00e4ge. Auf diese Weise wurde sein reichhaltiger Wissens- und Erfahrungsschatz einem gr\u00f6\u00dferen Anwenderkreis nutzbar gemacht. Nach Wiederer\u00f6ffnung der Berliner Universit\u00e4t im Januar 1946 wurde er auf den Lehrstuhl f\u00fcr Kulturtechnik berufen und Institutsdirektor. 1947 w\u00e4hlte man ihn zum Pr\u00e4sidenten der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft<br \/>\n(DLG) in der damaligen sowjetischen Besatzungszone, die allerdings 1951 aufgel\u00f6st wurde und deren Aufgaben der im gleichen Jahr gegr\u00fcndeten \u201eAkademie der Landwirtschaftswissenschaften\u201c (AdL) \u00fcbertragen wurden. Damals war Mitscherlich schon wieder in Paulinenaue, und als Wilhelm Pieck anfragen lie\u00df, ob er die Funktion des Pr\u00e4sidenten der Landwirtschaftsakademie \u00fcbernehmen w\u00fcrde, soll der damals 76j\u00e4hrige alte Mitscherlich gesagt haben: \u201eAch daf\u00fcr bin ich nun doch wohl schon zu alt, la\u00dft das doch den Stubbe machen, der Junge ist auch ganz gut\u201c.<\/p>\n<p>So wurde Professor Dr. Dr. h.c. Hans Stubbe 1951 Pr\u00e4sident der AdL, deren Ehrenpr\u00e4sident er heute noch ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr seine Lehre und Forschung in Berlin, zudem in den damals in Dahlem, also im Westsektor, gelegenen landwirtschaftlichen Instituten der Berliner Universit\u00e4t sah Mitscherlich jedoch f\u00fcr sich keine Perspektive. Er wollte seine langj\u00e4hrigen Forschungsergebnisse in der Praxis verwirklicht sehen, und ihn bedr\u00fcckte auch die vom Westberliner Magistrat mit der Hilfe der westlichen Besatzungsm\u00e4chte betriebene Politik der Spaltung Berlins. Er unterbreitete deshalb der Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied er 1947 geworden war, den Vorschlag, ein neues Forschungsinstitut au\u00dferhalb Berlins direkt in einem gr\u00f6\u00dferen Landwirtschaftsbetrieb zu schaffen und dachte dabei an das Gut in Paulinenaue.<\/p>\n<p>Als Mitscherlich im April 1949 zu Besuch in Paulinenaue war und sich auf dem Hof umsah, traf er Otto Fritsch an der Schmiede. Mitscherlich erz\u00e4hlte ihm, da\u00df er sich um die R\u00fcckkehr nach Paulinenaue bem\u00fche. Er w\u00fcrde das Gut \u00fcbernehmen und zu einem Landwirtschaftsinstitut ausbauen. Es g\u00e4be zwar noch einige Fragen mit der Sowjetischen Milit\u00e4radministration zu kl\u00e4ren, aber er sei zuversichtlich.<\/p>\n<p>Der f\u00fcr die sowjetische Gutsverwaltung amtierende deutsche Wirtschaftsleiter Fritz Haarstrich hatte beide an der Schmiede beobachtet und auch erfahren, was Mitscherlich vorhabe. Daraufhin lie\u00df er noch am gleichen Abend Helmut Fritsch in seine Wohnung kommen. Helmut war damals Gespannf\u00fchrer auf dem Hof. Haarstrich erkannte sofort die Situation, sah in Helmut Fritsch einen Vertrauten zum zuk\u00fcnftigen neuen Chef und ernannte ihn zu seinem Stellvertreter. Als die Entscheidung am n\u00e4chsten Morgen bei der Arbeitseinteilung bekannt gegeben wurde, wu\u00dfte keiner so recht, um was es dabei ging. \u00dcberhaupt blieb alles bis zum letzten Tag ziemlich unbekannt.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag des 31. Mai 1949 wurde dann kurzfristig eine Belegschaftsversammlung vor der Freitreppe des Gutshauses angesetzt. Aus Potsdam war der Leiter der Sowjetischen Milit\u00e4radministration im Land Brandenburg Generalmajor Wassili Scharow gekommen. Er hielt eine kurze Ansprache, bedankte sich bei den Landarbeitern und gab das Versorgungsgut der Roten Armee an die deutsche Verwaltung zur\u00fcck. Das vollzog er per Handschlag an Luitpold Steidle, Stellvertretender Vorsitzender f\u00fcr Landwirtschaft bei der Deutschen Wirtschaftskommission. Steidle w\u00fcrdigte die politische Bedeutung dieses Ereignisses und gab das Gut in die Verwaltung der Akademie der Wissenschaften, ebenfalls per Handschlag an Professor Stroux, dem damaligen Pr\u00e4sidenten der AdW. Er berief dann Professor Mitscherlich zum Direktor des neuen Akademieinstitutes, das als \u201eInstitut zur Steigerung der Pflanzenertr\u00e4ge\u201c mit Wirkung vom 01.06.1949 die Arbeit aufnahm. Diese historische Handlung wurde f\u00fcr die Wochenschau gefilmt und m\u00fc\u00dfte als Zeitdokument noch erhalten sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730851\"><\/a>Das Institut unter Leitung von Professor Mitscherlich<\/h3>\n<p>Mit der Gr\u00fcndung des Instituts zur \u201eSteigerung der Pflanzenertr\u00e4ge\u201c am 1. Juni 1949 begann f\u00fcr Paulinenaue ein neuer Entwicklungsabschnitt, der den Ort \u00fcber die Grenzen der im gleichen Jahr gegr\u00fcndeten Deutschen Demokratischen Republik hinaus bekannt gemacht hat. Das Institut der Akademie der Wissenschaften sollte mithelfen, schnell wieder an die Friedenshektarertr\u00e4ge heranzukommen. Deshalb auch diese Namensgebung.<\/p>\n<p>Professor Dr. Dr. h.c. Eilhard Alfred Mitscherlich, damals schon 74 Jahre alt, sah als Institutsdirektor seine Aufgabe vor allem darin, die Ergebnisse seines langen Forscherlebens in der Praxis weiterzuentwickeln und umfassender produktionswirksam zu machen. Er bezog dazu von Anfang an den Landwirtschaftsbetrieb als Experimentierbasis mit ein.<\/p>\n<p>Das Gutshaus war in den ersten Jahren einzigstes Institutsgeb\u00e4ude. Au\u00dferdem wohnten dort noch Mitscherlich mit seiner Frau, die aus Berlin-Dahlem wieder nach Paulinenaue zur\u00fcckgekommen waren, und einige seiner Mitarbeiter. Die \u00fcbrigen R\u00e4ume des Gutshauses wurden als Arbeitsr\u00e4ume, Labore und Bibliothek eingerichtet. Major Wulkow, der letzte Kommandant des Paulinenauer Versorgungsgutes der Roten Armee, war bereits Anfang 1949 mit seiner Familie in die Sowjetunion zur\u00fcckgekehrt, und auch die noch verbliebene sowjetische Verwaltung hatte das Gutshaus frei gemacht f\u00fcr die neuen Aufgaben.<\/p>\n<p>Erst 1954 konnte in das heutige \u201eAlte Laborgeb\u00e4ude\u201c umgezogen werden. Von nun an hie\u00df das Gutshaus G\u00e4stehaus. Bereits 1950\/51 war die Gef\u00e4\u00dfstation aufgebaut worden. Mehr geh\u00f6rte, abgesehen vom Landwirtschaftsbetrieb, nicht zum Institut. \u201eWas ich habe, reicht mir\u201c, soll Mitscherlich gesagt haben, als man ihm anbot, in Paulinenaue eine gr\u00f6\u00dfere agrarwissenschaftliche Forschungsst\u00e4tte aufzubauen. Er war \u00fcberhaupt sehr sparsam und bescheiden. Seine engeren Mitarbeiter wissen dar\u00fcber manche Anekdote zu erz\u00e4hlen. So hielt er z.B. Plakate f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig. Er lie\u00df sie alle zerschneiden und verwendete die R\u00fcckseite als Schreibpapier.<\/p>\n<p>1950 besch\u00e4ftigte das Institut 4 Wissenschaftler und 14 wissenschaftlich-technische Mitarbeiter. Mit dem Aufbau einer Feldversuchsbrigade und der Inbetriebnahme der neuen Arbeitsr\u00e4ume und Labore stieg aber die Anzahl der Institutsangeh\u00f6rigen schnell an. Die Zahl der Wissenschaftler blieb jedoch mit insgesamt 7 begrenzt.<\/p>\n<p>Sehr beengt waren die Wohnverh\u00e4ltnisse, und die Erweiterung des Institutes konnte nur \u00fcber den Wohnungsneubau erreicht werden. So entstanden Anfang der 50er Jahre zun\u00e4chst drei und zwei Jahre sp\u00e4ter ein viertes Einfamilienhaus hinter dem Gutspark \u201eUnter den Eichen\u201c. In diese H\u00e4user zogen Mitscherlich und drei seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter (Atanasiu, Rinno und Burkhardt) mit ihren Familien. Ebenfalls zu dieser Zeit begann in der ehemaligen Obstplantage rechts hinter der Bahn der Wohnungsbau in der heutigen Philipp-M\u00fcller-Stra\u00dfe. Dort entstanden von 1951-54 sieben Einfamilien- und sechs Zweifamilienh\u00e4user sowie ein Reihenhaus mit sechs Wohnungen. Unmittelbar danach begann parallel dazu der Wohnungsbau im Gartenweg mit zun\u00e4chst zwei Zweifamilienh\u00e4usern. Diese H\u00e4user wurden vorwiegend f\u00fcr Instituts- bzw. Gutsarbeiter gebaut, die Landarbeiterh\u00e4user mit Stallungen f\u00fcr eine individuelle Viehhaltung.<\/p>\n<p>Die Forschungsarbeiten im damaligen Paulinenauer Institut konzentrierten sich vor allem auf Probleme der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit sowie der Pflanzenern\u00e4hrung und D\u00fcngung. Die noch am geringsten ausgesch\u00f6pfte Ertragssteigerung durch Stickstoffd\u00fcngung veranla\u00dfte Mitscherlich, sich in Paulinenaue besonders dem Stickstoffproblem zuzuwenden. Einbezogen wurden dabei auch die Leguminosen als Stickstoffsammler, insbesondere \u00fcber den Zwischenfruchtbau. Die Humusproblematik zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bearbeitete Walter v. d. Waydbrink, der 1952 vom Landwirtschaftsministerium aus Berlin nach Paulinenaue als wissenschaftlicher Mitarbeiter kam.<\/p>\n<p>Die Feldversuchsbrigade vergr\u00f6\u00dferte sich mit zunehmender Ausdehnung der Versuche auf etwa 20 Besch\u00e4ftigte, darunter mehrere Frauen aus Nachbard\u00f6rfern. Die Leitung hatte Heinrich Burkhardt, und Paul Exner sowie Josef Pietschmann waren die Brigadiere.<\/p>\n<p>Die Gef\u00e4\u00dfstation konnte 1951 in Betrieb genommen werden. Der gelernte G\u00e4rtner Willi Boeske \u00fcbernahm mit mehreren Mitarbeitern die verantwortungsvolle Betreuung der Gef\u00e4\u00dfversuche. 1954 kam Arno Schrader hinzu. Die gesamte Gef\u00e4\u00dfstation war damals mit dichtem Maschendraht \u00fcberspannt, um die V\u00f6gel von den Gef\u00e4\u00dfkulturen abzuhalten, und bei Regen wurden die Mitscherlichgef\u00e4\u00dfe in eine Glashalle gefahren. Gegossen wurde nur mit destilliertem Wasser, wovon an hei\u00dfen Tagen t\u00e4glich etwa 500-700 Liter ben\u00f6tigt wurden.<\/p>\n<p>Anbau- und D\u00fcngungsversuche auf den unterschiedlichen Sand-, Anmoor- und Moorb\u00f6den, Bodenuntersuchungen sowie vor allem Gef\u00e4\u00dfversuche zur Ermittlung der D\u00fcngerbed\u00fcrftigkeit der B\u00f6den und der N\u00e4hrstoffwirkung bestimmten folglich die Arbeiten des Institutes.<\/p>\n<p>Das damalige \u201eVersuchsgut\u201c umfa\u00dfte 340 ha Acker- und Gr\u00fcnland und etwa 90 ha Wald. Etwa ein Drittel der LN waren Wiesen und Weiden, und auf dem Ackerland dominierte der Anbau von Getreide und Kartoffeln. Im Luch wurden auch Hanf, Futterr\u00fcben und Kohl angebaut. Es gab zwei gr\u00f6\u00dfere Rhabarberfelder, und gegen\u00fcber dem Gutshof, wo heute die Neubauten und Kleing\u00e4rten sind, waren die Obstplantagen.<\/p>\n<p>\u00dcblich war es noch, da\u00df morgens zu Arbeitsbeginn die Glocke am Speicher l\u00e4utete. Dort fanden sich dann die Gutsarbeiter ein, und Helmut Fritsch ging als Wirtschaftsleiter daran, die Arbeiten des Tages einzuteilen. Die Feldarbeiten mu\u00dften durchweg mit Pferdegespannen erledigt werden. Damals gab es an Traktoren nur drei Lanz-Buldog. 1952 kam ein \u201ePionier\u201c hinzu, den Siegmund Selent \u00fcbernahm. Johann Weirauch, Arthur Rau und Robert Harke waren die Buldogfahrer, Herrmann Drescher fuhr den LKW.<\/p>\n<p>Die Viehwirtschaft bestand aus etwa 60 K\u00fchen, der entsprechenden Nachzucht an K\u00e4lbern und F\u00e4rsen sowie aus der Schweine- und Gefl\u00fcgelhaltung. Zur Erweiterung der Stallkapazit\u00e4t wurde ein Rinderoffenstall gebaut. Nicht viel weniger K\u00fche wurden individuell gehalten. Mitscherlich handhabte die Gew\u00e4hrung von individueller Viehhaltung und Deputat sehr gro\u00dfz\u00fcgig. Vertrauensperson f\u00fcr Speicher- und Deputatverwaltung war Edmund Gr\u00fcning.<\/p>\n<p>Die Landarbeiter hatten zumeist individuelle Hauswirtschaften. Im Sommer trieben sie ihre K\u00fche auf den Platz vor dem D\u00fcngerschuppen, von wo aus sie gemeinsam mit den Gutsk\u00fchen zur Weide \u00fcber die Kanalbr\u00fccke wanderten. Jeden Abend holten sie sich dann ihre Kuh wieder von D\u00fcngerschuppen ab.<\/p>\n<p>Nach bescheidenen Anf\u00e4ngen mit zun\u00e4chst 12-15 Kostg\u00e4ngern entwickelte sich ab 1951 auch das Werkk\u00fcchenessen. Jedoch waren daf\u00fcr im Vergleich zu heute nur primitive Bedingungen in der alten Gutsk\u00fcche vorhanden. Auf einem gro\u00dfen Kohleherd im Keller wurde das Mittagessen gekocht, das an einer langen Tafel gemeinsam im Kulturraum eingenommen wurde. Alma Hoffmann und K\u00e4the Vierjahn waren die ersten K\u00f6chinnen in der Werkk\u00fcche.<\/p>\n<p>1955 begann die praktische Ausbildung von Landwirtschaftsstudenten der Universit\u00e4t Berlin im Versuchsgut. Jeder Durchgang umfa\u00dfte etwa 20 Praktikanten, die im \u201eStudentenheim\u201c an der Br\u00e4dikower Stra\u00dfe ihr Domizil hatten. Einer der ersten Lehrausbilder war Fritz Berg, und von den heutigen Mitarbeitern geh\u00f6rten Hans Thimm und Ingrid Marx zu den damaligen Praktikanten.<\/p>\n<p>Am 28. August 1954 beging Mitscherlich seinen 80. Geburtstag in Paulinenaue. Die Glashalle in der Gef\u00e4\u00dfstation wurde dazu f\u00fcr eine Festsitzung hergerichtet. Die Gl\u00fcckw\u00fcnsche der Regierung \u00fcberbrachte der Stellvertreter des Ministerpr\u00e4sidenten und Minister f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft Paul Scholz. Mitscherlich hat nach 1945 viele Ehrungen und Auszeichnungen erfahren. Als am 25. August 1949, anl\u00e4\u00dflich der Festveranstaltung zum 200. Geburtstag Goethes in Weimar, erstmals der Nationalpreis verliehen wurde, geh\u00f6rte Mitscherlich zu den f\u00fcnf Erstausgezeichneten mit dem Nationalpreis 1. Klasse f\u00fcr Wissenschaft und Technik. Zu seinem 80. Geburtstag erhielt er in Anerkennung seiner Leistungen auf dem Gebiet der Bodenkunde und Pflanzenern\u00e4hrung den Vaterl\u00e4ndischen Verdienstorden in Gold, wiederum als erster Agrarwissenschaftler.<\/p>\n<p>Als er am 3. Februar 1956 in Paulinenaue verstarb, hinterlie\u00df er ein Lebenswerk aus mehr als 50 Jahren agrarwissenschaftlicher Forschung und Lehre. Da\u00df er sich trotz seines hohen Alters unmittelbar nach Kriegsende so engagiert nochmals in den Dienst der Sicherung der Ern\u00e4hrung stellte und damit eine gro\u00dfe Not \u00fcberwinden half, ehrt ihn besonders. Gro\u00df war deshalb auch die Anteilnahme am Begr\u00e4bnis auf dem Paulinenauer Friedhof.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730852\"><\/a>Das Institut unter Leitung von Professor Petersen<\/h3>\n<p>Am 1. Juli 1957 wurde das Paulinenauer Institut von der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften (AdL) \u00fcbernommen und Professor Dr. Dr. h.c. Asmus Petersen zum neuen Direktor berufen. Die in Institut f\u00fcr Gr\u00fcnland- und Moorforschung umbenannte Forschungsst\u00e4tte erhielt als Aufgabenstellung die Durchsetzung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts f\u00fcr die Steigerung der Futter- und Tierproduktion vom Gr\u00fcnland. Ein solches Institut gab es bisher nicht, obwohl das Gr\u00fcnland in der DDR \u00fcber 20 Prozent der LN einnimmt. Mit seiner Lage im ausgedehnten Gr\u00fcnlandgebiet des Havell\u00e4ndischen Luchs hat Paulinenaue f\u00fcr diese neue Forschungsrichtung denkbar g\u00fcnstige Voraussetzungen, auch mit der Kombination von Gr\u00fcnland- und Moorforschung. Das Institut gliederte sich in die Abteilungen<\/p>\n<ul>\n<li>Landwirtschaftsbetrieb<\/li>\n<li>Gr\u00fcnlandforschung<\/li>\n<li>Moorforschung<\/li>\n<li>Chemie mit Zentrallabor und Gef\u00e4\u00dfstation<\/li>\n<li>\u00d6konomik<\/li>\n<li>Biologie und Standortkunde und die<\/li>\n<li>Arbeitsgruppe Mechanisation<\/li>\n<\/ul>\n<p>Asmus Petersen war vor seiner Berufung nach Paulinenaue Professor an der Universit\u00e4t Rostock. Dort leitete er das Institut f\u00fcr Landwirtschaftliche Betriebslehre sowie das Th\u00fcnen-Archiv und vertrat das Fachgebiet Futterbau in Lehre und Forschung. Seine Vorlesungen zur Gr\u00fcnlandwirtschaft konnte er von Paulinenaue aus an der Humboldt-Universit\u00e4t in Berlin fortsetzen. Die Nachfolge Mitscherlichs in Paulinenaue \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen, betrachtete er als eine ehrenvolle Aufgabe. Mit ihm und Hans Stubbe war Asmus Petersen als dritter Agrarwissenschaftler ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften, und sie waren auch Mitbegr\u00fcnder der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften. Um der Verehrung Mitscherlichs gegen\u00fcber Ausdruck zu verleihen, brachte er sich eines Tages f\u00fcr sein Dienstzimmer die in Bronze gegossene B\u00fcste Mitscherlichs aus der Akademie mit. Diese Episode verdient festgehalten zu werden.