Erkundungen in Paulinenaue und Selbelang

„There is nothing you can do that can’t be done,“ sangen 1967 die Beatles in ihrem Klassiker „All You Need is Love“. Es gibt nichts Originelles, alles ist so oder ähnlich schon mal da gewesen. Wenn man allerdings „Osterstrauß des Jahres “ in die KI der Suchmaschine Google eingibt, wird man darüber informiert, dass der Osterstrauß des Jahres „eine jährliche Tradition in Paulinenaue (Brandenburg)“ ist, „bei der besonders kunstvoll geschmückte Ostersträucher im Ort von der lokalen Website gekürt werden. Die Auswahl umfasst oft handbemalte Eier, wie 2025 durch Sylvia Kreier, oder prachtvolle Magnolienzweige, wie 2024 bei Familie Henning.“ – Das stimmt alles und will uns Paulinenauern sagen: Es gibt noch Originalität, und zwar hier, direkt vor unserer Haustür.

Die Suche nach dem Osterstrauß des Jahres ist auch in diesem Jahr spannend und hält manche Überraschung bereit. Es lohnte sich, damit frühzeitig zu beginnen und die Augen offen zu halten. In der Ruppiner Straße etwa war eine Eintrittskarte für den Osterstrauß des Jahres schon Ende März zum Preis von 1,50 € bei Sabine Pietschmann zu ergattern.

Sabine Pietschmann bot im März Osterstrauß-Rohmaterial an. Foto: J. Scholz, 2026.

Zwei Wochen später frage ich mich natürlich, was daraus geworden ist und begebe mich mit meinem Sohn Jürgen auf Erkundungsfahrt durchs Dorf. Als wir trotz der momentan hohen Spritpreise fast alle Straßen abgefahren sind, biegen wir noch einmal in den nördlichen, kaum 100 Meter langen Fortsatz der Straße „Unter den Eichen“ ein. Ich möchte Jürgen einen Blick auf die schmuckvollen und stets preisverdächtigen Ostersträuße werfen lassen, die dort regelmäßig in hoher Dichte zusammenkommen. Mehrfach war der Titel „Osterstrauß des Jahres“ bereits an Familien gegangen, die hier zu Hause sind, weshalb in diesem Jahr eigentlich andernorts prämiert werden sollte. Doch ein flüchtiger Blick nach links genügt, um alles, was wir bisher im Kameruner oder Brädikower Weg, in der Ruppiner oder der Bahnhofstraße gesehen haben, in den Schatten zu stellen. Kein Zweifel: Auch in diesem Jahr wird der Preis wieder in die Straße Unter den Eichen gehen.

Der Osterstrauß des Jahres 2026 steht bei Familie Schwarz

Der prächtig geschmückte Osterstrauß von Jutta und Eberhard Schwarz. Foto: J. Scholz, 2026.

Das ist der Osterstrauß des Jahres 2026 und er steht bei Familie Schwarz. Was am Baum zu sehen ist, sei ein Werk von fünf Jahren, erzählt Jutta Schwarz. Wie man es auch von anderen Sträußen in der Nachbarschaft kennt, ist hier jedes Motiv ein handbemaltes Unikat. Die Eier glänzen im Sonnenschein. Nach einem Regenguss stelle sich ein besonders schöner Effekt ein, so Jutta. Wenn nämlich Tropfen an den kleinen Kunstwerken hängen und später die Sonne darauf scheint.

Galerie des Paulinenauer Osterstraußes 2026

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Ein neuer Trend kommt aus der Waldstraße

Nach herzlichen Glückwünschen geht es noch einmal zurück ins Dorf, um einer Beobachtung nachzugehen, die wir zuvor in der Brandenburger Allee gemacht hatten. An auffällig vielen Grundstücken hängen nämlich in diesem Jahr bunte Ostereier nicht nur an Sträuchern und Büschen, sondern auch an Zäunen.

Ein neuer Trend in Paulinenaue: Ostereier, die an Zäunen hängen. Foto: J. Scholz, 2026.

Das Arrangement bei Familie Mietz nutzt den Kontrast zum schwarzen Hintergrund und erzielt dadurch einen besonders schönen Effekt. Foto: J. Scholz, 2026.

Eine Eizellen-Simulation in der Brandenburger Allee 10 beweist, dass ein Zaun der Phantasie keine Grenze setzen muss. Foto: J. Scholz, 2026.

So kreativ die Zaunvarianten in der Brandenburger Allee sind: Dörte Janke und Konstanze Mietz erzählen geradeheraus, dass sie die Inspiration dafür in der Waldstraße erhalten haben. Hier, bei Familie Weishaupt, stößt man dann auf den Zaun, der wohl am Anfang dieser neuen Variante gestanden hat. Ich frage nach bei Katinka Weishaupt, die im Haus eine Heilpraxis führt und bei den Pauerfrauen aktiv ist.

Seit sechs Jahren schon hängt Familie Weishaupt ihre Ostereier an den Zaun und findet mittlerweile viele Nachahmer im Dorf. Foto: J. Scholz, 2026.

Katinka schreibt zurück: „Wir wohnen ja seit etwas über sechs Jahren in Paulinenaue. Unsere Mädchen Lucy (9) und Lea (7) lieben Deko und hatten sofort die Idee, den Zaun bunt zu behängen. Es macht die erste sonnige, aber manchmal noch graue Frühlingszeit viel bunter. Meine Patienten freuen sich auch jedes Jahr darüber. Wie cool würde es aussehen, wenn alle es so machen würden?“

Eine gute Idee. Wie man sie auch dort umsetzen könnte, wo keine dekorativen Zaunspitzen zur Verfügung stehen, beweist gleich nebenan Gundel Hölzel, die ihre Hecke mit Urenkelin Paula schon frühzeitig mit zahlreichen Eiern geschmückt hat. Auch das sieht richtig schön aus!

Eine Hybridlösung zwischen Strauß und Zaun bei Familie Hölzel. Foto: J. Scholz, 2026.

Der Selbelanger Osterstrauß

Unser Bericht bliebe unvollständig ohne einen Blick in den Ortsteil Selbelang. Mit ihm wollen wir – last but not least – den Rundgang beschließen. Daniel Heidenreich hat sich im Nachbardorf auf den Weg gemacht. Sechs Sträuße fielen ihm besonders ins Auge, wobei die farbenfrohe Dekoration im gepflegten Vorgarten von Familie Bodemann am Ende der Dorfstraße aus seiner Sicht das Rennen macht.

„Ganz am Ende der Dorfstraße sieht es richtig bunt aus. Man beachte auch hier den Zaun,“ schreibt Daniel zu seinem Favoriten, dem Selbelanger Osterstrauß des Jahres. Foto: D. Heidenreich, 2026.

Galerie Selbelanger Ostersträuße (Bild und Text: Daniel Heidenreich)

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Na dann: Frohe Ostern!