Mit dem Abriss der ehemaligen Schweißerei Goldschmidt/Mosterei Werner hat Paulinenaue wiederum einen seiner prägnantesten Altbauten verloren. Die Bausubstanz der 90jährigen großen alten Dame in der Ruppiner Straße befand sich freilich schon seit vielen Jahren in einem nicht mehr haltbaren Zustand.

Das Gebäude, das der Chemiker Johannes (Hans) Goldschmidt als neuer Gutsbesitzer von Paulinenaue gegen Ende des Ersten Weltkriegs errichten ließ, steht mit einer berühmten Erfindung in Zusammenhang – dem Thermitschweißverfahren, mit dem man Eisenbahnschienen verbindet. Später war hier eine Mosterei untergebracht. In den beiden äußeren Flügeln befanden sich Wohnungen, die noch bis nach der Wende genutzt wurden. Der prominenteste Bewohner der alten Schweißerei allerdings lebte hier nur saisonweise. Ob der Paulinenauer Storch sein längst errichtetes Ausweichquartier in der Jahnstraße in diesem Jahr beziehen wird, ist noch ungewiss.

Das Paulinenauer Storchenpaar auf dem Dach der alten Schweißerei im April 2004. Ihr neues Nest in der Jahnstraße haben die Vögel bislang verschmäht. Foto: J. Scholz.