<br \/>\nPetersen hatte f\u00fcr seinen Dienstwagen eine Durchfahrtgenehmigung durch Westberlin. Auf der R\u00fcckfahrt fragte der Westberliner Grenzbeamte, ob er zollpflichtige Ware mit sich f\u00fchre. Josef Dembski, Petersens Fahrer, antwortete wie \u00fcblich mit Nein. \u201eDann \u00f6ffnen Sie mal den Kofferraum\u201c sagte der Z\u00f6llner. Mi\u00dftrauisch geworden und auch aus etwas Angst, wegen Buntmetallschmuggel belangt zu werden, stieg Petersen aus, zeigte dem Z\u00f6llner die B\u00fcste und redete auf ihn ein, da\u00df sie Professor Mitscherlich darstelle und welch&#8216; ein gro\u00dfer Wissenschaftler dieser gewesen sei, bis ihn der Z\u00f6llner unterbrach: \u201eNu red&#8216; nich solange drumherum, hau blo\u00df ab mit deinem Lenin und werd&#8216; selig damit.\u201c So hatte Petersen seine Mitscherlichb\u00fcste und eine gute Empfehlung dazu.<\/p>\n<p>Mit Petersen kamen mehrere seiner Assistenten und Sch\u00fcler aus Rostock nach Paulinenaue. Zu ihnen geh\u00f6rte Helmut Th\u00f6ns, der zu Petersens Zeit Leiter des Landwirtschaftsbetriebes war. Petersen bezog noch mehr als Mitscherlich den Landwirtschaftsbetrieb in die Forschung mit ein und betrachtete ihn deshalb als eine Abteilung des Institutes. Dazu aber sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Verwaltungsleiter und Hauptbuchhalter in einer Person war Albert Sch\u00e4fer. 1959 kam Erich Globig als Kaderleiter hinzu. Beide sind verdiente Parteiveteranen. Albert Sch\u00e4fer leitete von 1946-48 im Kreis Kyritz die Durchf\u00fchrung der Bodenreform, die dort von Wilhelm Pieck verk\u00fcndet worden war. Von 1949-53 war er Mitarbeiter im Zentralkomitee der SED, davon 3 Jahre als Leiter der Abt. Landwirtschaft. Danach \u00fcbte er verantwortliche Funktionen in der Landwirtschaft des Bezirkes Rostock aus, bis er 1957 mit Petersen nach Paulinenaue kam.<\/p>\n<p>Erich Globig ist bereits seit 1919 Mitglied der KPD und war Teilnehmer am Gr\u00fcndungsparteitag. 1933 wurde er von den Nazis inhaftiert und war H\u00e4ftling im KZ Sonnenburg. 1934 konnte er in die Sowjetunion emigrieren und war Absolvent der Internationalen Leninschule. Nach seiner R\u00fcckkehr aus der Emigration \u00fcbernahm er politische Funktionen in der Landesleitung der SED f\u00fcr das Land Brandenburg in Potsdam und ab 1953 im Kreis Nauen.<\/p>\n<p>Die <strong>Abteilung Gr\u00fcnlandforschung <\/strong>wurde von Wolfgang Kreil geleitet, der von der Berliner Universit\u00e4t nach Paulinenaue kam. Ihm zur Seite standen die wissenschaftichen Mitarbeiter Herbert Kaltofen, Georg Weiland und G\u00fcnther Wacker, der in den Jahren bis 1963 Sekret\u00e4r der SED-Grundorganisation war und 1960 Mitglied der SED-Bezirksleitung Potsdam wurde. Herbert Kaltofen geh\u00f6rte zu den Wissenschaftlern, die von Petersen mit in das neue Institut \u00fcbernommen wurden. Die Gr\u00fcnl\u00e4nder hatten ihren Sitz in einem schnell mit institutseigenen Handwerkern umgebauten ehemaligen H\u00fchnerstall, und die Gr\u00fcnlandbrigade unter Paul Exner richtete sich auf der noch heute hinter dem Kanal bestehenden Moorversuchsfl\u00e4che ein. Den Hauptteil des Versuchsprogramms nahmen D\u00fcngungsversuche sowie Forschungen zur Weidewirtschaft und Heuproduktion ein. Originell waren die \u201eRucksackbullen\u201c zum Abweiden der Stickstoffsteigerungsversuche. Quecken und Ampfer (Rumex) wurden als Intensivierungsunkr\u00e4uter interessant, und damals entstanden auch die ersten Au\u00dfenstellen f\u00fcr Gr\u00fcnlandwirtschaft im Erzgebirge und in Mecklenburg.<\/p>\n<p>Leiter der <strong>Abteilung Moorforschung<\/strong> war Eberhard Wojahn, der aus dem damaligen Institut f\u00fcr Acker- und Pflanzenbau M\u00fcncheberg kam. Er hatte dort die Moorabteilung mit den Versuchsstationen Rotes Luch, Rhinluch, Friedl\u00e4nder Gro\u00dfe Wiese, Lewitz und Spreewald aufgebaut, die 1957 dem Paulinenauer Institut angegliedert wurden. Schwerpunkte ihrer Forschungsarbeiten waren bodenverbessernde Ma\u00dfnahmen, wie die Sanddeckkultur, sowie Versuche zur Acker-Gr\u00fcnland-Wechselnutzung. Die \u201eMooren\u201c lernte man am besten w\u00e4hrend der 14t\u00e4gigen Institutskolloquien im Februar kennen. Dann mu\u00dften alle wissenschaftlichen und wissenschaftlich-technischen Mitarbeiter in Paulinenaue sein. Kritisch abgerechnet und gewertet wurden die erreichten Forschungsergebnisse des vergangenen Jahres. Nach den oft hei\u00dfen Debatten traf man sich abends in der Bahnhofsgastst\u00e4tte zu einer Auswertung und zum Mutmachen f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag. Nach dem Weggang von Eberhard Wojahn \u00fcbernahm Walter v. d. Waydbrink die Moorabteilung.<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Teil des Laborgeb\u00e4udes, das damals Institutsgeb\u00e4ude war, nahm die <strong>Abteilung Chemie<\/strong> ein. Sie wurde von Eberhard Hey geleitet. Sp\u00e4ter kamen Otto und Brigitte Knabe hinzu. Otto Knabe erforschte die Grenzwerte f\u00fcr Mikron\u00e4hrstoffe auf Niedermoor, und Brigitte leitete das Zentrallabor. Arno Schrader und Willi Boeske waren weiterhin die leitenden Mitarbeiter in der Gef\u00e4\u00dfstation. Die Gef\u00e4\u00dfversuche wurden auf die Belange der Gr\u00e4serforschung umprofiliert, und zus\u00e4tzlich betrieben sie einen Gr\u00e4sergarten. In der Glashalle an der Gef\u00e4\u00dfstation fanden \u00fcbrigens auch die Feierstunden zum 1. Mai statt. Von dort ging es dann geschlossen direkt zur Maidemonstration durchs Dorf.<\/p>\n<p>Ganz oben im Laborgeb\u00e4ude kultivierte, wie schon zu Mitscherlichs Zeiten, unter einem Glasdach Max Wallow die Alge P (P f\u00fcr Paulinenaue), und nicht nur er glaubte, auf diese Weise eine Labormethode zur Futterproduktion finden zu k\u00f6nnen. In den R\u00e4umen daneben war die Bibliothek, die von Inge Drasch\u00e9, der ehemaligen Chefsekret\u00e4rin von Mitscherlich, geleitet wurde, und unten in den Kellerr\u00e4umen hatte Georg Drasch\u00e9 sein Fotolabor.<\/p>\n<p>Mit der <strong>\u00d6konomik<\/strong> befa\u00dften sich Fritz Berg, Herbert R\u00fccker und Hans Bennewiz. Fritz Berg, bereits 1955 nach Paulinenaue gekommen, kannte sich gut aus, fand bald Vertrauen bei Asmus Petersen und wurde sein pers\u00f6nlicher Referent. Da Petersen meist zu Hause arbeitete, war Fritz Berg erster Anlaufpunkt im Institut. Zusammen mit der Chefsekret\u00e4rin Resi Kunkel wurden Post und andere Dienstangelegenheiten so aufbereitet, da\u00df der t\u00e4gliche Rapport beim Direktor nicht unn\u00f6tig lange dauern mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Asmus Petersen dr\u00e4ngte es immer nach drau\u00dfen, in den Landwirtschaftsbetrieb oder in die n\u00e4here Umgebung des Havellandes. Er kaufte sich 1958 einen Moskwitsch, mit dem ihn Fritz Berg zunehmend h\u00e4ufiger \u201erumfahren\u201c mu\u00dfte. Sie durchstreiften das Havelland von der Havelquelle in Ankershagen bei Waren bis zur M\u00fcndung in die Elbe bei Quitz\u00f6bel und legten im Ergebnis ihrer Studien eine Arbeit zur Neuordnung des Gr\u00fcnlandes im Havell\u00e4ndischen Luch vor.<\/p>\n<p>Die <strong>Abteilung Biologie und Standortkunde<\/strong> ging aus den Studien an Gr\u00fcnlandpflanzenbest\u00e4nden und der Wurzelforschung von Edith und Martin Wetzel hervor. Helmut H\u00e4nsel pr\u00e4parierte mit Nadelbrett und Nadelkasten die besten Wurzelbilder von Gr\u00e4sern unterschiedlicher Gr\u00fcnlandstandorte. 1960 \u00fcbernahm Wilhelm Lampeter, von der Universit\u00e4t Leipzig gekommen, die Leitung der Abteilung. Harry Walkowiak und Gustav Kunkel richteten weit drau\u00dfen im Luch, auf dem \u201eRundsiloschlag\u201c, ein Versuchsfeld zur Pr\u00fcfung von Futtergr\u00e4sern und Herbiziden ein. Diese Arbeiten wurden ab 1962 unter Leitung von G\u00fcnther Wacker weitergef\u00fchrt. Die Standortkunde \u00fcbernahm Anton Scholz, der als Meliorationsfachmann 1960 aus Rostock nach Paulinenaue kam. Er widmete sich den Fragen der Ent- und Bew\u00e4sserung.<\/p>\n<p>Die <strong>Arbeitsgruppe Mechanisation<\/strong> vertraten Horst M\u00f6ller und Helmut Fritsch. Ihre erste gr\u00f6\u00dfere Amtshandlung war die Vorf\u00fchrung und Pr\u00fcfung von Maschinen und Ger\u00e4ten f\u00fcr die Gr\u00fcnlandpflege. Durchgesetzt hat sich nicht der auf Traktorenzug umgebaute Uhlig&#8217;sche Wiesenhobel oder M\u00f6llers Breitverteiler, sondern das einfachste Ger\u00e4t, eine vorn gezahnte Eisenreifenschleppe. Schon damals galt aber der Verbesserung von Futtererntemaschinen die besondere Aufmerksamkeit. Der Bezirk baute die ersten Schlegelernter nach, und die Pick-up-Presse verdr\u00e4ngte den \u201eSchubstangenlader\u201c. In dieser Zeit entstand das neue Werkstattgeb\u00e4ude f\u00fcr Institut und LVG. Zuvor war das heutige kleine Laborgeb\u00e4ude Instituts- Werkstatt f\u00fcr den wissenschaftlichen Ger\u00e4tebau. Soweit eine kurze Vorstellung der Institutskollektive mit ihren leitenden Mitarbeitern.<\/p>\n<p>Das Herzst\u00fcck des Institutes war jedoch der Landwirtschaftsbetrieb. Als Lehr- und Versuchsgut (LVG) war es selbst Forschungsobjekt und hatte die Aufgabe, die in der Forschung gewonnenen Erkenntnisse gro\u00dffl\u00e4chig anzuwenden und zu demonstrieren. Das LVG hatte eine LN von 330 ha, davon 218 ha Ackerland und 112 ha Gr\u00fcnland. 40 % der LN waren Niedermoor und 60 % Talsand- und Anmoorb\u00f6den. In nur wenigen Jahren entwickelte sich ein auf die Futter\u00adpro\u00adduktion und Milchviehhaltung spezialisierter leistungsstarker Beispielsbetrieb mit einer Milchleistung je Kuh von 5150 kg und einer Marktproduktion von \u00fcber 2500 kg je ha LN, was einer Steigerung um das 5fache gegen\u00fcber 1957 entsprach. Mit diesen Leistungen wurde die Basis f\u00fcr die Entwicklung des Rinderzuchtzentrums im Paulinenauer Territorium geschaffen. Der \u201ePieschel-Stall\u201c und der \u201eJennrich-Stall\u201c wetteiferten im Leistungsvergleich um h\u00f6chste Milchleistungen. Sie wurden dabei tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt von Georg Weiland und dem Zootechniker des LVG Reinhold Trenkel.<\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr diese Leistungssteigerung bildete die Intensivierung der Futterwirtschaft. Zun\u00e4chst ging es um die bessere Regulierung des Grundwassers. Eingerichtet wurde ein Netz von Grundwasserstandsme\u00dfrohren, und besonderer Wert wurde auf die Funktionst\u00fcchtigkeit des Sch\u00f6pfwerkes und des Nadelstaus an der Kanalbr\u00fccke f\u00fcr eine zweiseitige Wasserregulierung mit Einstaubew\u00e4sserung gelegt. Aus diesen und anderen Studien heraus erarbeitete Petersen mit einem Kollektiv seiner Mitarbeiter die Grunds\u00e4tze f\u00fcr eine Meliorationsgrundlagenerhebung.<\/p>\n<p>Auf dem Gr\u00fcnland wurde zum Saatgrasbau und zur Acker-Gr\u00fcnland-Wechselnutzung \u00fcbergegangen. Damit wurde der Zuchtfortschritt genutzt. Entwickelt wurde eine verbesserte Technologie des Gr\u00fcnlandumbruchs, und der Ansaat mit leistungsst\u00e4rkeren Saatmischungen. Bearbeitet wurden auch Probleme des Ackerfutterbaus, wie insbesondere zum Zwischenfruchtbau f\u00fcr die Verl\u00e4ngerung der Gr\u00fcnfutterperiode. Ein maximaler Frischfuttereinsatz war schon damals aktuell.<\/p>\n<p>In enger Gemeinschaftsarbeit aller Abteilungen des Institutes und unter Einbeziehung angrenzender Fachgebiete wurde das noch heute im Grundprinzip g\u00fcltige und angewendete System der Weidekombinate erarbeitet. Der \u201eFuchsberg\u201c war f\u00fcr zwei gr\u00f6\u00dfere Weidenutzungseinheiten Standort f\u00fcr die erste Weidezentrale in Paulinenaue. Alles wurde bis ins Detail diskutiert und durchgeprobt. Die Forschung zur Entwicklung einer intensiven Weidewirtschaft f\u00fcr die neuen sozialistischen Gro\u00dfbetriebe ist ein typisches Beispiel daf\u00fcr, wie Petersen es verstand, ein ganzes Institut und dar\u00fcber hinaus alle in der von ihm geleiteten Forschungsgemeinschaft Gr\u00fcnland mitarbeitenden Fachkr\u00e4fte auf einen Schwerpunkt zu konzentrieren und in kurzer Zeit mit hohem volkswirtschaftlichen Nutzen zu l\u00f6sen. 1965 erhielt daf\u00fcr, nach einer breiten Einf\u00fchrung in die Produktion, ein Kollektiv des Paulinenauer Instituts mit Fritz Berg, Wolfgang Kreil, Helmut Th\u00f6ns, G\u00fcnther Wacker, Georg Weiland und Eberhard Wojahn den Nationalpreis II. Klasse.<\/p>\n<p>Die Aufgaben des Institutes sah Asmus Petersen also weitgefa\u00dft \u201evom Flie\u00dfen des Wassers bis zum Flie\u00dfen der Milch\u201c, wie er es formulierte, und durchgesetzt hat er von Anfang an den Grundsatz \u201eForschen mit der Praxis, in der Praxis und f\u00fcr die Praxis\u201c. Das fand besonders darin seinen Ausdruck, da\u00df Asmus Petersen den Landwirtschaftsbetrieb des Institutes als sein wichtigstes Forschungsobjekt betrachtete, sich regelm\u00e4\u00dfig mit erfahrenen Praktikern beriet und in vielf\u00e4ltiger Weise die Ergebnisse der Forschung unmittelbar produktionswirksam gemacht wurden. Engen Kontakt hielt er zu den Partei- und Staatsorganen. H\u00e4ufig besuchte der damalige I. Sekret\u00e4r der SED-Bezirksleitung Potsdam Kurt Seibt Paulinenaue. Dann verweilte man nicht im Institut, sondern durchstreifte die Feldmark und beriet an den Demonstrationsobjekten des Lehr- und Versuchsgutes die Aufgaben zur Steigerung der Futter- und Milchproduktion in den umfangreichen Moorgebieten des Bezirkes Potsdam. Damals entstand das Jugendobjekt \u201eMilchader Berlins\u201c im Havel- und Rhinluch. Stellvertretend f\u00fcr viele Praktiker sei Rudolf Drescher, der damalige LPG-Vorsitzende aus Dreetz, genannt, aus dessen Verbindung sich eine bis heute andauernde enge Zusammenarbeit mit der Kooperation Dreetz entwickelt hat.<\/p>\n<p>An jedem Sonnabend fand nachmittags mit Petersen eine Rundfahrt durch das Lehr- und Versuchsgut statt. Der LVG-Direktor Helmut Th\u00f6ns spannte dazu die Pferdekutsche an, und es war jedem freigestellt mitzufahren. Die Pl\u00e4tze waren immer besetzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine umfassende \u00dcberleitung der Forschungsergebnisse in die Produktion wurden solche effektiven Formen entwickelt, wie<\/p>\n<ul>\n<li>die Durchf\u00fchrung regelm\u00e4\u00dfiger Gr\u00fcnlandtagungen mit der Herausgabe von Flugbl\u00e4ttern vor Beginn wichtiger Arbeitsabschnitte in der Gr\u00fcnlandwirtschaft.<br \/>\nPetersen legte Wert darauf, da\u00df die \u201eRatschl\u00e4ge f\u00fcr die Praxis\u201c in exakt 10 Punkten kurz und pr\u00e4zise formuliert wurden, damit sie gelesen werden.<\/li>\n<li>die Organisierung von Weidewettbewerben mit Hilfe des Paulinenauer Schl\u00fcssels zur Weidepr\u00e4mierung,<\/li>\n<li>die Durchf\u00fchrung von Heu- und Silageschauen auf Kreisebene, wozu ein neuer Schl\u00fcssel zur Bestimmung der Heug\u00fcte erarbeitet wurde<\/li>\n<li>und nicht zuletzt die Nutzung des Lehr- und Versuchsgutes als Konsultationsst\u00fctzpunkt und Demonstrationsobjekt f\u00fcr eine hohe Futter- und Tierproduktion.