„Schnelle Vorbeifahrten“ – so warnen markante Schilder am Paulinenauer Bahnsteig die dort Wartenden. Schon vor zwei Jahren brachte das Atelier Haus Stern unter diesem Motto Künstler und Paulinenauer zusammen. Von den Installationen im und um das alte rote Bahnerhaus herum konnte man schon deshalb begeistert sein, weil es nie zuvor so etwas in Paulinenaue gegeben hatte. Was damals noch in kleinem, halb privaten Rahmen abspielte, soll in diesem Jahr größer angelegt sein.

Die Bahn gibt mit „Schnelle Vorbeifahrten“ zwar wieder das Motto, doch schließt das Festival in diesem Jahr an eine andere Tradition an, die mehr noch als die Bahn die regionale Kulturlandschaft geprägt hat. Vor 300 Jahren, im Juni 1718, begannen die Bauarbeiten am Havelländischen Großen Hauptkanal.

Auf den Kanal fokussieren sich am 18. und 19. August 2018 die internationalen und regionalen Künstler aus den Bereichen Installation, Bildhauerei, Film, Medienkunst und Landart mit ihren Interventionen entlang eines Open-Air Parcours. Auch das stillgelegte Paulinenauer Bahnhofsgebäude, für das noch immer eine Nutzungsperspektive gesucht wird, soll im Rahmen von „Schnelle Vorbeifahrten“ temporär geöffnet sein, Spielort für Kunst sein und so in seiner Bedeutung herausgestellt werden.

Reklame am Ostseestrand für „Schnelle Vorbeifahrten“ und 300 Jahre Havelländischer Großer Hauptkanal. Joachim Scholz, 2018

Das Angebot richtet sich sowohl an Touristen und Ausflügler als auch an Bürgerinnen und Bürger aus der Region. Von jung bis alt ist jeder Besucher herzlich willkommen. Der temporäre Parcours kann beginnend am Bahnhof Paulinenaue (RE2 Halt auf der Strecke Berlin–Hamburg) sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad sehr gut erreicht werden. Alle Akteure sind professionelle Kunst- und Kulturschaffende und stellen ihre Arbeit kostenfrei zur Verfügung. Das Ziel ist es, einen deutlichen kulturellen Impuls in unserer Region zu setzen.

In den kommenden Wochen folgen weitere Informationen.