Straßenumbenennung zu Ehren von Hans Goldschmidt

07.08.2018. Recht unspektakulär in der Ausführung, im Resultat aber von bleibender Sichtbarkeit, ist die jüngste Ehrung eines berühmten Paulinenauers. Ende Juli fiel am Ortsausgang ein Schild auf, das den Friedhofsweg, der offziell ohne Namen war, nun als „Prof. Hans-Goldschmidt-Weg“ auswies. Die Entscheidung zur Benennung des Weges war bereits am 7. Mai 2018 gefallen und im Amtsblatt bekannt gegeben worden.

Wer war Hans Goldschmidt und was verbindet ihn mit Paulinenaue? Die erste Frage lässt sich leichter beantworten als die zweite. Goldschmidt, der von 1861 bis 1923 lebte, war ein bekannter Gelehrter, Chemiker und der Erfinder des Thermitverfahrens. Seine „Aluminothermie“ schuf die Möglichkeit, kohlenstofffreie Metalle bei hoher Temperatur herzustellen. In der Schweißtechnik angewendet, wurde Goldschmidts Verfahren weltweit zur gängigen Technik, um etwa Straßen- und Eisenbahnschienen zu verbinden.

Was in den Biografien in der Regel nicht erwähnt wird, ist, dass Hans Goldschmidt nach dem Ersten Weltkrieg auch Besitzer des Paulinenauer Gutes war und 1919 hier eine Schweißerei in der Ruppiner Straße einrichtete. Auch in Paulinenaue soll er chemisch  experimentiert haben. Als Gutsbesitzer engagierte er sich beim Bau der Paulinenauer Schule (heute Kita Paulinchen), und die von ihm aus Berlin herangezogenen Arbeiter waren es hauptsächlich, die 1923 den Paulinenauer Sportverein gründeten, der sein Gründungsdatum noch heute im Namen führt. Goldschmidt selbst hatte die Fläche für den Sportplatz zur Verfügung gestellt.

Die Schweißerei Goldschmidt in der Paulinenauer Ruppiner Straße wurde 2007 abgerissen.

1923 ist Hans Goldschmidt in Baden Baden gestorben. Wie sehr er sich mit Paulinenaue verbunden fühlte, belegt, dass er sich auf dem Friedhof begraben ließ, allerdings wurde er wenig später umgebettet. Der berühmte Chemiker Otto Hahn hielt damals in Paulinenaue die Grabrede. Im Berliner Bezirk Tempelhof ist bereits eine Straße nach Goldschmidt benannt. Nun auch in Paulinenaue, wo der Weg zur ersten Ruhestätte und zum von Goldschmidt gestifteten Sportplatz führt. Eine gute Entscheidung.

Literatur:

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