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcberhand nahmen zeitweise die Besuchergruppen. In der Hochsaison Mai\/Juni verging kaum ein Tag ohne Besichtigung. Kennzeichnend f\u00fcr einen Vergleich zu den heutigen knapp einst\u00fcndigen Institutsbesichtigungen ist die Frage, die Harry Walkowiak immer zu Beginn einer Exkursion an die Besuchergruppe stellte: \u201eWollt ihr die gro\u00dfe Tour oder die kleine? Die gro\u00dfe bezieht den Wald mit ein, dauert aber etwa 7 Stunden\u201c. Damit machte er sich den Nachmittag frei f\u00fcr seine Forschungsarbeiten. Aber die Frage war gar nicht so abwegig, denn die Exkursionen wurden bis ins Luch zu Fu\u00df durchgef\u00fchrt, und auch der Wald des LVG war in die Versuche mit einbezogen, wie zur Unterdr\u00fcckung des Sandrohrs durch Tiefkultur bei Neuaufforstungen.<\/p>\n<p>Einher mit der Entwicklung des Institutes ging auch der Wohnungsbau. Im Gartenweg entstand das Mehrfamilienhaus, am Lindenweg der 8 WE-Wohnblock, vorrangig f\u00fcr das LVG, und modernisiert wurden die Wohnungen am \u201eKr\u00e4henwinkel\u201c. Im Institut wurde mit der Fertigstellung des Forschungspavillons Platz f\u00fcr die Abteilungen \u00d6konomik und Biologie geschaffen, und mit dem neuen Mechanisationsgeb\u00e4ude im LVG entstand eine wichtige Basis f\u00fcr die zunehmende Mechanisierung in der Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Vieles von dem, was unter Asmus Petersen begonnen wurde, konnte erst sp\u00e4ter vollendet werden. Dazu geh\u00f6ren auch seine Fachb\u00fccher. Trotz der vielf\u00e4ltigen Aufgaben fand er in Paulinenaue die Zeit und innere Ruhe, zusammen mit seiner Frau Waltraut Petersen das Gr\u00e4serbuch, das Kleebuch und das Sauergrasbuch zu \u00fcberarbeiten. Dankenswerter Weise hat Waltraut Petersen die Vollendung und Herausgabe dieser vielgefragten B\u00fccher \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Mitten aus seiner Arbeit heraus erlag er in den ersten Morgenstunden des 6. Januar 1962 einem Herzversagen. Er konnte nur viereinhalb Jahre in Paulinenaue t\u00e4tig sein, aber was er in dieser kurzen Zeit geschaffen und vorgedacht hat, wirkt auf vielf\u00e4ltige Weise bis heute nach. Auf dem Friedhof in Paulinenaue hat er, ebenso wie Eilhard A. Mitscherlich, seine letzte Ruhest\u00e4tte gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730853\"><\/a>Die Entwicklung zum Institut f\u00fcr Futterproduktion<\/h3>\n<p>Im Jahre 1962 \u00fcbernahm Professor Dr. Eberhard Wojahn die Nachfolge als Institutsdirektor. Er leitete das Institut zun\u00e4chst bis 1968 und dann wieder ab 1978. W\u00e4hrend seiner T\u00e4tigkeit als Vizepr\u00e4sident der AdL in Berlin nahmen Professor Dr. Wolfgang Kreil 1968-71, Professor Dr. Helmut Th\u00f6ns 1972-74 und w\u00e4hrend dessen T\u00e4tigkeit als Generalsekret\u00e4r des XIII. Internationalen Graslandkongresses Professor Dr. G\u00fcnther Wacker von 1975-77 die Aufgaben als Institutsdirektor wahr. Bei der Leitung des Institutes arbeitet der Direktor eng mit der Betriebsparteiorganisation der SED und der Betriebsgewerkschaftsleitung zusammen. Ihren Anteil an der Entwicklung des Institutes haben somit auch Dr. Gerhard Weise als Parteisekret\u00e4r und Dr. Hans Thimm als BGL-Vorsitzender, die seit nunmehr 15 Jahren diese ehrenamtliche Funktion aus\u00fcben. Bereits \u00fcber ein Vierteljahrhundert leitet Resi Kunkel mit Umsicht das B\u00fcro des Direktors.<\/p>\n<p>In der Forschung ging es in den ersten Jahren vor allem darum, die unter Asmus Petersen begonnenen Arbeiten erfolgreich weiterzuf\u00fchren. Ab Ende der sechziger Jahre erfuhr dann das Institut eine entscheidende Erweiterung in der Aufgabenstellung und Forschungskapazit\u00e4t. 1967 kam der Ackerfutterbau als neues Forschungsgebiet hinzu, und stark erweitert wurden die technologischen Forschungen zur Futterernte und Futterkonservierung. 1972 wurden au\u00dferdem Aufgaben der Futtergr\u00e4serz\u00fcchtung \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Das Institut entwickelte sich zur zentralen Forschungseinrichtung der Republik f\u00fcr den Gesamtzweig Futterproduktion und wurde 1972 in \u201eInstitut f\u00fcr Futterproduktion\u201c umbenannt. Damit tr\u00e4gt das Paulinenauer Institut eine hohe Verantwortung, denn immerhin sind in der DDR 35 % der LN Hauptfutterfl\u00e4chen, die ausschlie\u00dflich der Produktion von Futter dienen, und insgesamt werden 65 % aller von der LN erzeugten Pflanzenprodukte als Futtermittel f\u00fcr die Tierproduktion eingesetzt.<\/p>\n<p>Die personelle Forschungskapazit\u00e4t des Institutes an Hochschulabsolventen entwickelte sich von 20 im Jahre 1962 auf 45 1968 und 90 1984. Die Gesamtzahl der Mitarbeiter (ohne LVG) stieg von 85 im Jahre 1962 auf 320 im Jahre 1984. Im Gefolge der gewachsenen Anforderungen erfolgte ab 1968 die Umstellung auf die Bereichsstruktur.<\/p>\n<p>Der <strong>Bereich Z\u00fcchtungsforschung<\/strong> entwickelte sich unter Leitung von Prof. Dr. G. Wacker aus der ehemaligen Abteilung Biologie. Die Arbeiten zur Etablierung Standort- und nutzungsgerechter Graslandpflanzenbest\u00e4nde hatten 1968 einen ersten Abschlu\u00df gefunden. Sie leiteten mit dem Anbau gestaffelt nutzungsreif werdender Saatgraslandbest\u00e4nde neue Wege zur Leistungssteigerung in der Graslandwirtschaft ein. Der Saatgrasbau trat mehr und mehr an die Stelle des Dauergr\u00fcnlandes, womit auch der Futtergr\u00e4serz\u00fcchtung neue Impulse gegeben wurden.<\/p>\n<p>Auf dem Gebiet der Unkrautbek\u00e4mpfung kamen im Ergebnis der mit dem Synthesewerk Schwarzheide durchgef\u00fchrten Pr\u00fcfungen die f\u00fcr das Grasland wirk\u00adsameren Herbizide auf Propions\u00e4urebasis zur Zulassung, und mit dem Abschlu\u00df der Forschungen zur chemischen Grabenentkrautung wurde ein wichtiger Beitrag zur Instandhaltung wasserwirtschaftlicher Anlagen geleistet.<\/p>\n<p>Neu begonnen wurden daraufhin Grundlagenforschungen zur Ertrags- und Qualit\u00e4tsbildung bei Futtergr\u00e4sern sowie Aufgaben der Z\u00fcchtungsforschung. 1966 begann die Mitarbeit in der Z\u00fcchtergemeinschaft Futtergr\u00e4ser. Die zunehmende Bedeutung der Z\u00fcchtung als Intensivierungsfaktor und der Beschlu\u00df des Pr\u00e4sidiums der AdL zur Verlagerung der Gr\u00e4serz\u00fcchtung aus G\u00fclzow f\u00fchrten zu der Entscheidung, direkte Z\u00fcchtungsaufgaben in Paulinenaue zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Das Kollektiv der Abt. Ertragsbiologie entwickelte unter Leitung von Dr. J. B\u00fchring neue Selektionsmethoden und Verfahren der Generationsbeschleunigung f\u00fcr die Z\u00fcchtung von Futtergr\u00e4sern. Sie kommen auch in Paulinenaue zur Anwendung und verk\u00fcrzen die Zuchtdauer. Mit dem Bau des Klimahauses und der neuen Gew\u00e4chsh\u00e4user wurden dazu die Voraussetzungen geschaffen.<\/p>\n<p>In der neu gebildeten Abt. Z\u00fcchtung begannen 1972 durch Dr. K. Netzband erste Kreuzungen von Schwingelgr\u00e4sern mit Weidelgras zur Z\u00fcchtung neuartiger Bastardfuttergr\u00e4ser. Da es solche Gr\u00e4ser in der Natur nicht gibt, wurden neue Namen wie \u201eWiesenschweidel\u201c und \u201eRohrschweidel\u201c erfunden. Der Wiesenschweidel, eine Kreuzung von Wiesenschwingel mit Welschem Weidelgras, wird bereits mit Erfolg in der Praxis angebaut. Eine Steigerung der Graslandertr\u00e4ge auf den unsicheren Moorstandorten wird vor allem von den Paulinenauer Neuz\u00fcchtungen des Rohrschwingels und vom Rohrschweidel (Rohrschwingel x Weidelgras) erwartet. F\u00fcr die neuartigen Futtergr\u00e4ser wurden zugleich Anbauempfehlungen erarbeitet.<\/p>\n<p>Im <strong>Bereich Futterbau<\/strong> ist seit 1968 die vorwiegend pflanzenbaulich orientierte Forschung zusammengefa\u00dft. Einbezogen sind auch die Au\u00dfenstellen in Th\u00fcringen und im Erzgebirge. In Paulinenaue wurde f\u00fcr die beiden Abteilungen Gr\u00fcnland und Ackerfutter eine gemeinsame Feldversuchsabteilung gebildet. Bereichsleiter ist Prof. Dr. W. Kreil, und zu seinen leitenden Mitarbeitern geh\u00f6ren Prof. Dr. H. Simon, Dr. G. Watzke, Dr. R. Schuppenies, Dr. A. Scholz sowie Dr. W. v. d. Waydbrink bis zu seiner Pensionierung 1983. Im Ergebnis ihrer Forschungsarbeiten wurden vornehmlich Empfehlungen, Richtwerte und Normative f\u00fcr die Produktion von Futter auf den wichtigsten Graslandstandorten der DDR, sowie im Ackerfutterbau erarbeitet. Weiterentwickelt wurden dabei insbesondere Verfahren der Graslandansaat sowie des Silomais- und Zwischenfruchtanbaus. Die langj\u00e4hrigen D\u00fcngungsversuche brachten Ergebnisse zur optimalen Stickstoffd\u00fcngung des Graslandes in Abh\u00e4ngigkeit von den Standortbedingungen.<\/p>\n<p>Selbst konzipiert und mit betriebseigenen Handwerkern aufgebaut wurde Mitte der 60er Jahre eine Lysimeterstation. Sie erm\u00f6glicht Untersuchungen zum Wasserbedarf der wichtigsten Futterpflanzen. 1972 wurde die von Dr. Anton Scholz geleitete Abt. Moormelioration dem Bereich Futterbau zugeordnet. Die urspr\u00fcnglich in der Abt. Moorforschung zusammengefa\u00dften Moorversuchsstationen waren bereits Mitte der 60er Jahre nach und nach abgegeben worden, nachdem die wichtigsten Arbeiten, vornehmlich zur Moorsanddeckkultur, im wesentlichen abgeschlossen waren. Eine neue Moorversuchsstation ist jedoch Ende der 70er Jahre wieder in der Friedl\u00e4nder Gro\u00dfen Wiese, in Heinrichswalde, aufgebaut worden. Auf dem Gebiet der Moormelioration wurden neue Dr\u00e4nverfahren f\u00fcr Niedermoorstandorte, wie in neuerer Zeit die Maulwurffr\u00e4sdr\u00e4nung, entwickelt.<\/p>\n<p>Bis 1978 geh\u00f6rte auch eine Arbeitsgruppe Rinderhaltung zum Bereich Futterbau. Dr. Georg Weiland und seine Mitarbeiter arbeiteten zumeist in LPG und VEG, wie u.a. in Neustadt\/Dosse und Hertefeld, an der Einf\u00fchrung und Vervollkommnung moderner Milchvieh- und Jungviehweidekombinate.<\/p>\n<p>Der <strong>Bereich Frischfutter- und Silageproduktion<\/strong> ist erst 1978 gebildet worden. Als Leiter wurde Prof. Dr. H. Th\u00f6ns nach Beendigung seiner T\u00e4tigkeit als Generalsekret\u00e4r des XIII. Internationalen Graslandkongresses berufen. Er ist zugleich Stellvertreter des Institutsdirektors. Zum Bereich geh\u00f6ren die Abt. Technologie der Frischfutter- und Silageproduktion sowie die Abt. Weidewirtschaft und Frischfuttereinsatz. Die Abteilungen werden von Dr. K. Bachmann bzw. Dr. G. Weiland geleitet.<\/p>\n<p>Die technologische Abteilung ist aus der bereits 1957 gegr\u00fcndeten kleinen Arbeitsgruppe Mechanisation hervorgegangen. Schon seit Mitte der sechziger Jahre besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Landmaschinenkombinat Fortschritt Neustadt\/Sachsen, die bis heute anh\u00e4lt. Ende der 60er Jahre begann die Einf\u00fchrung des Maschinensystems Schwadm\u00e4her E 301 und Feldh\u00e4cksler E 280 f\u00fcr die Futterernte. Das darauf basierende Verfahren der Welksilageproduktion brachte eine Steigerung der Arbeitsproduktivit\u00e4t um das zwei- bis dreifache. An der Weiterentwicklung des Verfahrens wird gearbeitet, ebenso zur verlust\u00e4rmeren Maisernte und Konservierung.<\/p>\n<p>Im Jahre 1979 wurde in der DDR ein umfassendes Silobauprogramm beschlossen und in wenigen Jahren realisiert. Gemeinsam mit dem VEB Landbauprojektierung Potsdam wurden Silovarianten mit Bewirtschaftungsrichtlinien erarbeitet und \u00fcbergeben. Einbezogen in die Forschungen zur Silageproduktion ist auch die Erschlie\u00dfung der Futterreserve Stroh, wozu Verfahren zur Mischsilierung mit R\u00fcbenblatt und zur Feuchtstrohsilierung mit Harnstoff erarbeitet wurden.<\/p>\n<p>Die Abteilung Weidewirtschaft und Frischfuttereinsatz ging aus der Arbeitsgruppe Rinderhaltung hervor, die bis 1978 dem Bereich Futterbau zugeordnet war. Nach Arbeiten zur Weidehaltung in verschiedenen LPG und VEG entwickelte sich eine engere Gemeinschaftsarbeit mit der 1974 in Betrieb genommenen 2000er Milchviehanlage Paulinenaue, insbesondere zum maximalen Frischfuttereinsatz sowie zur Weidehaltung von Tieren aus industriem\u00e4\u00dfig produzierenden Gro\u00dfanlagen. Ein Demonstrationsobjekt ist das 1982 errichtete Milchviehweidekombinat \u201eHohe Horst\u201c zwischen Paulinenaue und Berge, wo etwa 600 K\u00fche von einer Melkzentrale aus geweidet werden.<\/p>\n<p>Der <strong>Bereich Trockenfutterproduktion<\/strong> entstand ebenfalls erst 1978. Von 1968-78 gab es einen Bereich \u00d6konomik und Technologie. Mit der Erweiterung der technologischen Forschung wurde dieser Bereich aufgabenspezifischer nach den Sachgebieten Frischfutter- und Silageproduktion sowie Trockenfutterproduktion aufgegliedert. Der von Prof. Dr. F. Berg geleitete Bereich hat zwei Abteilungen, zum einen f\u00fcr die unter Leitung von Dr. H. Thimm betriebenen Forschungen zur Heuproduktion und zum anderen eine Forschungsabteilung f\u00fcr die Produktion von Trockenfutter durch technische Trocknung sowie von Futtermitteln aus Getreidestroh, die von Dr. S. Pr\u00fcfer geleitet wird. Die wichtigsten Experimentierbasen sind das Trockenwerk Selbelang mit der Strohpelletieranlage und die Kooperation Dreetz, Krs. Kyritz.<\/p>\n<p>Das Mehrfruchttrockenwerk unter Leitung von Josef Pohl konnte im Juli 1972 in Betrieb genommen werden und ist seitdem Schrittmacher in der rationellen Energieanwendung und bei der Durchsetzung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts auf dem Gebiet der Futteraufbereitung und Hei\u00dflufttrocknung. Damals begannen auch die Forschungen zum Strohaufschlu\u00df mit Natronlauge, um den Futterwert des Getreidestrohs als Futtermittel zu erh\u00f6hen. Die Trockenwerke waren bis dahin nur Saisonbetriebe. Durch die Einbeziehung der Produktion von Strohpellets in den Wintermonaten werden die teuren Produktionsmittel nunmehr ganzj\u00e4hrig rund um die Uhr ausgelastet. Konzipiert wurde auch eine gesonderte Strohpelletieranlage, die als Versuchsanlage des Institutes gemeinsam mit dem Landmaschinenkombinat Fortschritt neben dem Trockenwerk an der F 5 zwischen Selbelang und Pessin aufgebaut wurde. Die Anlage kann st\u00fcndlich 3-4 t Stroh-Konzentrat-Pellets mit unterschiedlichen Anteilen an Strohmehl, Getreide, Zuckerschnitzel, Mineralstoffen und Harnstoff rezepturgetreu produzieren. Sehr schnell wurde das Verfahren der Strohpelletierung produktionswirksam, und bereits 1976 wurden etwa ein Drittel des Getreidestrohs in der DDR zu Strohpellets verarbeitet. 1977 erhielt ein Kollektiv, dem auch Fritz Berg und Siegfried Pr\u00fcfer angeh\u00f6rten, den Nationalpreis II. Klasse f\u00fcr ihren Anteil an der Entwicklung und Einf\u00fchrung neuer Verfahren zur Nutzung von Stroh f\u00fcr die F\u00fctterung. Weitere M\u00f6glichkeiten der besseren Aufbereitung und Verwertung von Stroh f\u00fcr Futterzwecke wurden mit Praxisbetrieben, wie u.a. in der LPG Dreetz, entwickelt, und an weiteren Grundlagen des Strohaufschlusses wird gearbeitet.<\/p>\n<p>An den Verfahren der Heuproduktion wurde bereits in den 60er Jahren im Institut intensiv gearbeitet. Auf Dr\u00e4ngen der Tierern\u00e4hrer wurden sie Ende der siebziger Jahre wieder aufgenommen, insbesondere zur Entwicklung neuer Heubearbeitungsmaschinen und zur Bel\u00fcftungstrocknung.<\/p>\n<p>Der <strong>Bereich Qualit\u00e4tsforschung<\/strong> ist aus der vormaligen Abt. Chemie hervorgegangen. Zentrallabor und Gef\u00e4\u00dfstation geh\u00f6ren nach wie vor dazu, und in j\u00fcngster Zeit ist eine Abteilung Forschungstechnologie zur Rationalisierung der Forschungsprozesse hinzugekommen. Mit modernen Analysenger\u00e4ten werden die wichtigsten qualit\u00e4tsbestimmenden Inhaltsstoffe der Futterpflanzen bestimmt. Einbezogen in die Qualit\u00e4tsbestimmungen sind auch Verdauungsversuche mit Schafen sowie mikrobiologische Untersuchungsmethoden. Der Bereich wird von Prof. Dr. O. Knabe geleitet, und seine Abteilungsleiter sind Dr. G. Weise und Dr. A. Spittel. Alle Forschungsabteilungen des Institutes arbeiten mit dem Bereich eng zusammen, und eine Gemeinschaftsarbeit besteht zur Zentralstelle f\u00fcr Futtermittelpr\u00fcfung Halle-Lettin. Erarbeitet wurden rationellere Labormethoden sowie Richtlinien und Standards f\u00fcr die Mengen- und Qualit\u00e4tserfassung von Futtermitteln f\u00fcr die Praxis.<\/p>\n<p>Zum <strong>Bereich Wissenschaftsorganisation<\/strong>, langj\u00e4hrig von Dr. H. R\u00fccker geleitet, geh\u00f6rt die Planung und Abrechnung der Forschungs- und \u00dcberleitungsaufgaben, die Rechenstation sowie die Information\/Dokumentation. Eine eigene <i>Rechenstation<\/i> hat das Institut seit April 1970. Der z.Z. installierte Rechner KRS 4201 leistet etwa 100 mal soviel wie seinerzeit der erste Rechner. Die Anlage wird nicht nur f\u00fcr die Aufbereitung von Untersuchungsdaten, sondern zunehmend auch f\u00fcr das Arbeiten mit Optimierungs- und Simulationsmodellen genutzt. Herbert Arnold ist von Anfang an Leiter der Station.<\/p>\n<p>In der <strong>Abt. Information\/Dokumentation<\/strong>, die von Dr. Johanna P\u00e4tzig geleitet wird, stehen den Institutsmitarbeitern ca. 14 000 Fachb\u00fccher und 200 Fachzeitschriften zur Verf\u00fcgung. Der Informationsspeicher enth\u00e4lt z.Z. \u00fcber 75 000 Dokumentennachweise, die f\u00fcr Literaturstudien schnell \u00fcber die EDV zug\u00e4nglich sind. Andererseits erschienen von Wissenschaftlern des Institutes seit 1949 etwa 1200 Artikel in Fachzeitschriften (ohne Tages- und Wochenpresse) sowie 6 Fachb\u00fccher.<\/p>\n<p>Alle Forschungsbereiche pflegen eine enge Zusammenarbeit mit der Praxis, und einen bedeutenden Umfang der Institutsarbeit nimmt die \u00dcberleitungs- und Beratungst\u00e4tigkeit ein. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Anwenderseminaren in den Konsultationsbetrieben f\u00fcr Futterwirtschaft zu. Auch das VEG Pflanzenproduktion und das Trockenwerk Selbelang geh\u00f6ren zu diesen Konsultationsbetrieben, und die Direktoren bzw. Leiter der im Territorium von Paulinenaue beheimateten Landwirtschaftsbetriebe, allen voran Klaus Bockholdt, Werner Schneewei\u00df und Josef Pohl, sind die engsten Mitstreiter bei der Verbreitung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts auf dem Gebiet der Futterproduktion.<\/p>\n<p>In einem <strong>\u00d6konomischen Bereich<\/strong> zusammengefa\u00dft sind die insgesamt rund 80 Mitarbeiter in den Handwerkerbrigaden, in den verschiedenen Versorgungseinrichtungen, die Kraftfahrer, Raumpflegerinnen, G\u00e4rtner und andere Besch\u00e4ftigte in der Verwaltung. Keine leichte Aufgabe haben der \u00f6konomische Leiter Dr. Erhard Geithner und seine Abteilungsleiter G\u00fcnter Schaller, Heide Hesse und Rolf Kerkow, um allen Anforderungen der wachsenden Aufgaben gerecht zu werden. \u00dcber die Einhaltung der Planziffern, ordnungsgem\u00e4\u00dfen Buchf\u00fchrung und Finanzierung des gesamten Unternehmens wacht die Hauptbuchhalterin Anita Marquardt.<\/p>\n<p>Mit der Entwicklung des Institutes erweiterten und verbesserten sich auch die Arbeits- und Lebensbedingungen. Zum Institut geh\u00f6rend entstanden nach 1962 das zentrale Heizhaus (1963), das neue Institutsgeb\u00e4ude (1968), das Klimahaus (1971), 2 Forschungsgew\u00e4chsh\u00e4user (1976), das Ledigenwohnheim (1976) und das Sozialgeb\u00e4ude (1977). Der Wohnungsbau vollzog sich zumeist auf Gemeindebasis zusammen mit anderen Betrieben des Ortes. So enstanden 1964 der 18er Wohnblock und 1968 der 32er Wohnblock im Zentrum des Ortes gegen\u00fcber dem Bahnhof, und zur Jahreswende 1983\/84 wurde der 40er Wohnblock Lindenweg mit 12 WE f\u00fcr das Institut bezugsfertig. Dar\u00fcber hinaus wurden mit den betriebseigenen Handwerkern mehrere Ein- und Zweifamilienh\u00e4user gebaut, und einen beachtlichen Umfang nahm der private Eigenheimbau ein. Gegenw\u00e4rtig verf\u00fcgt das Institut \u00fcber rund 120 Wohnungen, davon 80 fernbeheizt.<\/p>\n<p>Zum 35. Jahrestag der Gr\u00fcndung der Deutschen Demokratischen Republik konnte auch das Institut Paulinenaue auf 35 Jahre erfolgreiches Schaffen zum Nutzen der Republik zur\u00fcckblicken. F\u00fcr die Leistungen zur Durchsetzung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts auf dem Gebiet der Futterproduktion wurde das Institut zum 7. Oktober 1984 mit dem Orden \u201eBanner der Arbeit\u201c Stufe I ausgezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730854\"><\/a>Die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft<\/h3>\n<p>Mit der durchg\u00e4ngigen sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft in der DDR im Fr\u00fchjahr 1960 standen auch die Einzelbauern in Paulinenaue vor der Entscheidung, zur genossenschaftlichen Zusammenarbeit \u00fcberzugehen. Nur sehr z\u00f6gernd kamen die Bereitschaftserkl\u00e4rungen, und es war viel \u00dcberzeugungsarbeit zu leisten, bis es im M\u00e4rz 1960 zur Bildung von 3 LPG Typ I in den Ortsteilen Paulinenaue, Eichberge und B\u00e4rhorst kam.<\/p>\n<p>Bereits einen Monat sp\u00e4ter, am 11.04.1960, erfolgte der Zusammenschlu\u00df zur LPG \u201eEinheit\u201c Typ III. Dieser Schritt war notwendig, weil ein gr\u00f6\u00dferer Anteil der Betriebe entweder keine oder nur \u00e4ltere Mitglieder stellte, aber das Land mu\u00dfte bestellt und das Vieh versorgt werden. 3 Einzelbauern erkl\u00e4rten sich mit dem \u00dcbergang zum Typ III nicht einverstanden. Sie blieben eine LPG Typ I mit 5 Mitgliedern, die sich sp\u00e4ter der G\u00e4rtnerischen Produktionsgenossenschaft anschlossen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Zusammenschlu\u00df zu einer LPG Typ III als Voraussetzung f\u00fcr die Nutzung des gesamten Bodens und Betreuung der genossenschaftlich zu haltenden Tierbest\u00e4nde hat sich besonders Albert Sch\u00e4fer zusammen mit Kurt Dera eingesetzt. Albert Sch\u00e4fer war Verwaltungsleiter im Institut und erkl\u00e4rte sich bereit, den Vorsitz der LPG Typ III zu \u00fcbernehmen. Er blieb bis 1962 Vorsitzender, danach war es f\u00fcr ein Jahr Gerhard Giese und von 1964-66 der als Zootechniker in die LPG gekommene Hartmut Jeltsch. Das LPG-B\u00fcro befand sich in der B\u00fcrgermeisterei.<\/p>\n<p>Schwierige Aufgaben standen an, die nur mit staatlicher Unterst\u00fctzung zu l\u00f6sen waren. Bei der LPG-Gr\u00fcndung gab es mehr als hundert zumeist kleinere Flurst\u00f6cke, die weit voneinander entfernt lagen. Sie wurden durch eine Flurneuordnung in 20 Ackerschl\u00e4ge und 16 Weide- bzw. Wiesenfl\u00e4chen zusammengefa\u00dft. F\u00fcr die Ackerfl\u00e4chen wurden neue Fruchtfolgen eingerichtet und auf dem Gr\u00fcnland gr\u00f6\u00dfere zusammenh\u00e4ngende Umtriebsweiden geschaffen. Wissenschaftler des Institutes gaben dabei Unterst\u00fctzung. Nach der Flurneuordnung bewirtschaftete die LPG 355 ha LN mit einem hohen Gr\u00fcnlandanteil von 60 %. Der Arbeitskr\u00e4ftebesatz war mit durchschnittlich 30 Mitgliedern bzw. Lohnbesch\u00e4ftigten gering.<\/p>\n<p>Ein LPG-St\u00fctzpunkt wurde in Owinaue eingerichtet. Dort waren die Werkst\u00e4tten sowie eine Maschinen- und D\u00fcngerhalle. Die MTS Friesack \u00fcbergab an die LPG 3 Traktoren, Ackerger\u00e4te und einen Dreschkasten. In den ersten Jahren wurde das Getreide noch mit dem M\u00e4hbinder gem\u00e4ht und mit dem Dreschkasten gedroschen, der wegen der gro\u00dfen Entfernung mal in Paulinenaue, Eichberge oder in B\u00e4rhorst stand. Sp\u00e4ter kaufte sich die LPG einen M\u00e4hdrescher. Besonders schwierig war die Ernte des langen Hanfes im Luch mit einem Getreidem\u00e4hbinder.<\/p>\n<p>Einen bedeutenden Umfang nahm die Futterproduktion ein, schon wegen des hohen Gr\u00fcnlandanteils. Dazu wurden Futtererntemaschinen f\u00fcr die Heu- und Silageproduktion angeschafft. Von den Wiesen wurde fast ausschlie\u00dflich Heu gewonnen, Silage durchweg nur vom Mais und von den Zwischenfr\u00fcchten. Feldbaubrigadier war Kurt Dera.<\/p>\n<p>Die Viehhaltung entwickelte sich in Abh\u00e4ngigkeit von den Stallbauten. Bedingt durch den hohen Gr\u00fcnlandanteil spezialisierte sich die LPG auf die Rinderhaltung. Schweine wurden nicht gehalten, aber 2000 H\u00fchner in einem neu gebauten H\u00fchnerstall in Owinaue. In Eichberge wurde 1962 ein Kuhstall mit 200 Pl\u00e4tzen fertiggestellt, und ein altes Stallgeb\u00e4ude war zu einem K\u00e4lberstall umgebaut. Ein neuer Jungrinderstall entstand auf dem Sonnenhof bei B\u00e4rhorst. Die Verantwortlichen in der Tierproduktion waren Adelbert Jennrich, der vom Lehr- und Versuchsgut des Institutes in die LPG delegiert wurde, f\u00fcr den Kuhstall, Ernst Hanisch f\u00fcr die Jungrinder und Mastbullen auf dem Sonnenhof, Paul Mielke f\u00fcr den K\u00e4lberstall und Ella Degen f\u00fcr den H\u00fchnerstall. Nach seinem Fachschulabschlu\u00df \u00fcbernahm Joachim K\u00f6hler die Funktion des Zootechnikers.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1967 erfolgte der Zusammenschlu\u00df mit der LPG \u201eRotes Banner\u201c Retzow. Die fortschreitende Konzentration und Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion in den 70er Jahren brachte weitere Ver\u00e4nderungen. Die Feldwirtschaft wird von der LPG Pflanzenproduktion Pessin betrieben, und die Retzower Tierproduktion dehnte vor allem ihre Weidewirtschaft aus. Die Retzower hatten von fr\u00fcher her schon Weiden bei B\u00e4rhorst, die Ende der 60er Jahre durch Weideansaaten auf dem B\u00e4rhorster Ackerland erweitert wurden. Geblieben ist in der Gemarkung B\u00e4rhorst nur der Sonnenhof als Weidezentrale, H\u00e4user stehen dort nicht mehr. In Eichberge existiert noch der Kuhstall mit Bergeraum und Silos, die allerdings 1980 der 2000er Milchviehanlage Paulinenaue zugeordnet worden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730855\"><\/a>Die G\u00e4rtnerische Produktionsgenossenschaft<\/h3>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1960 schlossen sich 6 G\u00e4rtner zu einer G\u00e4rtnerischen Produktionsgenossenschaft zusammen. Sie gaben der GPG den Namen \u201eBl\u00fchende Aue\u201c und w\u00e4hlten Willi Sch\u00e4plitz zu ihrem Vorsitzenden. Die von ihm bewirtschaftete G\u00e4rtnerei in der Bahnhofstra\u00dfe wurde Hauptbetrieb und Sitz der Verwaltung. Dort hat die GPG ein Gew\u00e4chshaus, mehrere Fr\u00fchbeetk\u00e4sten und erweiterte die Kapazit\u00e4t zum Anbau von Fr\u00fchgem\u00fcse durch neue Foliengew\u00e4chsh\u00e4user. Wirtschaftsgeb\u00e4ude erhielt sie au\u00dferdem durch die ehemalige Mosterei des G\u00e4rtners Ewald Werner in der Ruppiner Stra\u00dfe. Auf diesem Grundst\u00fcck richteten sich die Genossenschaftsg\u00e4rtner auch eine gemeinsame Viehhaltung mit 12-14 K\u00fchen ein, die jedoch sp\u00e4ter aufgegeben wurde.<\/p>\n<p>Noch im Gr\u00fcndungsjahr und in den Jahren danach schlossen sich weitere Paulinenauer als Mitglieder oder Lohnbesch\u00e4ftigte der GPG an. Die Genossenschaft vergr\u00f6\u00dferte sich st\u00e4ndig. Die Anzahl der Besch\u00e4ftigten stieg von 10 M\u00e4nnern und 2 Frauen im Gr\u00fcndungsjahr 1960 auf 26 im Jahre 1984. An Land bewirtschaftete die GPG anfangs 25 ha, 1984 waren es 45 ha. Dominierend ist der Gem\u00fcseanbau mit Blumenkohl als Hauptkultur. Nach wie vor nehmen auch die Erdbeeren einen erheblichen Umfang ein, und bei Kern- und Beerenobst \u00fcberwiegen Sauerkirschen und Johannisbeeren. In den Spitzenzeiten, insbesondere bei der Erdbeer-, Johannisbeer- und Sauerkirschenernte, nimmt die Genossenschaft Saisonhilfskr\u00e4fte in Anspruch.<\/p>\n<p>Das Obst und Gem\u00fcse wird zum \u00fcberwiegenden Teil \u00fcber die Paulinenauer Erfassungs- und Aufkaufstelle verkauft. Ein Teil geht aber auch \u00fcber die betriebseigene Verkaufsstelle direkt an den Verbraucher. Blumen, Grabschmuck, Gem\u00fcsejungpflanzen, Obsts\u00e4fte und andere Waren werden ebenfalls im betriebseigenen Laden verkauft.<\/p>\n<p>Seit 01.01.1977 ist die Genossenschaft mit der GPG Nauen zusammengeschlossen. Die Leitung des Betriebsteiles Paulinenaue \u00fcbernahm Heinrich Go\u00dfmann.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730856\"><\/a>Die Kleing\u00e4rtner, Kleintierz\u00fcchter und andere Interessengemeinschaften<\/h3>\n<p>Einen nicht geringen Umfang nimmt in Paulinenaue die Feierabend- und Wochenendt\u00e4tigkeit als Kleing\u00e4rtner und Kleintierz\u00fcchter ein. Au\u00dferdem gibt es einen Anglerverband, einige erfolgreiche Sporttaubenz\u00fcchter, und die n\u00e4here Umgebung von Paulinenaue l\u00e4dt dazu ein, einer Jagdgemeinschaft beizutreten oder in der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz des Kulturbundes mitzuarbeiten.<\/p>\n<p>Die Kleing\u00e4rtner leisten einen wertvollen Beitrag zur Eigenversorgung mit Obst und Gem\u00fcse. \u00dcber ihren Bedarf im eigenen Haushalt hinaus liefern sie j\u00e4hrlich \u00fcber 500 dt Obst und 4000 dt Gem\u00fcse an die Paulinenauer Erfassungs- und Aufkaufstelle oder die Konsumverkaufsstelle. Au\u00dferdem geht ein nicht geringer Teil direkt von zu Hause aus an andere Verbraucher, wie insbesondere bei Spargel.<\/p>\n<p>Eine lange Tradition hat der Anbau von Erdbeeren und Spargel. Die meisten Haushalte haben ihre eigenen Erdbeer- und Spargelreihen. Immerhin kamen z.B. 1983 von den Kleinproduzenten aber auch noch 220 dt Erdbeeren \u00fcber die Erfassungsstelle zum Verkauf. In den letzten Jahren hat besonders der Anbau von Schwarzen Johannisbeeren zugenommen, ein Aufkauf von 70 dt dieser vitaminreichen Beerenfrucht im Jahre 1983 ist schon was. Obstschauen regen zu noch besseren Ernteergebnissen und Qualit\u00e4tserzeugnissen an, und einen nicht geringen Anteil an den hohen Aufkaufmengen hat die gute Arbeit der Erfassungs- und Aufkaufstelle f\u00fcr Obst und Gem\u00fcse unter Leitung von Otto Sommerkorn auf dem Hof der B\u00fcrgermeisterei in der Brandenburger Allee.<\/p>\n<p>Die Kleintierz\u00fcchter arbeiten in der Sparte D 719 des Verbandes der Kleing\u00e4rtner, Siedler und Kleintierz\u00fcchter (VKSK) zusammen. Au\u00dferdem gibt es viele nicht organisierte Kleintierhalter. Die Kleintierz\u00fcchtersparte wurde am 30.12.1963 gegr\u00fcndet und hatte 1984 23 Mitglieder. Zu den Gr\u00fcndern geh\u00f6ren Willi Ulrich, Hans Erdmann, Anton Tolksdorf und der damalige B\u00fcrgermeister Heinz Oetjen. Die j\u00e4hrlichen Leistungsschauen im Saal der Konsumgastst\u00e4tte geben einen Einblick in die Zuchtergebnisse bei G\u00e4nsen, Enten, H\u00fchnern einschlie\u00dflich Perl- und Zwergh\u00fchnern, Kaninchen und Tauben. Die Sparte arbeitet sehr aktiv, und einige Mitglieder haben mit ihren wertvollen Rassetieren sogar auf Republikschauen wertvolle Preise und Anerkennungen erworben. Auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Ammoniaktanklagers richteten sie sich ein Spartenheim ein, das am 1. Mai 1984 er\u00f6ffnet wurde. Dem Zug der Zeit folgend hat dort auch der Datschenbau von Spartenmitgliedern begonnen, allerdings mit Kleintierhaltung. Zusammen mit den anderen Kleintierhaltern des Ortes werden j\u00e4hrlich etwa 320 TStck. Eier, 200 dt Wei\u00dffleisch und 16 dt Bienenhonig zur Ablieferung gebracht.<\/p>\n<p>Erhard Hesse hat den Flugtaubensport in Paulinenaue eingef\u00fchrt und belegte nach wenigen Jahren bereits erste Pl\u00e4tze in der Kreismeisterschaft. Drei weitere Interessenten konnte er bisher f\u00fcr dieses Hobby gewinnen.<\/p>\n<p>Die 125 Mitglieder des Anglerverbandes sind in zwei Betriebsgruppen organisiert; die meisten davon in der Betriebsgruppe des Institutes, die von Lothar Seyfarth geleitet wird. Eine zweite Betriebsgruppe hat der Bahnhof. Leider sind die Bedingungen f\u00fcr den Anglersport durch die Verschmutzung des Havell\u00e4ndischen Hauptkanals von Jahr zu Jahr schlechter geworden. Die Mitglieder harren aber aus und hoffen auf eine Abhilfe.<\/p>\n<p>Bessere Bedingungen haben dagegen die Natursch\u00fctzer und die zumeist in der Jagdgemeinschaft Friesack mitwirkenden Paulinenauer Waidgenossen. Von allen Seiten ist Paulinenaue von Wald oder kleineren Holzungen umgeben. Dazu geh\u00f6ren zwei Naturschutzgebiete, nach Osten das Lindholz und nach Norden die Jahnberge. Das Lindholz umfa\u00dft etwa 102 ha und ist ein Lindenwald, gemischt mit Eichen, Hainbuchen und Nadelgeh\u00f6lzen auf grundwassernahem Talsand. Von der \u201eJ\u00e4gerwiese\u201c aus f\u00fchrt ein Lehrpfad durch diesen abwechslungsreichen Mischwald.<\/p>\n<p>Die Jahnberge liegen mitten im Luch, etwa 1 km hinter dem Ortsteil Eichberge. Sie sind in erster Linie wegen der urspr\u00fcnglichen Steppenvegetation Naturschutzgebiet. Diese seltene Vegetation ist allerdings bereits stark zur\u00fcckgegangen, aber immerhin ermittelten die Natursch\u00fctzer 1983 noch 32 typische Vertreter der Steppenflora, darunter auf den angrenzenden \u201eKaninchenbergen\u201c auch das bei uns seltene Federgras mit seiner langen federartigen Granne.<\/p>\n<p>Abwechslung und Entspannung bietet auch der nach S\u00fcdwesten bis Pessin reichende Paulinenauer Wald. Gr\u00f6\u00dfere geschlossene Buchen-, Eichen- und verschiedenartigste Nadelholzbest\u00e4nde wechseln einander ab. Im Fr\u00fchjahr und Sommer erfreuen ausgedehnte Maigl\u00f6ckchenbest\u00e4nde den Spazierg\u00e4nger oder er nimmt eine T\u00fcte Blaubeeren mit nach Hause. Im Winter ziehen die Eltern mit ihren Kindern zum Rodeln auf die \u201eEierberge\u201c. Diese Bezeichnung erinnert noch an einen alten Brauch zu Ostern, bei dem die Jugend zum Eiertrudeln in die Buchenberge zog. Auf dem Wege dorthin wohnte bis Anfang der 50er Jahre der legend\u00e4re \u201eWaldb\u00e4r\u201c. August Kaster hatte Kr\u00e4fte wie ein B\u00e4r und konnte f\u00fcr drei arbeiten. In der Lebensweise und Aufmachung konnte er jedoch so manchem das F\u00fcrchten lehren. Er f\u00fchlte sich von der Gemeinde als ein Ausgesto\u00dfener. Aber das schweift von den Interessengemeinschaften doch schon zu weit ab, oder auch nicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730857\"><\/a>Vom Paulinenauer Turn- und Sportverein bis zur BSG Wissenschaft<\/h3>\n<p>Am 25. November 1923 wurde im damaligen Gasthaus \u201eZu den drei Landkreisen\u201c der Paulinenauer Turn- und Sportverein (PTSV) gegr\u00fcndet. Die Anregung dazu kam von den Arbeitern der Goldschmidt&#8217;schen Werkstatt, durchweg Berliner, die in ihrer Freizeit viel Sport trieben. Zwei von ihnen, Edmund Engelbrecht und Erich Horst geh\u00f6rten folglich zu den Gr\u00fcndern, und auf der Gr\u00fcndungsversammlung wurde Edmund Engelbrecht zum Vereinsvorsitzenden gew\u00e4hlt. Der PTSV z\u00e4hlte damals etwa 20 Mitglieder. Von den Paulinenauern waren in den 20er Jahren und Anfang der 30er Jahre vor allem Martin Kr\u00fcger, Oskar Huth, Heinrich Kunkel, Ewald Dazinnes und Willi Bewer aktive und erfolgreiche Sportler.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wurden die drei Sportarten Fu\u00dfball, Leichtathletik und Faustball bevorzugt betrieben. Der erste \u00dcbungsplatz befand sich dort, wo heute die 4 Einfamilienh\u00e4user Petersen bis Waydbrink in der Stra\u00dfe \u201eUnter den Eichen\u201c stehen. 1930 begann dann unter Leitung des neuen Vereinsvorsitzenden Johannes Schr\u00f6der, dem \u201eMaler-Hannes\u201c, der Bau des Sportplatzes am Lindholz. Viel Aufwand erforderte die Einebnung des Platzes mit Spaten und Schaufel.<\/p>\n<p>Pferdefuhrwerke wurden organisiert, um die Senken mit Sand auff\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Damals entstand auch bereits ein erstes Sportlerheim.<\/p>\n<p>Ab 1926 beteiligte sich der PTSV an den Fu\u00dfballpunktspielen, wurde 1934 Kreismeister und errang vor allem im Juniorenbereich bemerkenswerte Erfolge. Als Schiedsrichter fungierten Karl Krys und Helmut Wolf, beide auch noch nach dem Kriege. Nach der Verk\u00fcndung der Wehrpflicht im Jahre 1935 und mit Beginn des Krieges zerfiel der Verein. Erst wieder nach dem Krieg, im Jahre 1946, sammelten die Sportfreunde Gerhard Giese, Martin Kr\u00fcger, und Helmut Quandt die sportlich interessierten B\u00fcrger um sich und bildeten die Betriebssportgemeinschaft \u201eTraktor\u201c. Ihr Vorsitzender war bis 1954 Gerhard Giese. In dieser Zeit spielte man in Paulinenaue vor allem Fu\u00dfball und Frauenhandball, zun\u00e4chst im Dorfzentrum auf einem Platz an der Ecke Bahnhofstra\u00dfe-Lindenweg, wo heute die 8 WE stehen. Unter Leitung von Erwin Wienbrack wurde Anfang der 50er Jahre au\u00dferdem Pferdesport betrieben. Gemeinsam mit Sportfreunden aus den Nachbarorten fanden Reit- und Fahrturniere statt, zumeist auf der idyllisch gelegenen \u201eJ\u00e4gerwiese\u201c.<\/p>\n<p>Damals besannen sich die Mitglieder der BSG auch wieder auf ihren Sportplatz am Lindholz. In vielen freiwilligen Arbeitseins\u00e4tzen gingen sie daran, den Platz zu vergr\u00f6\u00dfern und in seiner heutigen Anlage herzurichten. Am 1. Mai 1953 wurde der Platz eingeweiht. Professor Mitscherlich f\u00fchrte den Ansto\u00df aus und gab den Fu\u00dfball frei f\u00fcr das Er\u00f6ffnungsspiel zwischen einer Jugendmannschaft aus Paulinenaue und Rathenow.<\/p>\n<p>Im Jahre 1956 erfolgte die Umbenennung in BSG \u201eWissenschaft\u201c, und es begann mit dem Institut als Tr\u00e4gerbetrieb eine neue Etappe in der Entwicklung. Weitere Sportarten, wie Schach und Tennis, und dann vor allem Volleyball und Frauengymnastik kamen hinzu. Zunehmend ging es auch um die Nachwuchsf\u00f6rderung. In enger Zusammenarbeit mit der Schule wurden \u00fcber den eigentlichen Sportunterricht hinaus interessierte Kinder in gesonderten Trainingsgruppen an den regelm\u00e4\u00dfigen Sportbetrieb in den Sektionen herangef\u00fchrt. Daf\u00fcr engagierten sich erfahrene Sportler der BSG und vor allem der Sportlehrer Gerhard Hellwig. Viele Medaillen von Kinder- und Jugendspartakiaden auf Kreis- und Bezirksebene holten sich die Paulinenauer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Klaus K\u00f6hler kam 1976 zu Weltmeisterehren im Rudern als Mitglied des Juniorenachters vom SC Dynamo Berlin. Eine enge Verbindung wurde zum TSC Berlin hergestellt; insbesondere f\u00fcr die Nachwuchsgewinnung im Volleyball.<\/p>\n<p>Die Sektion Volleyball wurde 1965 gegr\u00fcndet, und die Paulinenauer Mannschaft war stets ein starker Gegner in den Punktspielen. Die gute Nachwuchsarbeit im Fu\u00dfball zahlte sich ebenfalls aus. Mehrere Paulinenauer Sch\u00fcler spielten erfolgreich in der Sch\u00fclerauswahl des Kreises. Am regelm\u00e4\u00dfigen Punktspielbetrieb beteiligen sich zwei M\u00e4nner- und zwei Kinderfu\u00dfballmannschaften. Die 1. Fu\u00dfballmannschaft spielte in der Saison 1982\/83 in der Bezirksklasse. In Vorbereitung auf diese Saison wurde das Sportlerheim am Sportplatz erweitert.<\/p>\n<p>Zu einer guten Tradition geworden sind der Herbstwaldlauf durch die Pessiner Heide, ein internationales Volleyballturnier, das Fu\u00dfballpokalturnier zu Pfingsten und das Dorfsportfest.<\/p>\n<p>Die BSG Wissenschaft wurde von 1956 bis 1967 zun\u00e4chst von Heinz Grundmann, danach von Helmut Quandt und nochmals von Gerhard Giese geleitet. \u00dcber 12 Jahre, von 1968 bis 1980 setzte sich Dr. Klaus M\u00fcller als Vorsitzender mit gro\u00dfer Aktivit\u00e4t f\u00fcr die Entwicklung des Sports in der BSG ein und nach ihm ab 1980 Dr. Wolfgang Seyfarth. 1984 erreichte die Betriebssportgemeinschaft die stattliche Mitgliederzahl von 360. Bezieht man die ebenfalls im DTSB organisierten Angler mit ein, ist mehr als jeder dritte Paulinenauer B\u00fcrger Mitglied des Deutschen Turn- und Sportbundes. F\u00fcr die guten Leistungen wurde der Ortsverband vom Bundes- und Bezirksvorstand wiederholt ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Viele freiwillige Aufbaustunden wurden f\u00fcr die Errichtung, Rekonstruktion und Erhaltung der Sportanlagen geleistet. Absoluter H\u00f6hepunkt war der Aufbau der Sporthalle mit den Au\u00dfenanlagen als Initiativbau 1980\/81. Am 23.01.1982 erfolgte nach zweij\u00e4hriger Bauzeit die \u00dcbergabe an die zuk\u00fcnftigen Nutzer, an die Schule und die Sportgemeinschaft. Am Bau leisteten nahezu 450 Einwohner einschlie\u00dflich der Sch\u00fcler etwa 7800 freiwillige Aufbaustunden, und die Betriebe des Territoriums beteiligten sich mit finanziellen Mitteln. Die neue Sportanlage ist st\u00e4ndig ausgebucht und wird den Sportbetrieb in Paulinenaue noch weiter voranbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730858\"><\/a>Vom Lehr- und Versuchsgut des Institutes zu spezialisierten VEG der Pflanzen- und Tierproduktion<\/h3>\n<p>Der damals mit etwa 330 ha LN relativ kleine Landwirtschaftsbetrieb des Institutes wurde 1963 mit dem VEG Selbelang zum Lehr- und Versuchsgut Paulinenaue\/ Selbelang der AdL vereinigt. Der Betrieb bewirtschaftete rund 1600 ha LN, davon ca. 600 ha (37 %) Gr\u00fcnland. Betriebsleiter blieb Helmut Th\u00f6ns, bis er im Januar 1972 zum Direktor des Institutes f\u00fcr Gr\u00fcnland- und Moorforschung berufen wurde. 1972 leitete Adolf Rafeld aus Selbelang das LVG. Die positive Entwicklung des Betriebes in dieser Zeit kommt besonders in den erzielten Milchleistungen zum Ausdruck. Bei einem Kuhbestand von 520-580 K\u00fchen stieg sie von 3340 kg je Kuh im Jahre 1963 auf 5250 kg im Jahr 1972 bei 4 % Fett.<\/p>\n<p>Der Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte und Produktionsverh\u00e4ltnisse auf dem Lande Rechnung tragend, kam es mit Jahresbeginn 1973 zur Bildung einer Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP). Auf Beschlu\u00df der Leitungen des LVG Paulinenaue\/Selbelang, des VEG Berge sowie der Vollversammlungen der LPG Berge, Ribbeck, Br\u00e4dikow, Warsow und Jahnberge gingen diese Betriebe zur gemeinsamen Nutzung ihres gesamten Bodenfonds \u00fcber. Die Leitung der KAP \u00fcbernahm G\u00fcnter Watzke, der aus dem Paulinenauer Institut in die Leitungsfunktion delegiert wurde. 1975 schlo\u00df sich auch noch das VEG Hertefeld der KAP an.<\/p>\n<p>Die KAP war jedoch in der Landwirtschaft der DDR nur eine \u00dcbergangsform. Am 1. Januar 1978 erlangte die Kooperative Abteilung als VEG Pflanzenproduktion Selbelang die juristische Selbst\u00e4ndigkeit. Das VEG (P) bewirtschaftet eine LN von 9280 ha. Davon sind 6100 ha Ackerland (65,7 %) und 3180 ha Gr\u00fcnland (34,3 %). Etwa die H\u00e4lfte der LN sind Luchb\u00f6den (Anmoor und Moor). Das Ackerland in Paulinenaue wird vom Territorialbereich Br\u00e4dikow aus bewirtschaftet, das Gr\u00fcnland von einem nach Produkt und Technologie organisierten Bereich Futterproduktion. Direktor des VEG (P) Selbelang ist mit Beginn des Jahres 1980 Klaus Bockholdt, Leiter des Territorialbereiches Br\u00e4dikow Detlef Wacker und des Bereiches Futterproduktion Horst Baumgart.<\/p>\n<p>Mit der Herausbildung der KAP begann auch in der Tierproduktion eine Konzentration und Spezialisierung. Ende 1972 beschlossen das LVG Paulinenaue\/ Selbelang sowie die LPG Br\u00e4dikow, Warsow und Jahnberge eine 2000er Milchviehanlage als zwischenbetriebliche Einrichtung (ZBE) zu bauen, die zum 7. Oktober 1974 die Produktion aufnahm. Unmittelbar danach begann der Aufbau einer 4600er Jungrinderaufzuchtanlage und einer 3200er K\u00e4lberaufzuchtanlage in Hertefeld. Au\u00dferdem erfolgten Zusammenschl\u00fcsse von LPG und VEG der Tierproduktion. Aus vordem 9 selbst\u00e4ndigen LPG und VEG Tierproduktion wurden 4 gr\u00f6\u00dfere Tierproduktionsbetriebe. Sie arbeiten mit dem VEG Pflanzenproduktion in einer Kooperation zusammen, die von einem Kooperationsrat geleitet wird. Zur Kooperation Selbelang geh\u00f6ren als selbst\u00e4ndige Landwirtschaftsbetriebe die<\/p>\n<ul>\n<li>VEG Pflanzenproduktion Selbelang<\/li>\n<li>VEG Tierzucht Paulinenaue<\/li>\n<li>VEG Tierzucht Hertefeld<\/li>\n<li>ZBE Industrielle Milchproduktion Paulinenaue<\/li>\n<li>LPG Tierproduktion Ribbeck<\/li>\n<li>LPG Tierproduktion Br\u00e4dikow<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das VEG Tierzucht Paulinenaue ist aus dem LVG Paulinenaue\/Selbelang hervorgegangen. Am 02.04.1973 wurde Dr. Harry Rackwitz zum Direktor des LVG berufen. Es erhielt ab 01.01.1976 den Status eines VEG Tierzucht, hat seinen Sitz in Selbelang und die 3 Betriebsteile Selbelang, Paulinenaue und Pessin. Der Betriebsteil Pessin war vordem ein selbst\u00e4ndiges VEG (T) Pessin. Leiter des Betriebsteiles Paulinenaue ist Ulrich Paelchen. Die Tierbest\u00e4nde der VEG Tierzucht Paulinenaue und Hertefeld geh\u00f6ren zum Rinderzuchtzentrum des Bezirkes Potsdam. Mit der Errichtung der neuen industriem\u00e4\u00dfig betriebenen Tierproduktionsanlagen hat sich der Produktionsumfang im Paulinenauer Territorium stark erweitert. Die Tierproduktionsbetriebe der Kooperation Selbelang bringen z.B. etwa ein Drittel des Milchaufkommens im Kreis Nauen. Vom VEG Pflanzenproduktion mit Futter zu versorgen sind insgesamt rund 11 500 Gro\u00dfvieheinheiten (GV), darunter 9500 GV Rinder mit zum gr\u00f6\u00dften Teil sehr hohen Leistungen. Die durchschnittliche Milchleistung pro Kuh aller im Territorium gehaltenen Milchk\u00fche betr\u00e4gt rund 4500 kg bei 4 % Fett.<\/p>\n<p>Entsprechend der Tierbestandsentwicklung in der Kooperation hat sich die Futterproduktion zur Hauptproduktionsrichtung entwickelt. Das VEG (P) Selbelang ist zentraler Konsultationsst\u00fctzpunkt der Republik f\u00fcr die Silageproduktion. J\u00e4hrlich werden in Zusammenarbeit mit dem Paulinenauer Institut Anwenderseminare zur Vermittlung der neuesten Ergebnisse und Erkenntnisse auf diesem Gebiet durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Kooperation Selbelang wird bei der L\u00f6sung der anspruchsvollen Aufgabe unterst\u00fctzt durch die ZBE Trockenwerk Selbelang, vornehmlich bei der Produktion von Trockengr\u00fcnfutter und Strohpellets im Mehrfruchttrockenwerk bzw. in der Strohpelletieranlage. Weitere Dienstleistungsbetriebe sind das Agrochemische Zentrum (ACZ) Friesack f\u00fcr die D\u00fcngung und den Pflanzenschutz, die Nauener Meliorationsgenossenschaft f\u00fcr die Instandsetzung der Meliorationsanlagen sowie der Kreisbetrieb f\u00fcr Landtechnik (KfL) als Reparaturbasis f\u00fcr den hohen Bestand an modernen Maschinen, Traktoren und LKW.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730859\"><\/a>Die 2000er Milchviehanlage<\/h3>\n<p>Das Lehr- und Versuchsgut Paulinenaue\/Selbelang und die benachbarten LPG Br\u00e4dikow, Warsow und Jahnberge beschlossen im November 1972, eine Milchviehanlage mit 2000 Kuhpl\u00e4tzen als Zwischenbetriebliche Einrichtung (ZBE) in ihrem Wirtschaftsgebiet zu bauen. Das umfangreiche Niedermoorgr\u00fcnland war im Ertrag bedeutend verbessert worden, und das anfallende Futter konnte nur durch die Aufstockung des Rinderbestandes effektiv verwertet werden. Zum anderen gaben die von erfahrenen Melkerkollektiven des LVG erzielten hohen Milchleistungen sowie die Unterst\u00fctzung durch das Institut f\u00fcr Futterproduktion Veranlassung, die erste Anlage solcher Art im Bezirk Potsdam in Paulinenaue zu errichten.<\/p>\n<p>Im Vorfeld dieser Entscheidung gab es jedoch vieles zu kl\u00e4ren. Mu\u00df es gleich eine so gro\u00dfe Anlage sein? Soll sie mit Weidehaltung oder ohne betrieben werden und wo soll sie stehen? Georg Weiland pl\u00e4dierte von Anfang an f\u00fcr Weidehaltung und schlug die Jahnberge als m\u00f6glichen Standort vor. Das l\u00f6ste heftige Proteste der Natursch\u00fctzer aus.<\/p>\n<p>Die Sandhorste der Jahnberge sind Naturschutzgebiet, und wo will man mit der zumindest im Winter anfallenden G\u00fclle mitten in Luch hin. Der Vorschlag wurde also verworfen, und im \u00fcbrigen merkten die Paulinenauer bald, da\u00df die Sache viel h\u00f6her angebunden war. Nach etlichen Standortberatungen mit vielen Institutionen, die dabei ein Wort mitzureden haben, einigte man sich schlie\u00dflich auf den jetzigen Standort am Waldrand an der Br\u00e4dikower Stra\u00dfe etwa l km von Paulinenaue entfernt. Bautyp und Technologie wurden wesentlich dadurch mitbestimmt, da\u00df die Anlage als Beispielsobjekt des RGW zu projektieren war. Nachdem auch die Fragen der Beteiligung der Betriebe an der Finanzierung und Bewirtschaftung gekl\u00e4rt und durch die Vollversammlungen sanktioniert waren, konnte die Aufbauleitung der ZBE Industrielle Milchproduktion Paulinenaue, so hei\u00dft sie richtig, gebildet werden und ihre Arbeit Ende 1972 aufnehmen. Aufbauleiter wurde R\u00fcdiger H\u00f6rold, der mit seinem Stab Quartier in einer Baracke am Baugel\u00e4nde bezog.<\/p>\n<p>Die Arbeiten begannen mit der Rodung von etwa 2 ha Eichenwald, dem Abtrag des Mutterbodens und der Wiederauff\u00fcllung mit Sand. Motors\u00e4gen, Planierraupen, Dumper und Kr\u00e4ne beherrschten also zun\u00e4chst das Geschehen. Mit \u201egleitender Projektierung\u201c verlief der Aufbau. Auf einer Grundfl\u00e4che von etwa 12000 m\u00b2 wurde das Produktionsgeb\u00e4ude als Kompaktbau errichtet. Hinzu kamen der Futterlagerbereich mit 7 Hochsilos HS 25 und 2 Horizontalsilos, der G\u00fcllelagerbereich, ein Sozialgeb\u00e4ude, Heizhaus und Werkstatt sowie die Wasserversorgungsanlage.<\/p>\n<p>Zum 7. Oktober 1974 wurde die moderne Milchviehanlage der Bestimmung \u00fcbergeben. Die Belegung mit tragenden F\u00e4rsen war noch nicht abgeschlossen, als bemerkt wurde, da\u00df die Verkalbeseuche Brucellose mit eingeschleppt war. Alle bis dahin eingestellten Tiere mu\u00dften wieder umgesetzt werden, es begann eine umfassende Desinfektionsaktion, und die Belegung mu\u00dfte neu beginnen.<\/p>\n<p>Nachdem R\u00fcdiger H\u00f6rold als Aufbauleiter einer noch gr\u00f6\u00dferen 4000er Milchviehanlage nach Blankenfelde, Krs. Zossen, berufen wurde, \u00fcbernahm Werner Schneewei\u00df 1976 die Leitung der Paulinenauer Anlage. Der Betrieb hat etwa 130 Besch\u00e4ftigte und bildet Lehrlinge zu Facharbeitern f\u00fcr die Tierproduktion aus, die in Gro\u00df-Kreutz ihre Berufsschule haben. F\u00fcr die zumeist jungen Mitarbeiter wurden im Gr\u00fcndungsjahr 1974 32 Wohnungseinheiten im Wohnblock Bahnhofstra\u00dfe und ein Einfamilienhaus f\u00fcr den Betriebsleiter geschaffen. Im Juni 1978 wurden weitere 6 Einzelh\u00e4user unter den Eichen an Mitarbeiter der MVA \u00fcbergeben. Au\u00dferdem beteiligten sich Betriebsangeh\u00f6rige am privaten Eigenheimbau. Die Lehrlinge waren zun\u00e4chst im Studentenheim des Institutes untergebracht, bis im Jahre 1977 durch Umbau einer alten Baustelleneinrichtung drau\u00dfen an der Anlage ein Lehrlingswohnheim eingerichtet wurde. Darin befindet sich auch ein gr\u00f6\u00dferer Kulturraum mit Kantine f\u00fcr Versammlungen und Brigadefeiern. Mit der Freigabe des 40er Wohnblocks am Lindenweg zur Jahreswende 1983\/84 erhielt die MVA weitere 10 WE f\u00fcr junge Familien.<\/p>\n<p>Die 2000er Milchviehanlage ist Kooperationspartner der Pflanzen- und Tierproduktionsbetriebe des Territoriums. Die Futterversorgung erfolgt durch das VEG Pflanzenproduktion bzw. das Trockenwerk Selbelang. Die Nachzucht an F\u00e4rsen kommt gr\u00f6\u00dftenteils aus der 4600er Jungrinderaufzuchtanlage im VEG Tierzucht Hertefeld. Dorthin, in die 3200er K\u00e4lberaufzuchtanlage, werden auch die zuchttauglichen weiblichen K\u00e4lber gegeben. Die m\u00e4nnlichen und zuchtuntauglichen weiblichen K\u00e4lber gehen bereits wenige Tage nach der Geburt in die K\u00e4lbermastanlage der LPG (T) Pessin. Als Vor- bzw. Nach\u00adnutzungs\u00adeinheiten werden zus\u00e4tzlich kleinere Stallungen in Eichberge und Warsow genutzt.<\/p>\n<p>Ab 1982 ist die Paulinenauer ZBE Konsultationsbetrieb f\u00fcr die Weidehaltung von Milchviehgro\u00dfanlagen. Im Fr\u00fchjahr bei Weideaustrieb werden die K\u00fche mit Transportfahrzeugen in ihre modern eingerichteten Weidekombinate gefahren. Das gr\u00f6\u00dfte Weidekombinat \u201eHohe Horst\u201c mit rund 600 K\u00fchen liegt etwa 10 km von der Anlage entfernt. Mit der Weidehaltung wurden bedeutende Fortschritte, vor allem in der Senkung des Produktionsaufwandes und Gew\u00e4hrleistung einer hohen Futter\u00f6konomie, erreicht. Daf\u00fcr sprechen allein die Kosteneinsparungen von rund 375,- M je Kuh w\u00e4hrend einer Weidesaison. 1984, im 10. Jahr des Bestehens der MVA, konnte mit rund 8000 t Milch das bisher h\u00f6chste Produktionsergebnis erreicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730860\"><\/a>Die Entwicklung der Gemeinde in der Wahlperiode 1974-79 mit der Dorfversch\u00f6nerung in Vorbereitung des Weltgraslandkongresses<\/h3>\n<p>Einen weiteren bedeutenden Aufschwung hat die Gemeinde in den Jahren nach 1974 unter Leitung ihres B\u00fcrgermeisters Gerhard Hellmuth genommen, der am 22.05.1975 von Karl Kr\u00fcger das Amt \u00fcbernahm. Aus dem Zeitraum von 1974-79 sind besonders hervorzuheben<\/p>\n<p>die Inbetriebnahme der 2000er Milchviehanlage zum 7. Oktober 1974 und die \u00dcbergabe des 32er Wohnblocks an die Mitarbeiter der ZBE Industriem\u00e4\u00dfige Milchproduktion<br \/>\ndie Er\u00f6ffnung einer neuen zehnklassigen Oberschule am 29. M\u00e4rz 1976<br \/>\nder Umbau eines Bauarbeiterwohnheimes zu einem neuen Landwarenhaus und die \u00dcbergabe an die Konsumgenossenschaft am 30. April 1976<br \/>\ndie Inbetriebnahme des Mehrzweckgeb\u00e4udes mit Ledigenwohnheim im M\u00e4rz 1976 und Sozialgeb\u00e4ude im Mai 1977<br \/>\ndie Er\u00f6ffnung der neuen Sparkasse in der Bahnhofstra\u00dfe 1978 nach dem Umbau der B\u00e4ckerei.<\/p>\n<p>Wesentliche Impulse f\u00fcr eine umfassende Dorfversch\u00f6nerung gingen von der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung des XIII. Internationalen Graslandkongresses aus.<\/p>\n<p>Die Plenar- und Sektionstagungen fanden im Mai 1977 zwar in Leipzig statt, wo 1927 erstmals eine internationale Graslandtagung abgehalten wurde, aber Paulinenaue war in die Vor- und Nachexkursionen einbezogen. In und um Paulinenaue konnten sich die Exkursionsteilnehmer im Institut, VEG Tierzucht, VEG Pflanzenproduktion (damals noch KAP) sowie im Trockenwerk Selbelang und auf dem Beregnungsversuchsfeld in Berge \u00fcber den Stand der Graslandintensivierung und Futterwirtschaft bei uns informieren.<\/p>\n<p>Bereits unmittelbar nach der Konstituierung des zentralen Organisationskomitees in Berlin begannen auch die Vorbereitungen in Paulinenaue. Die Initiativen zur Versch\u00f6nerung des Dorfbildes wurden mit einer Einwohnerversammlung und einer Ortsbegehung eingeleitet. F\u00fcr notwendig erachtete Ma\u00dfnahmen wurden mit den Betrieben und Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern abgesprochen und eingeleitet. Gro\u00dfz\u00fcgige Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrten die Partei- und Staatsorgane des Kreises und des Bezirkes, insbesondere bei der kurzfristigen Fertigstellung von Neubauten und Modernisierungen im Institut und beim Ausbau der Zufahrtstra\u00dfen zu den einzelnen Besichtigungsobjekten. Die Chaussee von der F5 wurde verbreitert und erhielt eine neue Stra\u00dfendecke von Pessin bis zur Paulinenauer Poliklinik. Etwa 1,4 km Betonplattenstra\u00dfen wurden im Ort angelegt, und eines nachts waren die Asphaltdecken im Institutsgel\u00e4nde und am Feuerwehrdepot geschaffen.<\/p>\n<p>Besondere Verdienste um die Dorfversch\u00f6nerung erwarben sich der B\u00fcrgermeister Gerhard Hellmuth sowie Erhard Geithner als Beauftragter des Institutes. Von bleibendem Wert sind die neuen befestigten Gehwege. Insgesamt wurden 1850 Meter Gehwegplatten verlegt, u.a. von der Bienfarmer Stra\u00dfe bis zur Konsumgastst\u00e4tte, vom neuen Landwarenhaus bis zur Poliklinik, von der Bushaltestelle Br\u00e4dikower Weg an den Wohnblocks vorbei bis zur neuen Schule sowie am Lindenweg von der Bahnhofstra\u00dfe bis zum Mehrzweckgeb\u00e4ude. Zumeist mu\u00dften dazu vorhandene Stra\u00dfengr\u00e4ben vorher verrohrt und aufgef\u00fcllt werden. Der Platz vor den 18 WE im Zentrum des Ortes wurde nach einem Projekt des Gartenbauingenieurs Tolks aus Potsdam gestaltet. Alle Betriebe und gesellschaftlichen Organisationen beteiligten sich an diesem Aufbauwerk, durchweg au\u00dferhalb der Arbeitszeit.<\/p>\n<p>Viele pers\u00f6nliche Initiativen beim Fassadenputz, Hausanstrich oder beim Anlegen neuer Vorg\u00e4rten und Blumenrabatten ergaben schlie\u00dflich ein sch\u00f6neres Dorfbild, das bis heute noch wirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730861\"><\/a>Die Entwicklung des Schulwesens und der Kindertagesst\u00e4tten<\/h3>\n<p>Wie \u00fcberall in der Republik wurden auch in Paulinenaue vorbildliche Bedingungen f\u00fcr das<strong> Schulwesen<\/strong> geschaffen. Die derzeitig etwa 220 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler werden von 15 qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern in einer modern eingerichteten zehnklassigen polytechnischen Oberschule vielseitig ausgebildet. Die neue Sporthalle bietet beste Voraussetzungen f\u00fcr den Schulsport, und auch \u00fcber die Unterrichtszeit hinaus gew\u00e4hrleisten ein Schulhort und Sch\u00fclerclub eine gewissenhafte Betreuung bzw. eine abwechslungsreiche Zirkelarbeit und Freizeitgestaltung. Im Sozialgeb\u00e4ude des Institutes nehmen die Schulkinder am Werkk\u00fcchenessen teil, und alle Schulklassen haben Patenschaftsvertr\u00e4ge mit Arbeitskollektiven aus Betrieben des Ortes, die sie mit Unterst\u00fctzung der Elternaktivs intensiv nutzen.<\/p>\n<p>Wie war es fr\u00fcher?<\/p>\n<p>Im Jahre 1904 stellte die Eisenbahnverwaltung nach l\u00e4ngerem Dr\u00e4ngen der Eltern einen Schulraum in einem Eisenbahnerhaus, dem heutigen Haus Gebauer, Bahnhofstra\u00dfe 24, zur Verf\u00fcgung. Vorher mu\u00dften die Kinder der Eisenbahner nach Selbelang und die der Gutsarbeiter nach Pessin, dem Stammsitz des Gutsbesitzers, zur Schule gehen. Mit Beginn der Schulzeit in Paulinenaue wurden alle 8 Altersstufen, vom 6. bis 14. Lebensjahr, in einem Klassenraum umschichtig unterrichtet. Dabei soll der einzige Lehrer, der von Beruf Schneider war, noch nebenbei Fahrkarten verkauft haben. Erst 1910 kam mit Ernst Richter ein ausgebildeter und hauptamtlich t\u00e4tiger Lehrer nach Paulinenaue.<\/p>\n<p>1922 wurde das Schulgeb\u00e4ude Bahnhofstra\u00dfe\/Ecke Waldstra\u00dfe mit 2 Klassenr\u00e4umen und 2 Lehrerwohnungen gebaut. Das Geb\u00e4ude ist heute die Kinderkrippe. Die beiden Lehrer Richter und Schmidt unterrichteten je 4 Altersgruppen in einem Klassenraum und das bei einer nicht geringen Sch\u00fclerzahl, die sich bereits bis Ende der 30er Jahre auf etwas \u00fcber 100 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erh\u00f6hte. Schulspeisung, Schulhort usw. gab es vor 1945 nicht.<\/p>\n<p>Nach Kriegsende begann im Oktober 1945 wieder der Unterricht. Schwer war auch in der Volksbildung der Neubeginn. Lehrer Richter durfte im Schuldienst bleiben, und zu seiner Unterst\u00fctzung kamen die ersten kurzfristig ausgebildeten Neulehrer. Mit der 1946 verk\u00fcndeten demokratischen Schulreform stand u.a. die Aufgabe, die ein- und zweiklassigen Dorfschulen abzuschaffen. Ein zweites Schulgeb\u00e4ude, das heutige Schulhaus Kirfel, kam in unmittelbarer N\u00e4he hinzu. Dort waren zuerst 2, dann 4 Klassenr\u00e4ume, zusammen mit der \u201ealten\u201c Schule gab es also 6 davon. Die Klassen 7 und 8 wurden f\u00fcr mehrere Jahre in Nauen unterrichtet, bis mit Beginn des Schuljahres 1967\/68 eine neu gebaute Baracke, der heutige Sch\u00fclerclub, mit 2 Klassen in Betrieb genommen werden konnte. Inzwischen war aber die 10-Klassenschule eingef\u00fchrt worden. Jetzt mu\u00dfte die 9. und 10. Klasse nach Nauen und sp\u00e4ter nach Retzow zum Schulunterricht fahren, bis das ewige Hin und Her mit dem Neubau einer 10-klassigen POS ein Ende nahm.<\/p>\n<p>Am 29. M\u00e4rz 1976 wurde die neue 10-klassige polytechnische Oberschule (POS) er\u00f6ffnet. Die zentral beheizten Schulr\u00e4ume sind mit technischen Hilfsmitteln ausger\u00fcstet, die einen Unterricht in Fachkabinetten erm\u00f6glichen. Erster Direktor der 10-klassigen POS war G. Hellwig, nach ihm K. Kirfel und dann Annegret Pr\u00fcfer.<\/p>\n<p>Mit Begeisterung nahmen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auch die neue Sporthalle am 23. Januar 1982 und die danach fertiggestellten Au\u00dfensportanlagen in Besitz. Vorher mu\u00dfte der Schulsport in den Wintermonaten im Saal der Konsumgastst\u00e4tte durchgef\u00fchrt werden, und die Schulspeisung erfolgte im Warteraum des Bahnhofs.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnlich gute Entwicklung hat die vorschulische Kinderbetreuung in <strong>Kinderkrippe<\/strong> und <strong>Kindergarten<\/strong> genommen. Sie nahm erst nach 1945 ihren Anfang und begann mit der Einrichtung von Erntekinderg\u00e4rten z.Z. der Getreideernte. Die ersten Kindergarteneinrichtungen entstanden in Paulinenaue Anfang der 50er Jahre im heutigen Haus Wienbrack bzw. in der B\u00fcrgermeisterei. Eine neue Baracke in der Waldstra\u00dfe hinter der \u201ealten\u201c Schule, heute Dienstleistungsannahme, diente in der Folgezeit als Kindergarten. F\u00fcr die Kleinsten waren im \u201eStudentenheim\u201c zwei R\u00e4ume als Kinderkrippe eingerichtet.<\/p>\n<p>Mit dem Wachsen des Institutes mu\u00dften jedoch erweiterte M\u00f6glichkeiten geschaffen werden, um mehr M\u00fcttern die M\u00f6glichkeit zu geben, einer Arbeit nachzugehen. Dazu wurde durch das Institut am Lindenweg ein Kindergarten mit Kinderkrippe errichtet Diese Kindertagesst\u00e4tte wurde im November 1968 in Betrieb genommen und wird seitdem von Trautchen Exner mit ihrem Kollektiv geleitet. Wenig sp\u00e4ter wurde die Einrichtung noch erweitert und konnte 30 Krippenkinder und 45 Kindergartenkinder aufnehmen. Die neue Kindereinrichtung nahm auch Krippenkinder von M\u00fcttern auf, die nicht im Institut arbeiteten. Demgegen\u00fcber blieb die Baracke hinter der \u201ealten\u201c Schule als Gemeindekindergarten unter Leitung von Renate Grimm erhalten.<\/p>\n<p>Eine erneute Erweiterung und Verbesserung erfuhr die Kinderbetreuung mit dem Ausbau der \u201ealten\u201c Schule zur ausschlie\u00dflichen Kinderkrippe f\u00fcr alle Betriebe des Ortes. Den Ausbau \u00fcbernahm die Milchviehanlage. Zum 1. Februar 1980 konnte die Kinderkrippe \u201ePaulinchen\u201c der Bestimmung \u00fcbergeben werden. Sie kann 45 Krippenkinder aufnehmen, und die Krippenerzieherinnen haben optimale Arbeitsbedingungen.<\/p>\n<p>Mit der Entlastung der Kindertagesst\u00e4tte Lindenweg durch die Krippenkinder wurde der Gemeindekindergarten aufgel\u00f6st und die dort betreuten Kinder in die Einrichtung am Lindenweg umgesetzt. Ab 1980 gibt es also in Paulinenaue f\u00fcr alle Betriebe des Ortes eine gemeinsame Kinderkrippe (Bahnhofstra\u00dfe) und einen gemeinsamen Kindergarten (Lindenweg).<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730862\"><\/a>Das Landambulatorium<\/h3>\n<p>Das Geb\u00e4ude des Landambulatoriums ist nach dem 1. Weltkrieg von der Siedlungsgesellschaft gebaut worden. Bis 1930 war ein Oberst a. D. von Diringshofen der Besitzer, dann erwarb Gustav Kintscher das Grundst\u00fcck, das am \u201eKintscher Weg\u201c viel Gartenland hatte.<\/p>\n<p>Mit der Einrichtung einer Zahnarztpraxis im Jahre 1927 begann die Entwicklung zum Ambulatorium. Zun\u00e4chst hatte dort eine Zahn\u00e4rztin aus Friesack zweimal w\u00f6chentlich Sprechstunden. Die Praxis wurde dann von Frau F\u00f6rster \u00fcbernommen und bis Mitte der 60er Jahre weitergef\u00fchrt. Als sie aus Altersgr\u00fcnden ihren Beruf nicht mehr aus\u00fcben konnte, begann alles wieder von vorne. Von Friesack aus wurden wie zuvor zweimal w\u00f6chentlich Zahnarztsprechstunden abgehalten, bis das Zahnarztehepaar Heinrich 1978 von Friesack nach Paulinenaue zog und die Praxis \u00fcbernahm.<\/p>\n<p>Die allgemein-medizinische Betreuung der Paulinenauer B\u00fcrger erfolgte bis 1959 von der Retzower Arztpraxis aus. Von dort wurden Krankenbesuche und auch Sprechstunden in Paulinenaue durchgef\u00fchrt. Es gab im Ort aber eine Schwesternstation, die bereits 1942 von Minna Brosow in der Ruppiner Stra\u00dfe 5 eingerichtet wurde. Eine eigene Arztpraxis bekam Paulinenaue erst ab 1960 durch Frau Dr. Hey. Sie war mit ihrem Mann, der im Institut arbeitete, nach Paulinenaue gekommen. Die nachfolgenden \u00c4rztinnen Frau Dr. Netzband und Frau Leipnitz kamen ebenfalls mit ihren Ehepartnern, die eine Wissenschaftlert\u00e4tigkeit am Institut aufnahmen.<\/p>\n<p>Mit den wachsenden Aufgaben der \u00e4rztlichen Betreuung im gesamten Gemeindeverband wurde 1979 die Poliklinik zu einem ger\u00e4umigeren und modern eingerichteten Ambulatorium ausgebaut, die Zahnarztpraxis sogar mit einem zahntechnischen Labor. Mit Ausnahme der Hausmeisterwohnung wurden die beiden anderen Wohnungen aufgel\u00f6st und in den Ausbau mit einbezogen.<\/p>\n<p>1980 kam das Arztehepaar Schultz nach Paulinenaue. Frau Dr. Schultz-Habermann \u00fcbernahm die \u00e4rztliche Betreuung in der Gemeinde und ihr Mann in den zum Gemeindeverband geh\u00f6renden Orten. Von Anfang an, seit nunmehr einem Vierteljahrhundert, ist die Schwester Margret ununterbrochen als Sprechstundenhilfe im Paulinenauer Landambulatorium t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Der Zahnarzt Siegfried Heinrich praktiziert au\u00dfer in Paulinenaue auch von der Station in Pessin aus, und seine Frau ist Jugendzahn\u00e4rztin im Kreis Nauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730863\"><\/a>Das Mehrzweckgeb\u00e4ude mit Ledigenwohnheim<\/h3>\n<p>Das zum Institut geh\u00f6rende Mehrzweckgeb\u00e4ude, von den Paulinenauern kurz MZG genannt, besteht aus einem Sozialgeb\u00e4ude und einem 3st\u00f6ckigen Ledigenwohnheim. Die Bezeichnung Ledigenwohnheim ist etwas irref\u00fchrend, denn in der gesamten unteren Etage ist der Forschungsbereich Futterbau untergebracht, und in einem Teil der 2. Etage hat die Hauptbuchhaltung des Instituts ihre Arbeitsr\u00e4ume. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der 2. Etage und die 3. Etage ist jedoch als Wohnraum f\u00fcr Ledige und junge Familien vergeben. Au\u00dferdem wurden G\u00e4stezimmer eingerichtet.<\/p>\n<p>Das Sozialgeb\u00e4ude ist ein Flachbau mit K\u00fcche, Kantine, Saal und 2 Klubr\u00e4umen. Die moderne Gro\u00dfk\u00fcche wird von allen Betrieben des Ortes f\u00fcr das Werkk\u00fcchenessen und von der Schule f\u00fcr die Schulspeisung genutzt. T\u00e4glich werden etwa 450 Mittagessen ausgegeben, zu einem billigen Preis von 0,70 bzw. 1,20 M f\u00fcr das Werkk\u00fcchenessen nach Wahl. Eine geschmackvolle Ausgestaltung des Saales und der beiden Klubr\u00e4ume \u00fcbernahm Professor Nerlich aus Potsdam. Der gro\u00dfe Saal kann durch eine Schiebewand getrennt werden, und drei seitliche Saalausg\u00e4nge f\u00fchren auf eine Terrasse mit anschlie\u00dfender Gr\u00fcnanlage.<\/p>\n<p>Die Fertigstellung des Mehrzweckgeb\u00e4udes erfolgte in zwei Etappen. Das Ledigenwohnheim wurde im M\u00e4rz 1976 bezogen. Demgegen\u00fcber konnte die Inbetriebnahme des Sozialgeb\u00e4udes erst im Mai 1977, kurz vor Beginn des XIII. Internationalen Graslandkongresses, vorgenommen werden. Durch viele Eigeninitiativen wurden solche Einrichtungen wie Parkettfu\u00dfb\u00f6den oder Holzt\u00e4felung realisiert, die dem gro\u00dfen Saal erst ein geschmackvolles Gepr\u00e4ge geben.<\/p>\n<p>Mit dem Empfang der ersten Exkursionsdelegation zum Weltgraslandkongre\u00df am 14. Mai 1977 in Paulinenaue wurde das Sozialgeb\u00e4ude der Bestimmung \u00fcbergeben. Zum Empfang spielte eine Blaskapelle des Kraftfuttermischwerkes Ketzin, und bei der Verabschiedung der G\u00e4ste stellte sich erstmals in Paulinenaue die Jagdhornbl\u00e4sergruppe Friesack vor, in der viele Kinder aus Paulinenaue mitspielen. Erst nach Abschlu\u00df der Exkursionen zum Graslandkongre\u00df wurde mit einem gro\u00dfen, noch vielen in Erinnerung gebliebenen Sommernachtsball von den Belegschaftsangeh\u00f6rigen die Er\u00f6ffnung des Sozialgeb\u00e4udes gefeiert. Heute werden der Saal und die beiden Klubr\u00e4ume sehr vielseitig genutzt. Der vordere Saalteil ist zugleich Speisesaal, und im hinteren Saalteil werden vorwiegend Belegschaftsversammlungen und Fachtagungen durchgef\u00fchrt. Es vergeht kaum ein Abend oder ein Wochenende ohne Veranstaltung, seien es Versammlungen des Institutes, der Gemeindevertretung, der politischen Organisationen des Ortes, Brigadefeiern, Familienfeiern oder Tanzveranstaltungen. Geeignet ist der Saal auch f\u00fcr Gro\u00dfveranstaltungen. So werden im Paulinenauer Sozialgeb\u00e4ude regelm\u00e4\u00dfig die Kreisdelegiertenkonferenzen der SED mit \u00fcber 400 Teilnehmern durchgef\u00fchrt. Viele Gro\u00dfbetriebe, LPG und VEG veranstalten in Paulinenaue ihre Jahreshauptversammlungen oder Betriebsfeste. Die Anreise erfolgt nicht selten sogar mit Sonderz\u00fcgen. So haben viele B\u00fcrger des Kreises bzw. des Bezirkes erst durch das Sozialgeb\u00e4ude pers\u00f6nlich ihre Bekanntschaft mit Paulinenaue gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730864\"><\/a>Unter den Eichen und der Eigenheimbau<\/h3>\n<p>Entschlie\u00dft man sich zu einem Spaziergang in den herrlichen Mischwald von Paulinenaue, trifft man vom Lindenweg kommend auf die neue Plattenstra\u00dfe \u201eUnter den Eichen\u201c. Sie ist kennzeichnend f\u00fcr den Aufschwung des privaten und betrieblichen Eigenheimbaus, insbesondere in den Jahren nach 1970.<\/p>\n<p>Rechts in die Stra\u00dfe einbiegend, liegen gegen\u00fcber dem Park die vier Einfamilienh\u00e4user, die bereits Anfang der 50er Jahre f\u00fcr das neu gegr\u00fcndete Institut gebaut worden sind. Das erste Haus davon bewohnte Professor Mitscherlich und nach ihm wohnte dort Professor Petersen. Am Ende des Parks bauten die Handwerker des Instituts 1981\/82 ein betriebseigenes Einfamilienhaus und dahinter folgt dann der fr\u00fchere \u201eKr\u00e4henwinkel\u201c. Die dort befindlichen Landarbeiterwohnungen geh\u00f6ren zu den \u00e4ltesten in Paulinenaue. Als sie 1960 umgebaut und modernisiert wurden, bestanden sie bereits \u00fcber 100 Jahre. Elf Gutsarbeiterfamilien wohnten dort recht primitiv in einem langgestreckten, aus mehreren H\u00e4usern zusammengesetzten Bau. Die vom Einsturz bedrohten Wohnungen wurden v\u00f6llig neu wieder aufgebaut. Massive Stallungen mit Kellern wurden errichtet, Wasserleitung und Kanalisation gelegt, und jede der jetzt 9 Wohnungen erhielt ein Bad.<\/p>\n<p>Auf der anderen Stra\u00dfenseite, wo fr\u00fcher stroh- und erdbedeckte Kellerbunker standen, sind in den 70er Jahren nach und nach von Mitarbeitern des Institutes und des VEG Pflanzenproduktion private Eigenheime im unterschiedlichen Bautyp gebaut worden. Au\u00dferdem errichtete das Institut ein Einfamilienhaus als Arztwohnung.<\/p>\n<p>Links, vom Lindenweg in die neue Stra\u00dfe einbiegend, f\u00fchrt der Weg an f\u00fcnf Bungalow-H\u00e4usern zur rechten Seite und den drei institutseigenen Zweifamilienh\u00e4usern zur anderen Seite in eine Siedlung, die mit dem Aufbau der 2000er Milchviehanlage entstanden ist. Im Juni 1978 konnten dort 10 Einfamilienh\u00e4user des Typs HB4 von Mitarbeitern der Milchviehanlage und des Instituts bezogen werden. Ein Haus wurde f\u00fcr die Zahnarztpraxis bereitgestellt. Sp\u00e4ter sind noch drei private Eigenheime hinzugekommen. Ein mit Gehwegplatten ausgelegter Fu\u00dfg\u00e4ngerweg stellt eine Verbindung zur Waldstra\u00dfe her.<\/p>\n<p>Alle 38 H\u00e4user der neuen Stra\u00dfe sind an das zentrale Heiznetz angeschlossen. Gepflegte Vorg\u00e4rten und zumeist wei\u00dfer Hausanstrich tragen ebenfalls zu einer angenehmen Wohnkultur bei.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730865\"><\/a>Die Entwicklung der Gemeinde in der Wahlperiode 1979-84<\/h3>\n<p>Paulinenaue geh\u00f6rt zu den wenigen Landgemeinden des Kreises Nauen, die st\u00e4ndig weiter anwachsen. Auch in der Wahlperiode 1979-84 hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Die Einwohnerzahl stieg von 1190 im Jahre 1979 auf \u00fcber 1300 Ende 1984.<\/p>\n<p>Die 1979 neugew\u00e4hlte Volksvertretung umfa\u00dfte 25 Abgeordnete und 8 Nachfolgekandidaten. Dem Rat der Gemeinde geh\u00f6rten 9 Abgeordnete an, und in den 8 st\u00e4ndigen Kommissionen arbeiten insgesamt 62 B\u00fcrger mit. B\u00fcrgermeister blieb weiterhin Gerhard Hellmuth, der auch 1984 wiedergew\u00e4hlt wurde. Seit Februar 1980 ist Paulinenaue Mitglied und Leitgemeinde eines Gemeindeverbandes. Ihr Sekret\u00e4r ist Rudi Borchmann. Im Ergebnis der Zusammenarbeit konnten Haushalts- und staatliche F\u00f6rderungsmittel effektiver eingesetzt werden. Aus dem Zeitraum 1979-84 sind folgende Leistungen zur Weiterentwicklung der Paulinenauer Gemeinde besonders hervorzuheben:<\/p>\n<ul>\n<li>der Ausbau und die Modernisierung des Landambulatoriums im Jahre 1979<\/li>\n<li>der Umbau der alten Schule zur Kinderkrippe und die Er\u00f6ffnung zum 01.02.1980<\/li>\n<li>die Errichtung der Sporthalle als Initiativbau der Paulinenauer Betriebe und B\u00fcrger mit ihren ca. 7800 freiwilligen Aufbaustunden und die Er\u00f6ffnung der Halle am 23.01.1982<\/li>\n<li>die Fertigstellung und \u00dcbergabe eines neuen 40er Wohnblocks zum Jahreswechsel 1983\/84<\/li>\n<li>die Einrichtung eines Spartenheimes des VKSK und die Er\u00f6ffnung zum 1. Mai 1984<\/li>\n<li>die Erweiterung der Bibliothek des Gemeindeverbandes und die Er\u00f6ffnung der neuen Zentralbibliothek zum 7. Oktober 1984<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitergef\u00fchrt wurde der individuelle und betriebliche Eigenheimbau, die Modernisierung von Wohnungen und die Dorfversch\u00f6nerung. Gegen\u00fcber den in den 20er und 30er Jahren vorherrschenden Siedlungsh\u00e4usern in der Brandenburger Allee, der Bahnhofstra\u00dfe und Waldstra\u00dfe sowie schon vorher in der Ruppiner Stra\u00dfe, geben die modernen Wohnblocks im Zentrum der Gemeinde und die schmucken Eigenheimbauten in den Nebenstra\u00dfen dem Ort ein neues Gepr\u00e4ge. In den Jahren von 1970-84 entstanden 45 neue Ein- und 4 Zweifamilienh\u00e4user, davon fast die H\u00e4lfte in den letzten 5 Jahren von 1979-84. Kennzeichnend f\u00fcr den zunehmenden Wohlstand ist auch, da\u00df etwa zwei Drittel der Eigenheime im privaten Wohnungsbau entstanden.<\/p>\n<p>Auf der gemeinsamen Festveranstaltung der Ortsparteileitung der SED und des Rates der Gemeinde anl\u00e4\u00dflich des 60. Jahrestages der Gr\u00fcndung der selbst\u00e4ndigen Gemeinde Paulinenaue, konnte eine eindrucksvolle Bilanz in der Entwicklung des jungen Ortes, insbesondere in den 35 Jahren seit Bestehen der Deutschen Demokratischen Republik, gezogen werden. Die erfolgreiche Agrarpolitik in der DDR hat auch in der Entwicklung der Landgemeinde Paulinenaue, des Forschungsinstitutes und der sozialistischen Landwirtschaftsbetriebe in eindrucksvoller Weise ihren Niederschlag gefunden.<\/p>\n<p>Die Entwicklung bleibt jedoch mit dem 60. Jahrestag der Gemeinde am 8. Dezember 1984 nicht stehen. Bereits f\u00fcr 1985 deutet sich mit dem Bau eines neuen Laborgeb\u00e4udes im Institut, verschiedener Erweiterungsbauten im Ort oder mit der Fertigstellung begonnener und Inangriffnahme neuer Wohnungsbauten die Weiterentwicklung der Arbeits- und Lebensbedingungen an. Die Ortschronisten werden die zuk\u00fcnftige Entwicklung nicht nur aufmerksam registrieren, sondern auch weiterhin aktiv mitgestalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<h3><a id=\"toc41730866\"><\/a>Jahreszahlen zur Entwicklung der Gemeinde<\/h3>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 55px;\" valign=\"top\">1390<\/td>\n<td style=\"width: 1000px;\">Erste urkundliche Erw\u00e4hnung der L\u00e4nderei des heutigen Paulinenaue. Ein v. Bredow verkauft die \u201eHeideberge\u201c an das Domkapitel zu Brandenburg.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1571<\/td>\n<td>Lindholz derer von Bardeleben zu Selbelang, auch als \u201eBardelebensehe Meierei\u201c bezeichnet, woraus sich sp\u00e4ter das Gut Paulinenaue entwickelte.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1718\/20<\/td>\n<td>Bau des Havell\u00e4ndischen Hauptkanals<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1833<\/td>\n<td>Namensgebung Paulinenaue am 30.04. nach einer Pauline v. Knoblauch, geb. Bardeleben. Die \u201eBardelebensche Meierei\u201c geht durch Heirat in den Besitz des Pessiner Gutsbesitzers v. Knoblauch.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1846<\/td>\n<td>Die Bahnstrecke Berlin-Hamburg wird am 05.10. er\u00f6ffnet. Paulinenaue erh\u00e4lt einen Bahnhof und die ersten Eisenbahnerh\u00e4user.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1859<\/td>\n<td>Paulinenaue hat 118 Einwohner.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1880<\/td>\n<td>Die<br \/>\nBahnstrecke Paulinenaue-Neuruppin wird am 12.09. in Betrieb genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1886<\/td>\n<td>Das Gasthaus \u201eZu den drei Landkreisen\u201c wird er\u00f6ffnet.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1894<\/td>\n<td>Im Postgeb\u00e4ude wird eine Poststelle eingerichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1900<\/td>\n<td>Als zweite Nebenstrecke entsteht eine Kleinbahn von Paulinenaue nach Rathenow \u00fcber Senzke.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1904<\/td>\n<td>In einem Eisenbahnerhaus beginnt der Schulunterricht im eigenen Ort.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1907\/24<\/td>\n<td>Zweite Luchmelioration durch die Havell\u00e4ndische Luchmeliorations-Genossenschaft, wobei ab 1915 ca. 5000 russische Kriegsgefangene aus dem Lager Bergerdamm zum Einsatz kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1914<\/td>\n<td>In Nauen konstituiert sich die Siedlungsgesellschaft Havelland-Ruppin, die danach den gr\u00f6\u00dften Teil der Paulinenauer L\u00e4ndereien erwirbt und etwa 30 kleinere und gr\u00f6\u00dfere Siedlerstellen errichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1917<\/td>\n<td>Die Gebr\u00fcder Knauer errichten das Gest\u00fct Lindenhof.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1919<\/td>\n<td>Professor Goldschmidt er\u00f6ffnet in der Ruppiner Stra\u00dfe eine Versuchswerkstatt, in der das Thermitverbundschwei\u00dfen entwickelt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1919\/20<\/td>\n<td>Waldemar Becker gr\u00fcndet die Siedlung Owinaue.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1922<\/td>\n<td>In der neugebauten zweiklassigen Schule Bahnhofstra\u00dfe\/Ecke Waldstra\u00dfe beginnt der Unterricht.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1923<\/td>\n<td>Abri\u00df der Kleinbahnstrecke von Paulinenaue bis Senzke. Der Paulinenauer Turn- und Sportverein wird am 25.11. gegr\u00fcndet.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1924<\/td>\n<td>In Eichberge und B\u00e4rhorst entstehen Siedlerstellen. Werner Schurig erwirbt das Restgut Paulinenaue. Paulinenaue wird am 08.12. selbst\u00e4ndige Gemeinde mit<br \/>\neiner Gemarkung von 1382 ha und dem Kreis Westhavelland zugeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1929<\/td>\n<td>Die Freiwillige Feuerwehr wird am 11.04. gegr\u00fcndet [Die Feuerwehr wurde am 04.03.1929 gegr\u00fcndet, JS.].<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1932<\/td>\n<td>Paulinenaue erh\u00e4lt eine Kirche.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1939<\/td>\n<td>Bei Ausbruch des Krieges hat Paulinenaue 717 Einwohner.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1945<\/td>\n<td>Sowjetische und polnische Truppen besetzen am 27.04. Paulinenaue. Das Gut kommt in die Verwaltung der Sowjetischen Milit\u00e4radministration (SMA).<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1945\/49<\/td>\n<td>Durch die Bodenreform entstehen 32 neue Siedlerstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1949<\/td>\n<td>Gr\u00fcndung des Instituts zur Steigerung der Pflanzenertr\u00e4ge der Akademie der Wissenschaften am 01.06. Professor Mitscherlich wird zum Institutsdirektor berufen. Das Gut wird von der SMA als Institutsbetrieb \u00fcbergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1952<\/td>\n<td>Die Gemeinde Paulinenaue wird mit der Verwaltungsreform dem Kreis Nauen zugeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1951\/54<\/td>\n<td>Unter den Eichen, Philipp-M\u00fcllerstra\u00dfe und Gartenweg entstehen als neue Stra\u00dfen mit 20 Ein- und Mehrfamilienh\u00e4usern.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1957<\/td>\n<td>Das Institut wird am 01.07. von der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften \u00fcbernommen und zum Institut f\u00fcr Gr\u00fcnland- und Moorforschung unter Leitung von Professor Petersen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1960<\/td>\n<td>Gr\u00fcndung der LPG und GPG<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1961<\/td>\n<td>Beginn des Wohnungsbaus im Dorfzentrum mit einem 8 WE-Wohnblock, 18er Wohnblock 1964 und 32er Wohnblock<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1962<\/td>\n<td>Ein Gemeindekindergarten entsteht an der Waldstra\u00dfe.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1963<\/td>\n<td>Zusammenschlu\u00df des Lehr- und Versuchsgutes mit dem VEG Selbelang<br \/>\nInbetriebnahme des zentralen Heizhauses<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1965<\/td>\n<td>Die Gemeinde ist auf \u00fcber 1000 Einwohner angewachsen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1967<\/td>\n<td>Anschlu\u00df der LPG Paulinenaue an die LPG Retzow<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1968<\/td>\n<td>Er\u00f6ffnung der Kindertagesst\u00e4tte Lindenweg Bildung einer Kampfgruppeneinheit in Paulinenaue<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1972<\/td>\n<td>Das in der Aufgabenstellung erweiterte Institut wird in Institut f\u00fcr Futterproduktion umbenannt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1973<\/td>\n<td>Bildung der KAP Selbelang<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1974<\/td>\n<td>Inbetriebnahme der 2000er Milchviehanlage zum 07.10. und \u00dcbergabe eines 32er Wohnblocks an die MVA<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1976<\/td>\n<td>Er\u00f6ffnung der neuen zehnklassigen Oberschule an 29.03.<br \/>\nEr\u00f6ffnung des Landwarenhauses am 30.04.<br \/>\nDas Lehr- und Versuchsgut Paulinenaue\/\u00adSelbelang wird VEG Tierzucht.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1977<\/td>\n<td>Inbetriebnahme des Sozialgeb\u00e4udes<br \/>\nAnschlu\u00df der GPG Paulinenaue an die GPG Nauen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1978<\/td>\n<td>Die KAP wird VEG Pflanzenproduktion Selbelang.<br \/>\nEr\u00f6ffnung der neuen Sparkasse<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1978\/79<\/td>\n<td>Unter den Eichen entstehen 20 betriebliche und private Eigenheime.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1979<\/td>\n<td>Ausbau und Modernisierung des Landambulatoriums<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1980<\/td>\n<td>Paulinenaue wird Leitgemeinde des Gemeindeverbandes.<br \/>\nEr\u00f6ffnung der Kinderkrippe \u201ePaulinchen\u201c am 01.02.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1982<\/td>\n<td>Er\u00f6ffnung der Sporthalle am 23.01.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1983<\/td>\n<td>Bau und Fertigstellung des 40er Wohnblocks Lindenweg<br \/>\nGr\u00fcndung einer Ortsparteileitung der SED aus Vertretern aller 5 Grundorganisationen der Gemeinde<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1984<\/td>\n<td>Er\u00f6ffnung eines Spartenheimes des VKSK am 01.05.<br \/>\nEr\u00f6ffnung der neuen Zentralbibliothek am 07.10.<br \/>\nPaulinenaue erreicht eine Einwohnerzahl von 1300.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#top\">Seitenanfang<\/a><\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"_price":"","_stock":"","_tribe_ticket_header":"","_tribe_default_ticket_provider":"","_tribe_ticket_capacity":"0","_ticket_start_date":"","_ticket_end_date":"","_tribe_ticket_show_description":"","_tribe_ticket_show_not_going":false,"_tribe_ticket_use_global_stock":"","_tribe_ticket_global_stock_level":"","_global_stock_mode":"","_global_stock_cap":"","_tribe_rsvp_for_event":"","_tribe_ticket_going_count":"","_tribe_ticket_not_going_count":"","_tribe_tickets_list":"[]","_tribe_ticket_has_attendee_info_fields":false,"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":"","_tec_slr_enabled":"","_tec_slr_layout":""},"class_list":["post-6464","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Paulinenaue: Eine Ortschronik aus dem Havelland - Paulinenaue<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Paulinenaue: Eine Ortschronik aus dem Havelland - Paulinenaue\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Paulinenaue\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-02-12T23:40:08+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-600x418.jpg\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"124\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/index.php\\\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/index.php\\\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\\\/\",\"name\":\"Paulinenaue: Eine Ortschronik aus dem Havelland - Paulinenaue\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/index.php\\\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/index.php\\\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/12\\\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-600x418.jpg\",\"datePublished\":\"2003-06-18T10:28:40+00:00\",\"dateModified\":\"2026-02-12T23:40:08+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/index.php\\\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/index.php\\\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/index.php\\\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/12\\\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2021\\\/12\\\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01.jpg\",\"width\":1000,\"height\":697},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/index.php\\\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Paulinenaue: Eine Ortschronik aus dem Havelland\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/\",\"name\":\"Paulinenaue\",\"description\":\"Ein Dorf im Havelland\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/paulinenaue.info\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Paulinenaue: Eine Ortschronik aus dem Havelland - Paulinenaue","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Paulinenaue: Eine Ortschronik aus dem Havelland - Paulinenaue","og_url":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/","og_site_name":"Paulinenaue","article_modified_time":"2026-02-12T23:40:08+00:00","og_image":[{"url":"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-600x418.jpg","type":"","width":"","height":""}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"124\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/","url":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/","name":"Paulinenaue: Eine Ortschronik aus dem Havelland - Paulinenaue","isPartOf":{"@id":"https:\/\/paulinenaue.info\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01-600x418.jpg","datePublished":"2003-06-18T10:28:40+00:00","dateModified":"2026-02-12T23:40:08+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/#primaryimage","url":"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01.jpg","contentUrl":"https:\/\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/1984-ca-Paulinenaue-Gutshaus-01.jpg","width":1000,"height":697},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/paulinenaue-eine-ortschronik-aus-dem-havelland\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/paulinenaue.info\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Paulinenaue: Eine Ortschronik aus dem Havelland"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/paulinenaue.info\/#website","url":"https:\/\/paulinenaue.info\/","name":"Paulinenaue","description":"Ein Dorf im Havelland","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/paulinenaue.info\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"}]}},"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/PcYhWA-1Gg","jetpack-related-posts":[{"id":5628,"url":"https:\/\/paulinenaue.info\/","url_meta":{"origin":6464,"position":0},"title":"Paulinenaue im Havelland","author":"Elisa","date":"8. April 2021","format":false,"excerpt":"","rel":"","context":"\u00c4hnlicher Beitrag","block_context":{"text":"\u00c4hnlicher Beitrag","link":""},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/C2CC9C77-D9E8-4303-9399-8FF00878493B_1_201_a-scaled.jpeg?resize=350%2C200&ssl=1","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/C2CC9C77-D9E8-4303-9399-8FF00878493B_1_201_a-scaled.jpeg?resize=350%2C200&ssl=1 1x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/C2CC9C77-D9E8-4303-9399-8FF00878493B_1_201_a-scaled.jpeg?resize=525%2C300&ssl=1 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/C2CC9C77-D9E8-4303-9399-8FF00878493B_1_201_a-scaled.jpeg?resize=700%2C400&ssl=1 2x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/C2CC9C77-D9E8-4303-9399-8FF00878493B_1_201_a-scaled.jpeg?resize=1050%2C600&ssl=1 3x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/C2CC9C77-D9E8-4303-9399-8FF00878493B_1_201_a-scaled.jpeg?resize=1400%2C800&ssl=1 4x"},"classes":[]},{"id":374,"url":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/kita-verein\/","url_meta":{"origin":6464,"position":1},"title":"KITA-Verein","author":"Elisa","date":"22. M\u00e4rz 2016","format":false,"excerpt":"","rel":"","context":"\u00c4hnlicher Beitrag","block_context":{"text":"\u00c4hnlicher Beitrag","link":""},"img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":324201,"url":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/tourismus\/geocaching\/","url_meta":{"origin":6464,"position":2},"title":"Geocaching in Paulinenaue","author":"Konstantin von der Waydbrink","date":"28. Juli 2022","format":false,"excerpt":"","rel":"","context":"\u00c4hnlicher Beitrag","block_context":{"text":"\u00c4hnlicher Beitrag","link":""},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Paulinenaue-Geocaching-Ausschnitt.jpg?resize=350%2C200&ssl=1","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Paulinenaue-Geocaching-Ausschnitt.jpg?resize=350%2C200&ssl=1 1x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Paulinenaue-Geocaching-Ausschnitt.jpg?resize=525%2C300&ssl=1 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Paulinenaue-Geocaching-Ausschnitt.jpg?resize=700%2C400&ssl=1 2x"},"classes":[]},{"id":26,"url":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/tourismus\/","url_meta":{"origin":6464,"position":3},"title":"Paulinenaue entdecken","author":"Elisa","date":"29. Oktober 2015","format":false,"excerpt":"","rel":"","context":"\u00c4hnlicher Beitrag","block_context":{"text":"\u00c4hnlicher Beitrag","link":""},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/A64D5D60-47E7-45E8-BFE3-0678F0147972_1_201_a-1200x378.jpeg?resize=350%2C200&ssl=1","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/A64D5D60-47E7-45E8-BFE3-0678F0147972_1_201_a-1200x378.jpeg?resize=350%2C200&ssl=1 1x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/A64D5D60-47E7-45E8-BFE3-0678F0147972_1_201_a-1200x378.jpeg?resize=525%2C300&ssl=1 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/A64D5D60-47E7-45E8-BFE3-0678F0147972_1_201_a-1200x378.jpeg?resize=700%2C400&ssl=1 2x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/A64D5D60-47E7-45E8-BFE3-0678F0147972_1_201_a-1200x378.jpeg?resize=1050%2C600&ssl=1 3x"},"classes":[]},{"id":6405,"url":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/kulturverein\/paulinenaue-archiv\/","url_meta":{"origin":6464,"position":4},"title":"Archiv zur Ortsgeschichte","author":"Joachim Scholz","date":"26. Dezember 2021","format":false,"excerpt":"","rel":"","context":"\u00c4hnlicher Beitrag","block_context":{"text":"\u00c4hnlicher Beitrag","link":""},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2021-12-26-Sicherung-Archivgut-800x414.jpg?resize=350%2C200&ssl=1","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2021-12-26-Sicherung-Archivgut-800x414.jpg?resize=350%2C200&ssl=1 1x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2021-12-26-Sicherung-Archivgut-800x414.jpg?resize=525%2C300&ssl=1 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/2021-12-26-Sicherung-Archivgut-800x414.jpg?resize=700%2C400&ssl=1 2x"},"classes":[]},{"id":418995,"url":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/ein-spaziergang-ueber-den-neubau-2015\/","url_meta":{"origin":6464,"position":5},"title":"Ein Spaziergang \u00fcber den \u201eNeubau\u201c 2015","author":"Joachim Scholz","date":"8. M\u00e4rz 2026","format":false,"excerpt":"Alltagsgeschichte erforschen: Ein Spaziergang \u00fcber den Paulinenauer \u201eNeubau\u201c im Jahr 2015 Ortsbegehungen und Exkursionen mit historischem Bezug geh\u00f6ren zum festen Programm des 2006 gegr\u00fcndeten Paulinenauer Kulturvereins. Sie werden gern besucht, verstehen sich aber auch als Beitr\u00e4ge zur Erforschung der Dorfgeschichte. Auf Spazierg\u00e4ngen und Fahrradtouren werden Quellen vergangenen Lebens gesammelt,\u00a0 aufbewahrt\u2026","rel":"","context":"\u00c4hnlicher Beitrag","block_context":{"text":"\u00c4hnlicher Beitrag","link":""},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/644A3623-5EAD-4F60-896C-F18246850BF0_1_105_c.jpeg?resize=350%2C200&ssl=1","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/644A3623-5EAD-4F60-896C-F18246850BF0_1_105_c.jpeg?resize=350%2C200&ssl=1 1x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/644A3623-5EAD-4F60-896C-F18246850BF0_1_105_c.jpeg?resize=525%2C300&ssl=1 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/644A3623-5EAD-4F60-896C-F18246850BF0_1_105_c.jpeg?resize=700%2C400&ssl=1 2x, https:\/\/i0.wp.com\/paulinenaue.info\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/644A3623-5EAD-4F60-896C-F18246850BF0_1_105_c.jpeg?resize=1050%2C600&ssl=1 3x"},"classes":[]}],"ticketed":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6464","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6464"}],"version-history":[{"count":58,"href":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6464\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":418930,"href":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/6464\/revisions\/418930"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/paulinenaue.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6464"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}